Bei dem Video gerne mal bis zum Ende schauen. Viele sind so auf sich
selbst fixiert, daß sie vergessen: Die anderen sind auch Menschen.
Menschen so wie du, wie die welche du liebst. Deine Familie, wie deine
Kinder. Man sollte auf die anderen genauso achten und sie respektieren
wie die eigene Familie. Gerade zum Ende diese "Aktionen" wo Menschen
nicht nur gefährdet werden sondern fast getötet. Wozu? Was gibt es
diesen Menschen andere zu gefährden und sogar töten zu wollen?
Fühlen die sich dann als die "Großen"? Die "Besseren"? Man sind die
armselig. Ich fühle mich groß und stark wenn mich ein Kind anlächelt
und nicht wenn ich ihm Leid zufüge. Etwas zu zerstören, zu töten, ist
einfach. Man kann jemanden innerhalb von Sekunden töten, passiert leider
überall immer wieder. Aber ein Kind auf die Welt bringen und es groß
ziehen dauert lange und bedarf viel Kraft und Aufwand und auch Mut.
Jeder von uns ist ein Kind von jemanden, egal wie alt die Menschen
sind, sie sind auch Kinder. Selbst wenn sie eigene Kinder haben, sie
bleiben trotzdem die Kinder ihrer eigenen Eltern.
Aber so vielen Menschen da draußen sind andere egal, sie nehmen keine
Rücksicht auf andere und haben keine Emphatie. Deren Kinder tun mir
leid.
Menschen mit einem derartigem Charakter, kommen wir zu einem anderem
Thema.
Collien Fernandes und die Medien.
Ich weiß, ich werde mich jetzt bei einigen unbeliebt machen. Viele werden
nur in Stichpunkten denken und glauben, ich wolle eine Schuldumkehr machen.
Aber das will ich nicht. Aber mir geht es ums Thema und nicht um Propaganda.
Zunächst: Was er getan hat ist nicht zu entschuldigen.
Das sich Frau Fernandes so fühlt ist nicht nur nachvollziehbar sondern
auch ihr Recht als das Opfer dieser Taten.
Mir, als Mann, würde es genauso gehen. Wenn ihr meint, ein Mann könne es
nicht mitfühlen, glaubt mir, ich kann es.
Das schlimme heutztage ist, man kann davor nicht weglaufen. Wenn die Bilder
erstmal im Internet und auf den Festplatten einiger sind lassen sie sich
nicht mehr löschen. Und das Internet ist überall, egal wohin man gehen
würde, die Bilder wären auch dort verfügbar. Das ist das schlimme an dem
Thema, das Opfer kann sich kaum wehren und muß wohl weiterhin damit leben,
daß die Bilder überall sein können.
Bei ihr geht es auch um die Aneignung ihrer Identität, der Mann nutzte nicht
nur gefälschte Bilder von ihr sondern tat auch gegenüber anderen so als sei
er sie. Die Leute glaubten also, sie selbst wäre es.
Sowohl logisch als auch menschlich aber auch moralisch ist so eine Tat zu
verachten. Keine Liebe und kein Respekt gegenüber der Frau mit der man
zusammen lebt, mehr muß man dazu wohl nicht sagen.
Es gibt aber Dinge welche mich stören. Zunächst gab es die letzten Tage
eine Verurteilung zweier Jungendlicher wegen genau solcher Taten, sie
haben Fakes von Mitschülern und Mitschülerinnen angefertigt und verteilt.
Solche Taten sind nicht neu, im Gegenteil. In anderen Ländern gibt es
bereits Gesetze die solche Taten hart bestrafen.
Aber grade der Fall mit den zwei Teenagern zeigt: Die Empörung bezieht
sich nicht auf die Tat sondern auf die Person Collien Fernandes. Wo
waren denn die ganzen Menschen welche demonstrierten und aufschrien
bei all den anderen Fällen? ZB bei dem Fall mit den zwei Teenagern, da
ging es sogar um Kinder welche die Opfer waren. Wo war der Aufschrei?
Wo waren die Medien? Achso, daß waren ja NoNames, für die interessierte
sich niemand.
Leute, IHR HABT GESCHWIEGEN und werft es anderen nun vor um euch als die
Guten darzustellen. Was für einen Charakter habt ihr denn?
Dann wird von den Männern gefordert, immer schön pauschal, als ob alle
Männer so einen sche.... machen würden. Wenn es um Taten von Frauen geht
wird jede Pauschalisierung abgelehnt aber plötzlich ist es kein Problem.
Blos weil ich ein Mann bin werde ich angegriffen und pauschal vorverurteilt.
Als ob ich zu einer kriminellen Vereinigung gehören würde welche Frauen
quält und missbraucht.
Dadurch fühle ich mich persönlich angegriffen.
Ich stehe an der Seite der Opfer aber werfe allen diesen Propagandisten
vor, daß zu tun was sie angeblich verurteilen: Anderen psychische Gewalt
anzutun nur weil sie Männer sind. Psychische Gewalt gegen Menschen nur
weil sie ein bestimmtes Geschlecht haben ist sexualisierte Gewalt!
Wogegen demonstrierten die Frauen nochmal?
Worum geht es diesen Menschen wirklich, wenn sie doch mit zweierlei
Maß messen und ihren schlechten Charakter zeigen. Gegen etwas sein
was man dann aber selber tut? Dazu muß man nichts mehr sagen, oder?
Auch Männer haben Emotionen und fühlen sich getroffen und niedergemacht.
Frauen mögen es immer nur auf Sex und ihren Körper reduzieren aber
Missbrauch ist viel weitergehend. Ihr benutzt zB mich um euch zu
profilieren, ihr nehmt dabei keine Rücksicht auf mich und meine
Gefühle. Selbst die Eskalation und körperliche Angriffe werden in
Kauf genommen. Ihr missbraucht mich damit ihr euch besser fühlen
könnt. Da hilft es auch nicht wenn ihr mich als Weichei darstellt oder
andere Diffamierungen gegen mich nutzt.
Ich fühle mich zu unrecht angegriffen und vorverurteilt. Ich werde von
diesen Menschen als etwas dargestellt, was ich nicht bin und was ich
nie getan habe. Ich würde jeder Frau sofort helfen die Opfer solcher
oder anderer Taten geworden ist. Trotzdem sind da diese Menschen welche
vorgeben sich für Opfer und gegen psychische Gewalt einzusetzen welche
aber mir und anderen Menschen genau dies antun. Es geht ihnen also nicht
darum gegen psychische Gewalt zu sein, denn sie nutzen sie ja selbst.
Es geht ihnen nicht um die Menschen, denn auf die nehmen sie keine
Rücksicht. Geht es ihnen um die Opfer? Wo waren sie all die Jahre? War
es ihnen da egal? Also geht es ihnen um die Opfer? Bisher wohl nicht
und wenn andere Opfer solcher Gewalt werden scheint sie das auch nicht
zu kümmern, es geht nur um ein spezielles Thema. Worum geht es diesen
Menschen also? Sich zu profilieren? Sich über andere zu erheben? Da
hilft es natürlich im Fahrwasser eines Namens wie Collien Fernandes
zu fahren, mit den NoNames konnten sie das ja nicht.
Es gibt Forderungen an die Männer, an alle, ohne Rücksicht.
Liebe Frau Collien Fernandes, und alle die anderen, haben sie sich mal
die Frage gestellt, was SIE tun könnten um andere Frauen zu warnen?
Was hätten sie anders machen können um die Situation zu vermeiden?
Alle diese Fragen vermisse ich. Die Selbstanalyse der Frauen. Es wird
nur von den Männern gefordert ohne das die Frauen auch mal sich selbst
hinterfragen. Wo sind die "Warnungen" an die Frauen ihr Verhalten und
ihre Ansichten mal zu hinterfragen und zu ändern? Warum gebt ihr Männern
die euch lieben und respektieren würden einen Korb und nehmt lieben den
Arsch... Typ welcher Rücksichtslos und Emphatielos ist? Es geht nicht
um Schuld sondern um Verantwortung für sich selbst. Die Frauen fordern
immer von den Männern etwas zu ändern aber wo ist die Aufforderung an
die Frauen auch ihr eigenes Verhalten und Denken zu hinterfragen und
evtl. zu ändern? Wenn ihr eigentlich nichts ändern wollt, euch selbst
nicht ändern wollt, dann erwartet nicht, daß die Männer es für euch
tun.
Ihr wollt diese Männer, bevorzugt die Rücksichtslosen weil ihr glaubt
die seien erfolgreicher. Ihr gebt diesen Leuten eine Plattform und
gebt das Zeichen: Wir Frauen wollen solche Männer.
Es war eure Entscheidung mit diesen Männern zusammen zu leben. Es war
eure Verantwortumg. Beschwert euch nicht über die anderen Männer,
beschwert euch darüber, daß IHR den falschen ausgesucht habt.
Ihr wollt die Unterstützung der anderen Männer? Dann treten ihnen
nicht zwischen die Beine und beschimpft sie, wenn sie doch nichts
getan haben, und wundert euch dann wenn sie nicht neben euch stehen
wollen.
Es gibt viele Frauen welche keine Opfer solcher Gewalt wurden und
einen Mann an ihrer Seite haben welcher sie ohne zu zögern schützen
würde. Die meisten davon sind allerdings NoNames, sie dienen also
nicht als Vorbilder, oder? Warum nicht?
Ein weiterer Punkt, "digitale" Gewalt. Was für ein Sch.... soll das
werden? Solche Schlagzeilen sind nicht nur dumm sondern gefährlich.
Digital bedeutet Virtuell also nicht real. Merkt ihr was?
Die Gewalt ist nicht digital, sie ist real. Hier in der realen Welt
wurde die Gewalt verübt, nicht in der digitalen. Internet und Computer
waren das Werkzeug und nicht die Ursache. Digitale Gewalt, sind dann
die Gefühle der Opfer auch "nur" digital? Also garnicht real weil es
ja digital ist und mit einem Knopfdruck ausschalten lässt?
Warum will man es nicht beim Namen nennen? Psychische Gewalt, nicht
digitale Gewalt.
Eben typisch für Propaganda, man nutzt Stichworte welche bestimmte
Reaktionen hervorrufen. Es geht darum die Menschen in eine bestimmte
Richtung zu steuern.
Die Gesellschaft und die Medien tuen sich schon immer schwer mit dem
Thema psychische Gewalt. Deshalb verwundert es nicht, wenn dieses
Wort vermieden wird und man stattdessen "digital" nutzt auch wenn es
dumm ist.
Physische, also körperliche, Gewalt ist für die Menschen einfach zu
erfassen. Prügel, blaue Augen, gebrochene Knochen bis hin zum Mord,
daß ist für die Menschen zu erfassen. Die Folgen der psychischen
Gewalt ist für viele zu abstrakt denn sonst würden sie sich nicht
so schwer mit der Akzeptanz solcher Gewalt tun. Oder liegt es daran,
daß sie jeder immer wieder in verschiedener Form nutzt? Ermordet zu
werden ist klar, jeder sieht die Täter- und Opferrolle. In den
Selbstmord getrieben zu werden, da wird dem Opfer oft die Verantwortung
gegeben, war eben zu "schwach".
Die Freundin von mir, welche durch ihren Mann in den Tod getrieben
wurde, sie war nicht schwach, sie war misshandelt und gebrochen.
Es gibt so viele Formen von psychischer Gewalt und so viele Verletzungen
und Narben bei vielen Menschen. Die wenigsten wollen zugeben, daß sie
dieser Narben auf ihrer Seele haben, sie wollen nicht als Opfer und
schwach wirken. Viele Menschen verdrängen aber merken dadurch nicht,
daß diese Narben ihr Denken und Handeln beeinflusst. Frust, Angst und
noch viel mehr könnte das Verhalten vieler Menschen und der Gesellschaft
erklären. Doch die Menschen verdrängen lieber, sie wollen sich nicht als
Opfer sehen und nicht zugeben, daß auch sie anderen Gewalt angetan haben.
Fakebilder von Frauen, aber auch Männern, gab es schon vor dem Internet
in analoger Form. Es war nicht so einfach wie heute aber es gab sie
schon immer. War es damals keine Tat, gab es keine Täter und Opfer weil
es nicht digital war? Heute sind die Werkzeuge digital, die Tat war und
ist aber psychische Gewalt gegen andere reale Menschen.
Psychische Gewalt kann das Leben eines Menschen noch stärker beeinflussen
als physische Gewalt. Körperliche Schäden werden gesehen und behandelt,
die seelischen oft ignoriert und ein lebenlang mitgeschleppt.
Gewalt und Gesellschaft und der Tod, da gibt es noch ein Thema, die meisten
werden es nicht mitbekommen haben.
Es ist in Spanien und die Gesetze sind dort anders als hier.
Die deutschen Gesetze sind wieder typisch "ja, aber eigentlich doch nicht".
Selbstmord ist nicht strafbar, wie sollte man auch. Aber jemand, der es
versucht hatte, kann leicht wegen Selbstgefährdung in eine "Einrichtung"
kommen. Ja, man möchte dem Menschen helfen denn Selbstmord sollte keine
Lösung sein.
Leider vergisst man da die Menschen, welche keine wirkliche Chance auf
ein gutes Leben haben. In Deutschland darf man jemanden helfen sein eigenes
Leben zu beenden, aber nur passiv. Schon das bereitstellen der Mittel ist
eine Grauzone. Ist ein Mensch nicht in der Lage zB eine Tablette selbst
in die Hand zu nehmen und selbst in den Mund zu führen und zu schlucken,
darf dies nicht durch jemand anderen erfolgen. Solchen Menschen wird das
Recht auf Selbstbestimmung verweigert. Eine helfende Person findet sich
dann leicht vor Gericht wieder.
Der Fall aus den Nachrichten.
Ich zitiere jetzt einfach mal aus dem Artikel:
"Die 25-jährige Noelia Castillo hat in einem Krankenhaus in Barcelona auf
eigenen Wunsch und gegen den Willen ihrer Eltern eine tödliche Spritze
erhalten. Die Katalanin hat eine Querschnittlähmung, die auf einen
Suizidversuch nach sexuellen Übergriffen im Jahr 2022 zurückgeht. Der Fall
sorgt in Spanien für heftige Debatten."
Das Leben einer jungen Frau wurde zerstört. Durch sie selbst? Nein, dies
"sexuellen Übergriffen" klingt eher (zu) harmlos. Ihr wurde durch anderen
etwas angetan, es war für sie so schlimm, daß sie ihr Leben beenden
wollte. Das ist die Ursache dafür, daß ihr Leben zerstört wurde.
Der Versuch ging schief, eine Gefahr welche viele nicht bedenken.
Ihr Leben wurde nur noch schlimmer.
Alle die jetzt sagen: Das ist kein Grund sein Leben zu beenden, es geht
auch so weiter. Welche Erfahrung habt ihr? Wie kommt ihr auf so eine
Aussage? Weil ihr jemanden kennt, der... ? Wie viele kennt ihr?
Weil ihr Geschichten gehört und gelesen habt wo "solche" Menschen
trotzdem ein schönes Leben haben? Kennt ihr die Menschen? Sind sie
wirklich immer so glücklich? Welche Voraussetzungen hatten sie, daß
sie ihr Leben trotzdem(!) gut leben können? Glaubt ihr alle die
anderen haben auch so viel Glück? In den Medien kommen bei solchen
Themen meist nur die "Wohlfühl-Geschichten", denn die wollen die
Leute lesen. Alle die vielen anderen, die werden "zugedeckt", die
wollen die Menschen nicht sehen.
Ich schrieb es schon im Blog: Ich bin Schwerbehindert. Ich habe einen
Ausweis. Ich sitze aber nicht im Rollstuhl, ich gehe normal Arbeiten,
fahre ein ganz normales Auto, kann zwar keinen 100m-Lauf aber ich gehe.
Ich mache solche Sachen bewusster, zB gehen, ich achte auf meinen Weg
"scanne" auf Stolperfallen oder anderes. Treppen komme ich hoch und
auch wieder runter, aber eben auch bewusster. Immer Stufe für Stufe und
nicht wie diese Angeber gleich zwei auf einmal. Ich kann und konnte
also ein "normales" Leben führen, meine Wäsche zB in den Waschkeller
bringen usw. . Trotzdem wurden mir immer wieder Steine in den Weg
gelegt. Ob jetzt beruflich oder im menschlichem Miteinander, überall
sind diese Menschen welche dich als "unwehrt" einstufen. Mobbing gab
es immer, wobei es bei mir wohl nicht so schlimm war.
Ich weiß, ich wurde gefragt ob ich nicht über meine Erfahrungen und
meinen Weg bezüglich diesem Themas schreiben wollte. Ich schrieb mal,
daß ich es evtl. tun werde. Aber es ist ehrlich gesagt nicht so einfach.
Es geht nicht nur darum Ereignisse zu erzählen, es ist sehr emotional
und niemand will gerne über seine Schwächen erzählen. Mann will sich
stark fühlen und nicht als Opfer. Ich glaube "Normale" können es
nicht wirklich nachfühlen was es bedeutet eine solche Last tragen
zu müssen ohne auf eine Verbesserung hoffen zu können. Wenn einem
dann noch andere Menschen abwertend behandeln, dann hilft das eben
nicht wirklich.
Der Fall in Spanien, sie war jung und hätte noch viele Möglichkeiten
haben können. Diese Gedanken hatten mich damals, als zB Jugendlicher,
am Leben erhalten. Der Gedanke, nichts mehr zu fühlen, nicht mehr leiden
zu müssen, er ist verlockend, besonders wenn das Leid und alles so
groß und erdrückend ist. Es geht dabei nicht um Liebeskummer, welcher
wieder vergeht, es geht um euer Leben, viele Jahrzehnte Leid und
Abwertung und Ausgrenzung ohne die Hoffnung auf Besserung.
So leid es mir für die Eltern tut, ich fühle mit ihnen, aber ich kann
ihre Tochter verstehen.
Wäre es meine Tochter ich hätte sie auch davon abhalten wollen. Ich
hätte alles getan um ihr zu helfen, ihr Leben zu erleichtern, Hilfsmittel
und all das. Ihre Hand halten und wenn es sein muß für den Rest ihres
Lebens sie beschützen und behüten als wäre sie immer eine kleine
Tochter. Menschen die sie schlecht behandelt hätten, ich hätte denen
in die Schn... gehauen und sie mit einem Tritt weit weg von ihr
katapultiert.
Aber am Ende ist es ihr Leben. Sie in einen goldenen Käfig zu setzen
ist evtl. nicht das was sie möchte. Auch wenn wir es wollen können wir
nicht immer alles Leid und Schmerz von einem nehmen.
Manchmal ist es ein Zeichen von Stärke sich einzugestehen das Leben nicht
meistern zu können und nicht bereit zu sein es zu riskieren.
Manche wollen nicht sterben aber andere wollen nicht so leben wie es für
sie vorgesehen ist. Es ist nicht immer leicht es zu akzeptieren.
Ich kann die Entscheidung der Tochter verstehen, ich weiß was für ein
hartes und ungerechtes Leben auf sie wartete.
Die Eltern tun mir leid, der Schmerz und das Leid ging nun auf sie über.
Ich weiß wie schmerzhaft es ist seine geliebte Tochter zu verlieren.
Das sie es selbst so wollte und dann getan hat macht es sicherlich
nicht einfacher für die Eltern.
Aber es war ihr Leben und ihre Entscheidung, gönnt ihr den Frieden.
Ich weiß nicht ob ihr jetzt Tränen in den Augen habt, ich habe sie.
In manchen Religionen gilt auch der Selbstmord als Todsünde. Gott gab
das Leben und nur Gott entscheidet über euren Tod.
Ich sehe es anders. Gott gab dem Menschen Bewustsein und die Fähigkeit
zu denken, die Fähigkeit der Selbsterkennung.
Ich habe oft von Gläubigen dieses "Gott will dich testen" gehört.
Aber Gott testet EUCH und nicht die leidende Person.
Die Debatte in Spanien, es sollte nicht um de Sterbehilfe gehen.
Warum fügt eine Gesellschaft von angeblichen intelligenten Wesen
einer jungen Frau so etwas zu? Warum behandelte man sie so, daß
sie sich das Leben nehmen wollte?
Menschen welche Hilfe bräuchten, teilweise einfach nur euer
Verhalten ihnen Gegenüber zu ändern würde schon viel helfen.
Sie können mit euch nicht Skifahren oder eine Bergwanderung
machen? Ja und? Sind sie es deshalb nicht wert geliebt und
respektiert zu werden? Weil euch eure Freizeitaktivitäten
wichtiger sind als der Mensch?
Wer, bitte schön, ist denn da "Eingeschränkt"?
Menschen wollen nicht, weil es ihnen unbequem ist.
Nicht die junge Frau ist in der Hölle, weil sie das Leid nicht
ertragen wollte. Ihr, welche anderen dieses Leid aus Selbstzweck
antut, landet in der Hölle. Denn ihr habt Gottes Prüfung nicht
bestanden. Die junge Frau und alle die anderen, sie waren Gottes
Gehilfen und sie werden von Gott dafür entlohnt werden, daß er
ihnen diese Rolle abverlangte.
"Gott testet dich.", nein, er testet euch.
Ich bin selbst Schwerbehindert und habe die abwertende Behandlung
durch andere erfahren.
Aber ich bin nicht ohne Schuld. Ich habe es sehr lange verdrängt.
Ich habe es verleugnet und mich von anderen, denen es so ging
wie mir, fehrngehalten. Ich hätte wissen müssen, wie es ihnen
ergeht, ich hätte es selbst fühlen müssen. Doch ich wollte mich
nicht mit ihnen befassen, ich wollte nicht dazu gehören.
Tatsächlich war es nicht einfach, ich war zu "normal" um zu der
Gruppe zu gehören aber ich war nicht "normal" genug um von den
Normalen akzeptiert zu werden.
Die Normalen sind egoistisch und rücksichtslos, denken nur an sich
und ihr eigenes Wohlergehen, koste es was es wolle.
Ich hätte meine Situation nutzen sollen um den schwächeren helfen
zu können. Ich selbst hatte es nicht leicht aber es gab viele viele
andere welche es noch viel schwerer hatten. Aus Selbstschutz, nein,
aus Selbstsucht habe ich sie ignoriert.
Bloß weil mir die anderen oft ihren schlechten Charakter zeigten
und ihre Fassade fallen liesen, rechtfertigt es nicht mein eigenes
Verhalten.
Die Verantwortung für den Tod einer 25-jährigen und alle die anderen,
die trage auch ich.
Ich selbst bin kein Befürworter dafür sein Leben zu beenden. Ich selbst
habe aber oft daran gedacht. Wenn man solche Gedanken hat und auch schon
die Durchführung plant und vorbereitet, dann geht es nicht darum, daß
man mal schlechte Zeiten durchlebt. Ich tat es nicht, stimmt. Ich wollte
meine Mutter nicht enttäuschen. Zudem fühlte es sich für mich wie aufgeben
an, als ob die anderen dann gewonnen hätten. Diese Genugtuung wollte ich
ihnen nicht geben. Mit der Zeit wurde es eher etwas positives. Sein Leben
zu beenden war ein endgültiger Schritt den ich durchaus gewillt war zu gehen.
Ich hatte keine Angst davor, ich hätte es jederzeit tun können. Also was
hatte ich zu verlieren, wenn ich noch warte? Klingt blöd? Ist es evtl. auch.
Vielleicht wenn Herz und Emotionen mit dem Verstand kämpfen dann versucht
der Verstand mit Logik dagegen zu halten? Hatte der Verstand recht? Könnte
man meinen. Wenn ich es damals doch getan hätte wäre mir viel Leid und
Schmerz erspart geblieben. Ich hätte mich nicht derart abrackern müssen
und mich von anderen nicht derart behandeln lassen müssen. Aber von nichts
kommt nichts.
Die junge Frau, sie hat sich nicht spontan dazu entschieden. Sie ging einen
langen Weg um ihren Wunsch dann umzusetzen. So etwas tut man nicht aus einer
Laune heraus. In all der Zeit gab es nichts und niemanden der ihre Meinung
ändern konnte. Das macht mich traurig. Die Eltern gingen vor Gerichte, um
ihre Tochter daran zu hindern. Geht es nur mir so? Wenn da jemand gewesen
wäre, der sie liebt, sie hätte evtl. einen Grund gehabt zu bleiben.
In der Mitte des letzten Jahres kontaktierte mich jemand bezüglich meines
Blogs. Ich werde keine Details nennen. Es war die erste Mail die ich wegen
des Blogs bekam. Die Mutter eines Mädchens fragte mich ob ich mit ihrer
Tochter reden könnte. Sie ist noch jung, noch keine 20.
Sie sitzt seit zwei Jahren im Rollstuhl.
Ihre Eltern hatten die Hoffnung, daß jemand wie ich ihrer Tochter Mut machen
könnte. Ich war mir nicht sicher, ich hielt mich nicht für den richtigen.
Ich bin kein Therapeut oder irgendwas in der Richtung.
Ihre Tochter kannte ebenfalls meinen Blog, was ich gerade am Anfang des
Jahres schrieb. Sie wollte gerne mit mir reden, also tat ich es.
Ich hatte Angst davor, wusste nicht was ich ihr sagen soll.
Sie hatte weniger Angst, wir sprachen über mich und mein Leben und wie
es dann bei ihr aussehen könnte. Also kein Therapiegespräch, eher ein
ehrlicher Austausch zwischen zwei Menschen. Andere sagten ihr, sie solle
nur positiv in die Zukunft schauen und positiv denken, dann würde alles
gut. Ich sagte ihr, daß sei Quatsch. Wenn eine Lawine auf dich zurollt
nützt dir das beste positive Denken nichts, sie wird dich unter sich
begraben. Positiv denken und alles wird gut, so einfach wird es nicht
sein.
Ich habe für mich einen Spruch, ja, eigentlich mehrer, aber den hier:
Hoffe das beste aber erwarte das schlimmste.
Enttäuscht zu werden kann einem viel Energie nehmen. In meinem Leben
habe ich es öfter erfahren müssen. Erwarte das schlimmste, bereite dich
darauf vor, dann wirst du nie enttäuscht.
Bei dem Gespräch sagte ich ihr, sie wird mehr leisten müssen, sie wird
mehr tun müssen und trotzdem nicht die selbe Akzeptanz bekommen wie andere.
Egal wie sehr sie sich anstrengen wird, sie wird nie ein Leben wie die
anderen führen können.
Es gibt immer Leute die sagen, sie hätten es schwer und alles. Leute die
keine Einschränkungen haben, die alles machen könnten. Sie können irgendwo
hingehen ohne auf barrierefreie Zugänge angewiesen zu sein. Sie könnten
auf Berge steigen und auch jeden Job annehmen, sei es auch nur Kisten
zu stapeln. Trotzdem denken sie, sie hätten es schwer.
Jemand wie sie wird viele Möglichkeiten nicht haben, sie wird es tatsächlich
schwer haben, daß lässt sich nicht durch positives Denken und Glitzer
verbergen. Es werden reale Hindernisse sein, auch im sozialem Miteinander.
Ich machte damals den Fehler, so sein zu wollen wie die anderen. Ihnen
nach zu eifern und sie zu kopieren. Ich dachte, wenn ich mir Mühe gebe
und so bin wie sie, würden sie mich akzeptieren. Ich irrte mich. Sie
lachten wohl über mich und nutzen es aus aber ich gehörte nie dazu.
Es dauerte lange und ich musste viel einstecken bis ich an dem Punkt war:
Ihr könnt mich alle mal, gerne auch kreuzweise.
Aus ihrer Sicht war ich ganz "unten", war es nicht wert.
Ich war dann einfach nur noch ich. Der dumme welcher dann besser war als
die anderen. Der welcher nichts kann und dann karriere machte. Sie wollten
mich opfern und ich machte Gewinn daraus. Die anderen waren dumm und schlecht,
nur durch ihre soziale Integration hatten sie ein Leben. Ihnen nach zu eifern
war einfach dumm. Ich hatte keine soziale Anerkennung, ich hatte andere Stärken.
Ich machte dann die Dinge auf meine Art und nicht wie die.
Dem Mädchen sagte ich, Freundschaft und Liebe wird in ihrem Leben sehr selten
sein und deshalb etwas sehr wertvolles werden.
Für die anderen sieht das anders aus, die finden "Freunde" und "Liebe" an jeder
Ecke, für die hat es keine Bedeutung.
Doch ihr Leben wird anders aussehen, sie solle nicht versuchen wie die anderen
zu sein, daß wird sie nie sein können. Sie solle sich auf ihr Leben und ihre
Stärken konzentrieren. Andere Menschen werden auf sie zukommen und ihr sagen
was sie tun soll. Höre ihnen zu aber entscheide nach deinen eigenen Erfahrungen,
die haben keine Ahnung über dich und dein Leben. Viele werden es nicht ernst
mit ihr meinen, nur Spielchen mit ihr treiben. Doch die wenigen welche es
ernst mit ihr meinen, welche sie repsektieren, die werden ganz besondere
Menschen sein, sie werden anders als die anderen sein, wertvoll sein, weil sie
selten sind.
Es wird Grenzen für sie geben, doch Grenzen sind nicht das Ende, nur ein
Hindernis welches überwunden werden will. Man wird es nicht immer schaffen,
aber es wird nicht das Ende sein.
Mir wurde oft gesagt, du kannst dies nicht und die anderen aber nicht du.
All solche Dinge, hört nicht auf sie. Ihr wisst was ihr euch zutrauen
könnt, ihr müsst eure Grenzen austesten und festlegen, nicht die.
Die wollen euch nur in der Rolle sehen welche die für euch vorsehen.
Die meisten werden nicht akzeptieren, daß ihr einen eigenen Willen und
andere Pläne habt, denn für die seid ihr ja unfähig und hilfsbedürftig.
Zeigt ihnen, daß sie unrecht haben.
Ihr werdet mehr leisten müssen, ihr werdet mehr kämpfen müssen und ihr
werdet mehr leiden müssen als Normale, nur um überhaupt leben zu können.
Lasst euch nicht von denen welche ihr gutes Leben teilweise vom Leben
geschenkt bekommen haben herunter ziehen, seid Stolz auf das was ihr
euch hart erkämpft habt, wofür ihr leiden musstet und mehr geben musstet
als andere.
Der Tod, er ist so eine einfache Lösung für all das Leid das euch angetan
wurde und wird, doch solange ihr noch könnt: Kämpft. Das ist mehr als so
mancher Normale imstande ist. Lasst die anderen nicht gewinnen welche
dann wohl noch blöde Sprüche über euren Tod machen, solche sind eben
eingeschränkt, nicht ihr.
Grenzen schränken uns ein und doch gibt es unendlich viele Möglichkeiten.
Bei meinem Studium schrieb ich meine Arbeit über Zeit.
Das Universum ist unendlich, viele verstehen das falsch. Sie denken in
drei Dimensionen und sehen nur den Raum. Doch das Universum besteht aus
und in der Raumzeit, Einsteins Theorien haben immer wieder Bestätigung
erfahren. Der Raum, er ist begrenzt. Uni-versum, Einzigartige, Gesamtheit
und universal, doch nicht ewig oder unendlich. Unser Lebensraum, unser
Universum, es ist begrenzt im Raum und auch in der Dauer der Existenz.
Die Zeit an sich macht es unendlich, sie verwischt räumliche Grenzen.
Die eine Grenze können wir sehen, die Hintergrundstrahlung. Die andere
sehen wir nicht, da sie noch nicht erreicht wurde.
Ein begrenztes Universum und doch sehen wir in ihm die Unendlichkeit der
Möglichkeiten weil es alles was wir kennen beinhaltet.
Denkt mal darüber nach.
Um mal eine alte Weisheit zu zitieren: "Ob du lebst oder nicht ändert
nicht die Welt. Also warum nicht weiterleben? Der Tod kommt schon ganz
von selbst, nimm ihm nicht die Arbeit ab."