Und weiter geht es.
Zunächst, ich habe Unterlagen digitalisiert vorliegen. Ich mag es Unterlagen
in digitaler Form schnell im Zugriff zu haben. Manche Dinge digitalisiere ich
und werfe das Original weg. Kein Grund das Zeug länger aufzuheben und ich habe
in meinem Archiv die Möglichkeit es nachzuverfolgen. Andere Unterlagen sind
wichtig, da behält man die Originale in einem Ordner irgendwo in der Ecke.
Ich habe da ein Dokument welches ich heute nutzen werde. Aber dazu später.
Ich bin auch noch hin und wieder bei den Bildern aus der Sammlung meiner
Mutter dabei. Allerdings nur mal hier und da. Ihr Todestag nähert sich.
Mal sehen.
Ihre Bilder von mir, ich schrieb es schon mal, zeigen einen Jungen der immer
lächelt. Doch, fast immer, während die Geschwister es nicht taten.
Ich weiß, daß auf den Photos bin ich. Aber trotzdem fühlt es sich an als
wäre das jemand anderes. Es sind nicht viele Bilder, daß schrieb ich auch
schon mal. Wenn ich die Bilder von diesem Kind, von mir, sehe dann fühle
ich da diese "Energie" welche das Kind wohl hatte.
Darum soll es aber jetzt nicht gehen.
Im Frühjahr bekam ich eine Mail von jemandem. Seitdem haben wir uns auch
ein wenig ausgetauscht. Mit ca 21 Jahren hatte er einen Unfall und verlor
im Grunde sein bisheriges Leben. Seine Freunde, seine Freundin, die Arbeit,
das glückliche und unbeschwerte Leben welches er bis dahin hatte. Das ist
jetzt schon ein paar Jahre her, er hat neuen Halt gefunden. Aber so ein
Leben wie früher eben nicht. Ich hatte in meinem Blog hier und da mal das
Thema aufgegriffen, auch das ich auch gerne die Möglichkeit gehabt hätte
mir vorher eine Basis, ein Fundament, zu "bauen". Die Möglichkeit hatte
ich nicht. Ich hatte keine Kindheit wo ich alles hätte tun können, wo
niemand mich wegen meines Körpers ausgrenzt.
Meine Kindheit war durch die Einschränkungen geprägt und wir hatten auch
nicht die Mittel es zu kompensieren. Keine Abenteuerurlaube, keine
Sportvereine, keine Freunde mit denen man um die Ecken zog, nichts davon.
Dafür die Ausgrenzung "das kannst du doch nicht", "du passt nicht zu uns"
und die Therapien damit es nicht schlimmer wird. Ich war Einzelgänger und
Einzelkämpfer, nicht weil ich es wollte sondern weil ich keine große Wahl
hatte.
Für viele ist das "normale" Leben selbstverständlich. Für mich war es das
nicht. Und dann gibt es Schicksalsschläge welche auch anderen zeigen, es
ist eben nicht selbstverständlich. Ich wünsche es niemandem aber ich habe
es bei anderen schon mitbekommen. Man fällt beim Aufsteigen mit dem Fahrrad
und fällt mit dem Kopf auf die Pflastersteine. Danach ist nichts mehr so wie
es davor war. Ein Motorradunfall und man rollt ab da nur noch auf vier Rädern
durch die Welt. Es gibt Krankheiten, da geht es langsamer aber das Ergebnis
ist dann das selbe.
Manche schaffen es nicht aus diesem Sumpf heraus zu kommen. Sie haben kein
Leben wie es andere haben können. Familie und Job sind dann schnell sehr
weit außer Reichweite.
Ich bin seit Kindheit damit gestraft. Alleine das Wort "gestraft" ist wertend.
Andere mögen es nicht, wenn man es so sieht. Ich nehme mir das Recht heraus,
als Betroffener, für mich darüber zu entscheiden wie ich es sehe.
Es gibt Leute die meinen, man solle sich als etwas besonderes sehen und Stolz
darauf sein weil man alle diese zusätzlichen Herausforderungen angenommen hat.
Und eben alle diese Sprüche und Co. .
Entschuldigung, aber: Nein.
Ich habe es mir nicht ausgesucht, keiner von uns welcher in so einer Situation
ist ist es freiwillig. Ich wollte nicht stark sein, ich wollte nicht mehr
leisten müssen und mehr ertragen müssen nur um annähernd so ein Leben wie
die anderen führen zu können, anderen, welchen aus meiner Sicht vieles einfach
in den Schoß gefallen ist. Weshalb sollte ich oder andere darüber glücklich
oder froh sein? Warum sollten wir uns deshalb gut fühlen?
Ich wurde angeschrieben weil ich zB Meldungen in der Presse zu dem Thema
aufgegriffen habe und eben das Bild der Presse in Frage stellte. Für die
Menschen da draußen wird das Bild gezeigt, wenn man im Rollstuhl landet kann
man trotzdem erfolgreich sein. Alle fühlen sich dann gut und alles geht weiter
wie bisher. Keiner hinterfragt die Geschichten. ZB die Familie mit Kindern, war
die schon vor dem Unfall da? Meistens ja. Oftmals sind es auch Leute welche
bereits einen guten Job hatten, Studiert usw., bevor sie im Rollstuhl landeten.
Da ist es einfach, die vorhanden Ressourcen und alles andere nutzen zu können
welche bereits vorher aufgebaut werden konnten. Hätten diese Leute die auch,
wenn die Person schon immer im Rollstuhl gesessen hätte? Was meint ihr?
Wenn man zB mit 20 oder 21 im Rollstuhl landet, dann verliert man sein
vorheriges Leben. Man fängt fast von vorne an, beruflich aber auch sozial.
Letzter Punkt ist sicherlich sehr variabel und beruflich ist dann auch oft
jedes mal anders. Aber die wenigsten Arbeitgeber haben barrierefreie
Arbeitsplätze. Zudem können andere ihren Beruf dann nicht mehr ausführen.
Ich komme jetzt mal langsam zu mir, zu damals. Ich hatte demjenigen gesagt,
daß ich es in den Blog nehmen werde.
Ich möchte nochmal betonen: Ich sitze nicht im Rollstuhl, ich kann gehen und
auch Treppen steigen, sogar wieder heile herunter. Ich hatte eine handwerkliche
Ausbildung gemacht, ich fahre normal Auto und das alles. Ihr kennt meinen Blog.
Es gibt viele Menschen denen es schlimmer geht als mir, welche es noch schwerer
haben als ich. So blöde es auch klingt, aber es gibt einem manchmal so einen
Schwung, zu wissen, daß es anderen noch schlechter ergeht als mir.
Ich mag viel erreicht haben, aber nichts davon wurde mir geschenkt. Wirklich
nichts. Trotzdem erscheint es mir nicht als Erfolg.
Schule, Uni, Büroarbeitsplätze, alles doch perfekt für Leute zB im Rollstuhl
oder mit Einschränkungen. Wie sieht es in der Realität aus?
Heutzutage gibt es andere Gesetze und doch sind zB Schulen und Unis immer noch
selten barrierefrei. Und Arbeitsplätze, für viele Arbeitgeber ist
Barrierefreiheit ein Fremdwort oder doch eher ein Reizwort.
Es gibt Menschen welche sich über "bei gleicher Eignung bevorzugt einzustellen"
aufregen und sich benachteiligt fühlen. Glaubt mir, die gibt es, ich hatte
schon mit solchen zu tun. Dazu sage ich dann immer nur zwei Dinge: Willst du
tauschen? Wirklich? Und wie sieht es in der Realität aus?
Damals wurde es zB mir noch direkt ins Gesicht gesagt, daß ich wegen der
Einschränkung den Job nicht bekommen werde. Es interessierte nicht welche
Einschränkung es ist und ob es überhaupt Auswirkungen auf den Job hat, sowas
wollten die nicht wissen. Man wurde sofort aussortiert, egal wie gut du vorher
warst.
Heute traut sich das niemand mehr, es offen zu sagen. Aber aussortiert wird
trotzdem. Das Stichwort "Behindert" reicht bei den meisten aus um die Schublade
der Vorurteile aufzureißen.
Ich werde Bilder von einem Dokument einstellen, welches damals vor meinem
Studium erstellt wurde. Für die welche sich fragen, warum es dieses Dokument
gibt, weil es nicht Standard war und ist: Es war wegen meiner Einschränkung.
Es war aber keine Sonderbehandlung, zumindest nicht im positivem Sinne, es
ging nicht darum einen extra Platz zu bekommen, also im Grunde als Geschenk.
Es war eher das Gegenteil.
Es gab Bedenken bezüglich meiner Fähigkeit ein solches Studium/Ausbildung
überhaupt schaffen zu können. Es ging dabei um die körperliche Fähigkeit
und die Belastbarkeit und meine Fähigkeiten. Man zweifelte daran.
Für mich war es positiv diesen zusätzlichen Test machen zu können. Denn
sie hatten mich damals nicht einfach aussortiert nur weil sie wegen meiner
körperlichen Einschränkungen bedenken hatten. Normale mussten diesen Test
nicht machen, stimmt. Ich musste eben zusätzlich zeigen, daß ich es kann.
Wie so oft muß man mehr machen und leisten um wie alle anderen behandelt
zu werden.
Trotzdem war es ok, sie gaben mir die Chance und ich ergriff sie.
Es kostete mich auch nichts, nur die Zeit und die Mühe.
Man könnte es auch so sehen, ich hatte mir diese Chance verdient, weil ich
wohl bei dem normalen Eignungstest gute Werte erreichte.
Ich schrieb schon mal, es war eine Herausforderung. Nicht nur, daß ich nicht
die Schulbildung hatte, welche andere hatten, ich war auch schon seit ein
paar Jahren aus der Schule heraus. Gut, die Berufsschule war damals über
zwei Jahre her. Ich hatte mich vorbereitet, alles noch mal aufgefrischt und
noch zusätzlich gelernt.
Ich hatte im Grunde nur die wirklich minimalste Voraussetzung um überhaupt
zu so einem Studium zugelassen zu werden. Die Schulabschlüsse, die Ausbildung
und die Berufserfahrung waren meine Qualifikation. Sicher kein Garant auch
aufgenommen zu werden.
Bevor ich zu dem Dokument komme, folgendes. Die Schule, dafür mussten wir
schon am Anfang kämpfen. Man wollte mich nicht auf die normale Grundschule
lassen, ich sollte "abgeschoben" werden. Im Grunde kämpfte meine Mutter an
der "Front" damit ich überhaupt die Chance bekomme in eine Schule gehen zu
können. Doch auch als kleines Kind bekommt man es mit, wie die Menschen da
über einen denken. Es ist nicht schön derart behandelt zu werden, wie
Ausschuss. Als die Chance da war lag es natürlich an mir meine Mutter nicht
zu enttäuschen und die Chance zu nutzen. Den Druck, dann auch die Leistung
zu bringen welche die anderen überzeugte, den hatte ich. Meine Mutter oder
andere konnten da auch nicht helfen, ich musste es tun. Viele denken immer,
Menschen wie ich werden bevorzugt behandelt, Mitleid und so. Nein, eben nicht.
Damals war mir nicht nur klar sondern es wurde auch gesagt und gezeigt, man
beobachtete mich ganz genau und bei dem geringsten Zweifel, ein Fehler von
mir, würde man es nutzen und mich von der Schule nehmen.
Ich zeigte es ihnen. Auch wenn sie mich kaum akzeptierten.
Dann der Wechsel von der Grundschule zur nächsten. Ich weiß noch, weil ich
enttäuscht war, daß man mich nicht auf die Realschule lassen wollte. Nicht
weil ich schlecht in der Schule war, sondern aus "sozialen Gesichtspunkten".
Dann gibt, oder gab, es zB die Befreiung vom Sportunterricht. Ich weiß jetzt
nicht wann genau die erfolgte, ich nahm bis zu den letzten Jahren am Sport
teil. Ich schaue jetzt auch nicht nach, ab wann es die Note bei mir nicht
mehr gab. Der Punkt war, es wurde benotet und ich hatte eben schlechte
Noten im Sport. In Hinblick zum Schulabschluss und dem Notenschnitt gab es
dann Diskussionen. Egal wie sehr ich mich auch angestrengt hätte, ich hätte
meine Note nicht verbessern können. Ich hätte zB nie den 100m-Lauf in guter
Zeit hinbekommen, ich war ja froh überhaupt das Ziel zu erreichen. "Sei froh,
daß du überhaupt laufen kannst" war mal eine Aussage eines Arztes, noch
Fragen? Es wurde dann bei einer Schulkonferenz, oder so, eingebracht. Die
Lehrer, die Ärzte und die Eltern, also meine Mutter, befürworteten die
Befreiung weil es sonst unfair mir gegenüber wäre. Ich weiß, es gab auch
andere welche nicht den Stempel "Behindert" hatten aber eben auch nicht
die Höchstleistungen für gute Noten erbringen konnten.
Aber die andere Seite davon, man gehörte nicht mehr dazu. Zumindest in
den Stunden nicht. Die gingen zum Sport und unterhielten sich auch mal
darüber was dort war. Und ich saß beim Hausmeister. So etwas ist nicht
gut für ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Ja, ich lernte den Hausmeister
besser kennen. Er schloss mir dann auch später mal den Computerraum auf
so das ich dort dann was machen konnte. Der letzte Schultag, wir wollten
die Nacht zum letzten Schultag hinter der Schule auf der Wiese verbringen.
Das war so eine Art Tradition. Im Jahr davor hatten die Abschlussklassen
aber Ärger gemacht. Die hatten wohl ihren ganzen Müll zurückgelassen.
Der Hausmeister sagte also Nein. Die schickten dann Ursula und mich um
den Hausmeister zu überreden. Er sagte dann Ja.
Ich wollte gar nicht dort über Nacht bleiben. Die Nacht ist nochmal so
eine Geschichte. Mein Bruder und so. Ich saß dann früh Morgens bei uns
zuhause mit einem Mädchen am Küchentisch. Wir haben nur gefrühstückt
und nicht "gefrühstückt". Die Brötchen für alle hatten wir mitgebracht.
Die Hintertür der Bäckerei, die backten damals selbst, kannte ja fast
jeder. Der Verkaufsladen war noch zu aber an der Hintertür wurden auch
Geschäfte gemacht.
Ich schloss die Hauptschule mit der 10B, also mit einem leicht höheren
Abschluss ab. Mit Qualifikation, wie es damals hieß. Ich schloss auch mit
einem sehr guten Notenschnitt von 1,8 ab.
Die höhere Handelsschule stand mir offen und das nutze ich dann auch. Eine
weitere kleine Erhöhung meines Abschlusses.
Die Ausbildung war ein Abenteuer für sich, nicht das was ich machen wollte
aber ich schloss auch mit guten Noten ab. Mein IHK-Dings hat die Note Zwei
vermerkt, mein Abschlusszeugnis der Berufsschule hatte nur Einsen und Zweien.
Dann fand ich eine Arbeit, welche mir die passende Berufserfahrung gab.
Als ich es dann dort mit dem Studium versuchen wollte, hatte ich keine große
Hoffnung. Mit meiner Qualifikation und meinem Werdegang hatte ich wohl kaum
eine Chance gegen alle die anderen.
Wer jetzt denkt, ich wurde aus Mitleid aufgenommen, der sollte sich das
Dokument ansehen. Sie hätten mich nicht genommen wenn ich nur Durchschnitt
gewesen wäre. Das klingt jetzt überheblich und voller Eigenlob, mag sein.
Aber ich hatte und habe das Dokument damals nicht geschrieben.
Hätte es keine positive Prognose für mich gegeben, sie hätten ihre Bedenken
bestätigt gesehen und einfach jemand anderen genommen.
Es ist auch lange her und es lässt sich nicht auf heute übertragen.
Ich wollte nur zeigen wie mein Weg so grob aussah.
Nichts ist selbstverständlich, auch nicht die Schulbildung oder irgendeine
Bevorzugung. Viele Menschen legen einem Steine in den Weg, auch weil sie nur
an ihre eigenen Vorteile denken.
Rücksicht und Mitleid ist selten und bringt niemandem voran.
Man muß mehr leisten und mehr Hürden überwinden. Und manchmal bekommt man
die Chance welche man kaum als erreichbar sah. Viele Menschen lehnen einen
ab und machen es einem schwer. Doch hier und da sind welche, welche ihren
Bedenken doch lieber erst weitere Informationen entgegen stellen wollen
bevor sie entscheiden.
Für mich war es damals die Chance, daß nicht einfach nach Aktenlage
aussortiert wurde. Ich machte die Eignungstests. Dann gab man mir die
Chance einer genaueren Testreihe. Zwei Tage dauerte es, inkl. praktischer
Projekte im Elektronikbereich. Theorie war Schwerpunkt aber das
Studium/Ausbildung war Praxisorientiert. Es war auf Elektronik ausgerichtet,
eben passend zum IT-Bereich wo man dann nicht nur Programme sondern auch
Schaltungen können sollte. Ich musste zB eine Schaltung auf einer
Lochrasterplatte aufbauen und mit nicht isolierten Drähten verdrahten, also
quasi die Leiterbahnen machen und zwar ohne Kurzschlüsse. Das ganze auch
verlöten. Gerade die Leiterbahnen ziehen war sehr interessant. Man musste
da wirklich immer genau überlegen. Hatte aber Spaß gemacht. Viel Zeit hatte
man dafür allerdings nicht.
Mathematik war natürlich ein wichtiger Bestandteil des Studiums. Der Bereich
war auf Physik und besonders Astrophysik ausgerichtet, aber auch die IT und
alles andere erforderten sehr gute mathematische Kenntnisse oder Fähigkeiten.
Komme ich nun zu dem Dokument, als ich es nach langer Zeit wieder sah
und las, musste ich ein bischen schmunzeln. Was die damals geschrieben
hatten und was eben vorher war, die hatten selbst gemerkt, es passte
nicht zusammen.
Ich schrieb oft, damals wechselte ich von dem Misthaufen in eine andere
Welt.
Es war wirklich so, als ob ich über eine Mauer oder Grenze gesprungen
wäre. Ich lies eine Welt zurück wo mich die Menschen alle schlecht
behandelten. Manche bewusst, andere evtl. weil sie es nicht anders kannten.
Ich wurde dafür kritisiert es mit dem Weg nach Bonn zu versuchen. Ich
würde es sowieso nicht schaffen und alles so etwas. Nichtmal meine
Mutter sah es positiv, ich würde dadurch nur mein Geld verlieren usw. .
Nun, es war mein Geld, dafür hatte ich harte Zeiten durchgemacht und auch
viel geleistet. Ja, das Studium hat viel gekostet. Ich hatte kein BAFÖG und
Hilfen wären wohl sowieso nur als Darlehen gewesen. Ich habe auch nicht
sparsam gelebt. Ich wollte MEIN Leben haben, ein Leben für mich. Ich wollte
nicht mehr das Leben führen welches andere für mich vorsahen. Ich wollte
nicht das Leben führen welches andere für mich als geeignet sahen. Ich
wollte mein Leben, ein Leben für mich und nicht von dem nur die anderen
profitieren. Es war mein Geld, hart erarbeitetes Geld, es war nicht ihres.
Deshalb hatte ich auch keine kleine Studentenbude, sondern eine normale
Wohnung, groß genug für zwei. Denn ich wollte mein Leben haben, so wie
ich leben wollte. Ob es den anderen gefiel interessierte mich da nicht
mehr. Ich ging nach Bonn.
Ich habe wieder viel geschrieben, ich wollte noch auf das Studium/Ausbildung
etwas eingehen und was danach kam. Aber ist ja eigentlich schon bekannt.
Mehr als drei Jahre und es waren keine leichten Jahre. Es wurde viel abverlangt.
Das Studium war auch anders, es war eine Mischung und man war weder Physiker
noch Mathematiker oder Informatiker. Man hatte von allem etwas aber eben
nichts spezialisiertes. Aber gerade das machte uns dann wohl danach so
gefragt. Leute welche in mehreren Gebieten zuhause sind. Die aus Berlin
traten an mich heran. Jaqueline fand auch sofort etwas besonderes. Viele
andere fanden sofort gute Jobs. Wir nahmen den "Seiteneingang" aber waren
dann die interessantesten auf der Party. Ist das jetzt übertrieben?
Das Thema soll die körperliche Einschränkung sein und wie man damit durchs
Leben geht. Vor Bonn war es ein sehr steiniger Weg, voller Hindernisse
und Menschen welche einem das Leben schwer machen. Freunde hatte man nicht
wirklich, weil alle nur auf ihre eigenen Vorteile schauen und mit "solchen"
kann man ja nichts anfangen. Menschen haben mir ihr wahres Gesicht gezeigt,
wie schlecht sie mit anderen Menschen umgehen, egal was sie anderen sonst
vorspielen.
In Bonn änderte sich das, auch dort gab es diese Menschen aber die
Voraussetzungen änderten sich. Wir waren damals evtl. nur eine Handvoll
aber wir hielten zusammen. "Kannst du auf einem Seil balancieren?", ich:
"Nein. Keine Chance.", jemand anderes an den vorherigen Fragesteller:
"Kannst du einen Meter über dem Boden auf einem Seil balancieren?", die
Person: "Nein, deswegen bin ich froh wenn wir wegen (Name) es nicht machen."
In Berlin sah man meine Situation, mit der körperlichen Einschränkung aber
trotzdem zu allem nötigem fähig, als gute Voraussetzung. Im Grunde das erste
mal in meinem Leben, daß es positiv angesehen wurde. Ja, man wollte es
(aus)nutzen, aber was ist schlimm daran es auch als Fähigkeit und etwas
positives zu sehen? Manche sind gut im Laufen oder haben andere Fähigkeiten
welche andere nicht haben. Zum ersten mal galt das, was alle als negativ
und abwertend ansahen, als positive Eigenschaft. Es war wohl auch der
Unterschied von Deutschland zu den USA. In Deutschland fragen sie dich:
Welche Papiere haben sie denn? In den USA: Die Papiere sehen gut aus aber
was können sie denn?
Nicht falsch verstehen, einen Rollstuhlfahrer oder so hätten die wohl auch
nicht genommen.
In Berlin, und USA und so, sahen die Menschen natürlich, daß ich anders war.
Aber ob jemand nun dunkle Hautfarbe, rote Haare oder eine dicke Nase hatte,
oder wo wir bei dick sind auch mehr Gewicht auf die Waage bringt, es war egal.
Jeder machte seinen Job, jeder war genauso viel wert wie die anderen. Jeder
war anders und das wurde so akzeptiert. Nicht jeder mag jeden aber das hatte
dann auch andere Gründe.
Bevorzugung gab es ... nicht wirklich. Ich schrieb im Blog, daß ich damals
öfter vor Ort eingesetzt wurde als evtl. andere. Der Grund war eben, daß mich
die Menschen anders wahrnahmen. Was nahmen die denn wahr? Das ich viel zu
hässlich war natürlich. Ich habe einen leicht anderen Gang. Ich ziehe kein
Bein nach oder so aber man könnte es als "unsicher" ansehen. Nun, ich habe
einen handwerklichen Beruf gelernt und auch sonst gehe ich usw. . Aber wenn
man genau hinsieht dann ist da eben so diese Nuance im Gang. Man nutze eben
dieses Schubladendenken und die Vorurteile der Menschen aus. Manchmal tat ich
so als wäre es sogar schlimmer als es eigentlich war. Ist das zB moralisch
verwerflich? Finde ich nicht, man will ja nicht das Mitleid der Menschen
sondern man nutzt deren Vorurteile über mich gegen sie selbst. Ich tarnte
mich im Grunde nur.
Vor Bonn schämte ich mich dafür, diese Einschränkung zu haben. Alle Menschen
zeigten es ja und behandelten mich danach. Und selbst die, wo man dachte sie
wären Freunde, zeigten dann wie egal ihnen die Freundschaft und ich war.
In Bonn gab es die ersten Veränderungen, was sich natürlich auch auf mein
eigenes Empfinden auswirkte.
In Berlin nutze ich es sogar und machte sogar manchmal Witze darüber. Es
verändert natürlich auch den Umgang der anderen Menschen mit einem. Die
Vorurteile hatten die trotzdem aber ich übernahm die Kontrolle und die
Führung und die konnten mich damit nicht mehr manipulieren oder abwerten.
Dumme Sprüche habe ich drauf, welche so manchen dann entwaffnet zurück lies.
Um dahin zu kommen dauerte es Jahre. Und diese Spirale ins positive Selbstbild,
um dann auch von den anderen anders wahrgenommen zu werden, musste auch erst
mal in Gang kommen und bleiben. Viele Menschen wollen nicht, daß man diese
Spirale hoch geht, denn sie wollen dich "unten" halten. Doch andere Menschen
kamen dann und hielten diese Spirale mit in Gang.
Viele sehen nur die Einschränkung, so klein sie auch sei.
Ich schrieb auch schon, ich tue Dinge oft auf meine eigene Weise. Die Weise
welche mir half. Wenn man zum Außenseiter gemacht wird sieht man manche Dinge
aus einem anderem Winkel oder eben von außerhalb. Einen Blick den viele wohl
nicht haben.
Ich weiche zB durchaus von Vorgaben ab und nehme eine andere Lösung oder einen
anderen Weg. Nicht alle finden es gut, wenn man aus der Reihe tanzt. Doch oft
zeigte sich die positive Seite meines Verhaltens.
In Berlin kannten mich irgendwann die Leute, auch die "höheren Herren" wussten
dann wer ich bin. Ich wurde öfter vor Ort eingesetzt und saß nicht ständig im
Büro. Man lernt dadurch die Leute kennen und man sieht sich öfter. Auch wurde
meine Arbeit und meine Art wie ich vorging öfter gelobt. Wohl weil ich dann
erfolgreich war.
Ich stand außerhalb der großen gesellschaftlichen Gruppen, ich wurde
weggeschoben und ignoriert. Dadurch lernt man sich alleine durch zu schlagen.
Man sieht und tut Dinge anders als es die breite Masse kennt. Lösungen für
Probleme finden, für Menschen wie mich gehört es zum überleben. Ob der Haushalt
oder der Weg durch die Stadt, für manche ist selbst der Einkauf eine
Herausforderung. Solche Menschen haben so etwas im alltäglichem Denken.
Doch niemand will diese Fähigkeit von ihnen nutzen.
Ich konnte sie nutzen. Ich stach dadurch aus der Masse hervor. Ich tat Dinge
wo andere keine Lösung sahen. In Berlin wurde das genutzt. Situationen, Dinge
und auch Menschen anders zu sehen als andere.
Ich machte es zum Beruf, die Analyse und Auswertung. Etwas sehen was andere
nicht sehen und Handlungen vorschlagen welche andere nicht in Betracht gezogen
hatten.
In Berlin, in der Stadt, bot mir dann später eine Firma einen Job an.
Eigentlich waren da mehrere Firmen. Früher ging man Klinken putzen um zB
einen Job oder eine Ausbildungsstelle zu bekommen, oder eine Praktikumsstelle.
Plötzlich kamen die Firmen zu dir, ein komisches Gefühl war es, so unwirklich.
Man bot mir ein sechsstelliges Gehalt und eine gute Position. Sicherlich nicht
die Regel, aber es war mein Weg.
Es war kein leichter Weg. Auch körperlich musste ich öfter an und über meine
Grenzen gehen. Starke Schmerzen, wochenlang, oder auch anderes. Die seelische
Last war auch oft enorm und nicht immer war es einfach, Kommentare oder anderes
einfach wegzustecken. Ängste mussten überwunden werden und das Selbstvertrauen
wollte oft einfach flüchten.
Vor Bonn gab es nur eine Person, an die ich mich zumindest erinnere, welche
in mir wohl dieses Potenzial sah. Er war nicht wie die anderen und sah in mir
nicht den Versager, der welcher ja nichts kann, weil er ja "defekt" ist. Welche
Karrierechance soll so jemand wie ich auch schon haben, so dachten wohl viele
damals. Helen sah in mir evtl. jemanden der es schaffen kann und sie wollte
wohl davon profitieren. Dann dachte sie wohl, daß ein "Normaler" bessere
Chancen hätte und tat was sie damals tat.
Ich glaube meine Mutter war Stolz auf mich, was ich alles erreicht hatte. Aber
ich glaube nicht, daß sie es mir zugetraut hatte und sie hatte mich auch nicht
dazu ermuntert.
So ein Leben ist sehr schwer und es kostet einem sehr viel Energie und viel
positives Denken. Ausgerechnet ich und positives Denken? Ja, ich bin
optimistischer Realist. Hoffe das beste aber erwarte das schlimmste, mein
Spruch. Ja: Es sind immer die dümmsten welche glauben sie seien die schlauesten,
der Spruch passt leider auch sehr oft.
Da sind die Bilder von mir als Kind, immer fröhlich, so positiv.
Dann lernte ich Freni kennen. Sicher war ich nicht mehr der Mensch der ich
zB 10 Jahre davor war. Bonn und Berlin waren ca 7 Jahre, eine Zeit welche
einen veränderte. Während Berlin war ich für ca 10 Wochen in den USA und auch,
meist kurz, in anderen Ländern. Dann, privat, war ich auch für ca 10 Wochen in
Australien. Dann die 6 Wochen in Südkorea, eigentlich war es zu kurz. Das mit
Eunjoo, es war sicherlich auch etwas. Sie nahm mich so wie ich war. Sie suchte
nicht die kleinen negativen Dinge sondern sah mich so wie ich war, als Ganzes.
Es klingt jetzt blöde und kann auch falsch verstanden werden aber: Vom
Selbstwert her, vom Gefühl her, war ich dank Eunjoo ein normaler und richtiger
Mann. Es ist evtl. nicht leicht zu verstehen, aber in Südkorea war ich einfach
ich. Niemand, besonders Eunjoo, hat es interessiert, ob ich "etwas habe" womit
man mich abwerten kann. Sie akzeptierten mich so, wie ich war.
Das Unternehmen startete dann damals auch.
Als ich Freni kennenlernte fiel mir vieles leichter. Auch wenn es am Anfang mit
uns kompliziert wurde. Meine körperliche Einschränkung interessierte sie nicht.
Man würde es ja auch kaum bemerken. Ich konnte sie zwar nicht über die
Türschwelle tragen aber ansonsten war alles normal zwischen uns. Ich brauchte
keine Pflegekraft, wie manche Frauen dann immer bei Männern wie mir meinen.
Ich konnte meiner Familie alles bieten. Freni hätte nicht arbeiten müssen aber
sie wollte trotzdem. Damals gab es auch kaum jemanden der mich abwerten wollte
weil ich die Einschränkung hatte. Das ich als erfolgreich galt war sicher ein
Grund dafür. Ich war für alle, so wie ich war, normal. Auch wenn es Dinge gab
die mir nicht leicht fielen so kam dann trotzdem niemand angerannt. Die wussten
das ich es mache und es war normal so wie ich es machte. Es wurde auch mal
darüber gelacht, es war in Ordnung und nie verletzend. Ich konnte alles, ob im
Haus, im Haushalt oder dem Garten, ich war wie alle anderen auch, wenn man mich
lies.
Das Dokument, welches ich zeigen möchte, ist wohl eines der wichtigsten in
meinem Leben. Auch wenn es mir nie klar war und es so unscheinbar war, ohne
dies wäre ich wohl für immer in dem Misthaufen mit den ganzen schlechten
Menschen hängen geblieben.
Gerade als ich diesen Text schreibe wird mir klar, ohne dieses Dokument, oder
wenn die damals zu einem anderen Ergebnis gekommen wären, hätte es alles was
ich eben geschrieben habe nie gegeben. Mein Leben, mein Weg, es hätte ihn
nicht gegeben. Aber es ist doch noch mehr.
Als ich das Dokument in meinem Archiv sah, dachte ich nur: Ein guter Aufhänger
für die Geschichte wie es mir erging.
Doch es zeigt auch, die anderen hatten mich als dumm eingestuft und es dann
so erzwungen. Schon als Kind wurde ich so behandelt. Man wollte mich nicht
auf eine normale Schule lassen, warum nicht? Ich war nicht dumm, ich saß
nicht im Rollstuhl oder brauchte Betreuung. Also warum? Sie wollten mich
nicht in ihrer Welt haben, deswegen. Deswegen sollte ich dumm sein, weil die
es so wollten. Ich sollte nicht die Möglichkeiten haben welche sie den anderen
gaben, deswegen. Ich sollte das sein, was die wollten das ich bin, deswegen.
Meine Zukunft interessierte die nicht, nur die Zukunft der anderen, denn die
waren es ja wert, deswegen.
Als Kind, als Jugendlicher, als Erwachsener, du kannst leisten und tun was du
willst, du kannst netter sein, du kannst mehr leisten, es interessiert die
nicht, die wollen nur, daß du deren Bild von dir entsprichst, deswegen.
Sie belügen dich, sie betrügen dich, sie nutzen dich aus, weil du ja nicht
dazu gehörst haben sie auch kein schlechtes Gewissen deswegen. Im Gegenteil,
sie geben dir die Schuld und alle stimmen dem zu, weil sie wollen, daß es
so ist. Deswegen. Leute sagten dir, daß sie deine Freunde sind und lachen dich
hinter deinem Rücken aus. Sie benutzen dich nur, wenn es ihnen schlecht geht
und du ihnen zuhörst und ihnen gut zuredest und ihnen hilfst, es hat für die
keine Bedeutung. Du bist für sie da, wenn sie jemanden brauchen, es hat für
sie keine Bedeutung. Du hilfst ihnen zB beim Umzug, gibst ihnen Geld, welches
du nicht zurück bekommst, es hat für die keine Bedeutung. Aus deren Sicht
können sie mit dir alles machen, denn du gehörst ja nicht dazu. Du sollst dann
dankbar sein und ihr Sklave, weil sie sich ja herabgelassen haben dich
auszunutzen. Wenn du mal gute Wort brauchst, sind sie nicht da. Wenn du Hilfe
brauchst lassen die dich hängen, haben nicht mal eine Minute für ein Telefonat.
Sie haben keine Freundschaft für dich weil sie denken, daß du es nicht wert
bist. Andere ja aber du nicht. Warum? Weil du nicht dazugehörst und sie mit
dir machen können was sie wollen, deshalb wollen sie dich in der Rolle, die
sie für dich vorgesehen haben, zwängen. Du sollst immer nur liefern, für ihr
Glück und Wohlergehen da sein. Umgekehrt werden sie nichts dergleichen für
dich haben. Du bist es nicht wert glücklich zu sein, du bist es ihnen nicht
wert das sie sich um dein Wohlergehen sorgen.
Deshalb drücken sie dich nach unten. Trampeln auf dir herum und reißen Stücke
aus dir heraus.
Wenn du das Spiel nicht mitmachen willst, dann bestrafen sie dich. Die "gute
Freundin" will dir zeigen, daß du es nicht wert bist das sie dich auch nur
wahrnimmt. Freundschaft, so etwas interessiert solche Leute nicht. In ihrer
Sichtweise hast du nicht den nötigen Wert um auch nur beachtet zu werden.
Für die bist du nur ein Putzlappen, welche sie benutzen und dann, ohne darüber
nachzudenken, einfach wegwerfen. Du bist ja nicht wie sie, also brauchen sie
auch keine Rücksicht nehmen. Bei anderen würden sie sich die Mühe machen, aber
nicht für jemanden wie dich.
Bonn war für mich die Chance welche ich mir nahm weil sie mir niemand vorher
geben wollte. Trotzdem ging ich mit Tränen und Traurigkeit und voller
Enttäuschung nach Bonn. Diese Menschen damals hatten mir zugesetzt. Sagten,
sie seien meine Freunde. Sie hatten mich ausgesaugt und auf mir herumgetrampelt
nur damit es ihnen besser ging. Niemand, wirklich niemand von denen nahm
Rücksicht auf mich, niemand von ihnen hatte auch nur mal gute Worte für mich.
Erwarten, fordern und nehmen, daß war alles was sie wollten. Wie es mir ging
war denen egal. Was sie mir angetan haben, wie sie mich behandelt haben, es
war ihnen egal. Sie waren alle sch...., sie haben mich sch.... behandelt und
sie haben "Freundachaft" in die Sch... geführt. Deshalb bilden sie den
Misthaufen von damals. Egal wie sehr sie sich schminken und eine Maske
aufsetzen, egal wie viel Parfüm sie benutzen, hinter der Maske, hinter der
Fassade sind sie hässliche und stinkende Kreaturen. Denn so haben sie sich
damals verhalten. Egoistisch, rücksichtslos, emotionslos, so zeigten die sich.
Für andere spielen die eine Rolle, für Menschen wie mich geben sie sich nicht
die Mühe, ich sah ihre wahre Gestalt. Und die war hässlich.
Du kannst dir noch so sehr die Nägel und Haare machen, du kannst dich noch so
sehr schminken und die teuren Klamotten kaufen, deine hässliche Seele kannst
du nicht verbergen.
Was hatte ich getan, daß man mich so behandelte?
ZB sorgte meine "gute Freundin" dafür, daß ich wirklich Angst um sie hatte.
Im Gegensatz zu ihr war sie mir nicht egal. Nichtmal eine Minute um mich
anzurufen. Ich war immer für sie da, wenn sie mich brauchte. Ist es wirklich
zu viel verlangt auch mal berücksichtigt zu werden? Das auch einmal auch
Rücksicht auf einen genommen wird? Was bedeutet Freundschaft? Immer nur
geben aber nie auch mal eine Entschuldigung bekommen? Dann noch als der
welcher ihr schlechte Laune macht hingestellt zu werden weil sie sich jeder
wirklichen ernsten Aussprache verweigerte? Sie hat dann die Freundschaft,
ihre Freunde, "verkauft" um ihre soziale Anerkennung zu steigern und ihr
schönes Leben zu bekommen welches sie ja haben wollte. Alles andere war ihr
egal. Es ging nicht darum, daß sie verzichten sollte, sie hätte einfach nur
mal zuhören sollen, einmal nur auch an andere, an ihren Freund, denken sollen.
Aber rücksichtslose Egoisten können das nicht. Sie fügen anderen Leid zu und
es ist ihnen egal. Sie wollte nichtmal wissen, was los war. Sie wusste, sie
hätte mir gegenüber zugeben müssen, daß sie mich sch... behandelt hatte.
Dazu wollte sie sich nicht herablassen.
Die Narben, welche sie mir damals zugefügt hatte, die gehen niemals weg.
Und es freut sie auch noch, andere wegen ihr leiden zu sehen. Aber ich leide
nicht mehr. Ein anderes Thema, aber jetzt mit Ivie ist das Leben so leicht,
so geradlinig in die Zukunft. Auch "fester" als noch im letzten Jahr. Ja,
das gibt es auch.
Was war mit den anderen? Ich war für die da, half ihnen, gab ihnen Geld.
Bei einem Umzug half ich, auch wenn ich keine Waschmaschine die Treppe
hoch schleppen kann, so half ich wie ich konnte. Ich stellte den LKW mit
Hebebühne zur Verfügung und fuhr ihn auch. Ich half und stand nicht in der
Ecke herum. Ich gab ihnen Geld, welches ich nicht wiedersah. Wir hatten
oft geredet und ich habe oft einen ausgetan und eingeladen. Evtl. wollte
ich so ihre Anerkennung gewinnen. Ich zog aus und ging nach Bonn. Ich fragte
sie, ob sie mir am letzten Tag beim ausräumen der letzten Teile helfen würden.
Sie sagten sofort zu. Die halbe Wohnung war schon leer, es hätte nicht lange
gedauert. Ich besorgte Getränke und Brötchen und so weiter. Sie kamen nicht.
Sie gaben nichtmal Bescheid. So wie TC, nichtmal eine Minute für ein Telefonat.
Ich war es ihnen nicht wert, allen beide nicht. Ich machte es dann alleine, ich
hatte keine andere Wahl, die Wohnung musste an dem Tag leer werden.
Niemand meldete sich, keine Erklärungen, keine Abschiedsworte, nichts.
Die zwei wurden an dem Abend auf einer Party gesehen, also krank waren sie
nicht.
Die haben wohl alle nur über mich gelacht. Ich gehörte eben nie dazu.
Auf mir konnte man ja herumtrampeln ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.
Soll ich noch mit den Zweien mit der Firma anfangen? Die brauchten ein
Opfer um ihr Geld aus der Firma ziehen zu können welche die selbst Richtung
Konkurs gewirtschaftet hatten. Sie hatten mich reingelegt. Jeder hätte
sofort gesagt, es wäre meine Schuld gewesen wenn die Firma in Konkurs geht.
Warum? Weil sie mich als den Behinderten hinstellen konnten. Behindert ist
ja gleich geistig Minderbemittelt, so denken die Leute. Also hätte jeder
sofort in die Richtung gedacht.
Ich hatte den Spies umgedreht, die Firma ging nicht pleite und durch den
Verkauf hatte ich sehr viel Geld zur Verfügung. Dadurch konnte ich diesen
Misthaufen, welche diese ganzen besch.... stinkenden Menschen von damals
bildeten, verlassen. Ich sprang über die Mauer und lies sie zurück.
Meine Seele war damals mehr als nur verletzt. Sie war zerfleddert, die Leute
haben sich Stücke davon herausgerissen. Als ich meine endgültige Fahrt nach
Bonn antrat hatte ich geheult. Nicht weil ich dem nachtrauerte, ich war
fertig. Ich hatte den ganzen Tag nichts gegessen, hatte die Wohnung alleine
leergeräumt. Aber das war es nicht. Nochmal diese Behandlung, hängen gelassen
zu werden, niemand meldete sich. Nichtmal Worte wie "machs gut", oder so, hatte
jemand für mich. Nicht nur, daß sie mich ignorierten, sie zeigten nochmal wie
sch... die mich behandelten. Warum? Evtl. habe ich nicht immer alles richtig
gemacht aber ich habe mich immer bemüht. Ich war da und habe geholfen, habe
zugehört und hatte immer gute Worte übrig. Ich habe Geld geliehen, ohne etwas
dafür haben zu wollen. Ich habe sogar Material aus der Firma damals "abgezweigt"
und damit Leuten bei ihrem Hausbau geholfen.
Ich habe Arbeiten für sie ausgeführt ohne etwas dafür haben zu wollen oder
bekommen zu haben. Es war ok, es waren Freundschaftsdienste, so glaubte ich.
Was hatte ich falsch gemacht?
Es ging nicht darum was man tat, es ging nur darum was man war.
Auf der Fahrt nach Bonn hielt ich auf einem Parkplatz an der Autobahn an.
Es war bereits Abend. Ich aß meine Brötchen.
Wenn die Seele stirbt, weil so viele Leute immer wieder auf sie eingestochen
haben, dann will der Körper ihr folgen.
Man hatte so eine Leere in sich, man fühlte gar nichts mehr. Es wäre so
einfach gewesen. Auf die Autobahn laufen oder von einer der hohen Brücken
springen. Es hätte niemandem interessiert. Die Menschen hatten mir klar
gezeigt, denen kümmert es einen sch... wie es mir geht. Niemandem, wirklich
niemandem, bedeutet ich irgendetwas. "Wir sind Freunde", "Ich bin für andere
da", "Ich helfe gerne", es waren alles nur Lügen, Schauspiel für die Masse,
aber nie ernst gemeint. Für die Menschen ist alles nur ein Geschäft,
Freundschaft, Liebe oder irgendetwas, es muß für die immer einen Mehrwert
für sie persönlich haben, die anderen sind denen egal, egal was sie sagen.
Ihre Handlungen zeigen, ihre Worte sind ohne Bedeutung.
Für die ist alles nur ein Geschäft und in deren Sicht war ich es eben nicht
wert auch mal als Freund behandelt zu werden.
Sie behandelten mich alle sch..., ohne Emotionen, ohne Rücksicht. Was hatte
ich zu erwarten. Die Leute von damals, die mir alle das Leid zugefügt hatten,
sie hätten fast gewonnen. Sie wären sicherlich Stolz auf sich gewesen, wenn
sie meine Todesanzeige gelesen hätten.
Tut mir leid, daß ihr da noch länger darauf warten müsst.
Tut mir auch leid, daß es wieder in diese Richtung abgedriftet ist. Aber es
ging um meine Erfahrungen damals und das mich dieser Misthaufen, also die
Leute damals, mich fast in den Tod getrieben hatte. Warum? Ja, warum.
Evtl. hätten sie mir einen anderen Wert zugeschrieben, wenn ich nicht behindert
gewesen wäre. Dann hätten sie sich mehr Mühe gegeben und einer Freundschaft
mit mir auch einen Wert beigemessen, so wie bei anderen? Aber so sahen sie
in mir nur eine Ressource, welche sie ausquetschen und dann wegschmeißen
können. Für sie war ich es eben nicht wert beachtet zu werden. Egal wie sehr
ich mich bemühte, egal wie sehr ich für sie da war, es hatte für diese
"Leute" keine Bedeutung, weil sie nicht wollten, daß es eine Bedeutung hat.
Übrigens, keiner, nicht eine einzige Person von damals, hat sich bis heute
getraut mir zB mal "Hi, wie gehts" zu sagen. Niemand von denen hat mal
positive Worte an mich gerichtet. Die sind alle zu feige. Zuzugeben, daß
sie sich geirrt haben. Kein "Oh, du hast es ja geschafft, hatte ich mich
wohl geirrt". Oder vielleicht sogar zugeben, daß sie mich schlecht behandelt
haben. Keiner von denen. Es ist und bleibt eben ein erbärmlicher, stinkender
Misthaufen.
Ich fuhr nach Bonn, wenn ich eine Eigenschaft habe, dann: Nicht aufzugeben.
Ja, mein Führerschein. Ein Jahr musste ich dafür kämpfen, mehrere Gutachten
vorlegen welche alle sagten, daß ich es kann. Teilweise musste ich die sogar
doppelt vorlegen, also noch mal neu machen, nur damit die dann zu der
Entscheidung kamen, daß der Prüfer entscheiden solle ob ich fahren kann
oder nicht. Was macht der eigentlich sonst bei einer Prüfung? Sich
herumkutschieren lassen um das Taxigeld zu sparen?
Ja, der Führerschein war wichtig. Ohne die Mobilität und Unabhängigkeit
durch ein Auto wäre es wohl auch anders abgelaufen.
Solche Steine hatte man immer wieder im Weg liegen.
Das Leben selbst setzt einem schon zu, was für andere normal ist ist für
Menschen wie mich eine Herausforderung. Der Körper funktioniert nicht und
der Geist versucht trotzdem zu (über)leben. Dann die anderen Menschen und
die Gesellschaft. Mitleid haben die nur solange wie sie sich dadurch als
guter Mensch fühlen können. Sobald es um ihr Wohlergehen und Komfort geht
ist es damit ganz schnell vorbei. Hilfe, wenn man damit Geld verdienen kann.
Menschen welche es besser wissen als die Betroffenen, solche Menschen haben
keine Ahnung vom Leben, der Gesellschaft, der Arbeitswelt und den Menschen
an sich. Aber eine Meinung haben sie, und die ist für die natürlich mehr
wert als alles andere.
Und alle die glauben, daß es Menschen mit Einschränkungen doch gut geht weil
sie Vorteile bekommen und das alles: Man seid ihr Dumm! Wollt ihr tauschen?
Nicht nur mal für Momente sondern euer Leben lang? Wollt ihr sicherlich nicht.
Wenn ihr meint, euer Leben sei schwer und ihr hattet so viel zu kämpfen usw.,
nehmt alles was ihr nennt mal zwei, oder doch noch mehr, und dann denkt nochmal
darüber nach. Bloß weil man Einschränkungen hat oder im Rollstuhl sitzt oder
ähnliches wird das Leben eben nicht einfacher sondern nur noch schwerer als
für die normalen. Alle Lasten welche das Leben bereit hält gelten zusätzlich
auch für uns, die Menschen mit Behinderung. Das alles kommt noch zusätzlich
oben drauf. Wer trägt mehr Last? Wer muß mehr leisten? Wer wird dann trotzdem
nicht als gleichwertig angesehen?
Mitleid hilft nicht. Akzeptanz und die Schubladen des Schubladendenkens einfach
zu zulassen würde helfen. Ist euch körperliches wirklich so viel mehr wert als
der Mensch?
Es war jetzt alles sehr auf einen Zeitraum fixiert. Weil es dort alles so
negativ war und ich darüber herziehen konnte? Natürlich, aber es war auch
eine wichtige Zeit. Ohne diese "Kleinigkeit" wie das Dokument, und das ich
damals die Möglichkeit bekam, wäre mein Leben einfach so weitergegangen.
Und ich glaube nicht, daß ich dem Misthaufen damals noch lange etwas
entgegenzusetzen gehabt hätte. Irgendwann ist man fertig, irgendwann haben
diese Kreaturen es geschafft einem alles zu nehmen. Ich würde heute sicherlich
nicht mehr leben. Klingt schrecklich?
In Deutschland gibt es keine Studien zu Suizidalität von Menschen mit
Behinderung. In anderen Ländern schon, ja, warum wohl. Die Suizidrate ist
weit höher als bei "Normalen". Gerade auch mit dem Alter steigt die Rate.
Die Last, welche man zu tragen hat, sie zerdrückt einen. Die Last, die ihr
solchen Menschen wie uns aufbürdet, die tötet sogar.
Damals gab es Menschen welche "helfen" wollten. Warum? Weil sie gutes tun
wollten und wollten, daß es mir besser geht? Hmmm, sie wollen helfen, oft
drängen sie sich einem auf. Wenn man sagt, so wird es nicht gehen, dann
widersprechen sie dir. Dir geht es ja schlecht also hast du keine Ahnung
und du solltest nur auf die anderen hören, die wissen wie es geht. Nein,
die wollen nur das tun, was sie können. Doch die haben keine Ahnung von
so einem Leben. Die "helfen" dann, und es geht schief, ich hatte recht,
denn ich hatte die Erfahrung. Und die Leute welche ja helfen wollten sind
weg. Man bleibt dann mit dem, von denen verursachten, Scherbenhaufen zurück.
Statt Hilfe und Unterstützung bekommt man nur noch mehr Last aufgebürgt.
Den Leuten interessiert es nicht, die lassen es so zurück. Sie wollten
ja nur helfen und sie sind doch die guten. Warum lassen sie einem dann
mit ihrem Scherbenhaufen, dem Leben, zurück? Weil es denen nicht um den
Menschen geht, nicht darum, daß es ihm wirklich besser geht. Die wollen
sich nur selbst auf die Schulter klopfen und sich als guter und besserer
Mensch fühlen können. Der Mensch, den sie mit dem verursachten Schaden
zurück lassen, der ist denen egal. Es wurde ja später nichtmal nachgefragt.
Ein Mensch mit Einschränkungen, ein perfektes "Opfer" um geholfen zu
werden. Ich habe so etwas zweimal erlebt, natürlich möchte man auch mal
Hilfe. Aber jedes mal das selbe, und man bleibt mit noch mehr "Schaden" im
Leben alleine zurück. Irgendwann hat man dann genug und will dann keine
"Hilfe" mehr und die sollen einen einfach nur in Ruhe lassen. Und dann
gilt man als der negative, welcher mürrisch und abweisend ist obwohl die
doch nur helfen wollen. Nein, ich habe nur die Erfahrung mit euch und
habe daraus gelernt. Ich habe keine Lust mehr euren Dreck wieder weg
räumen zu müssen nur weil ihr euch gut fühlen wollt.
Freni war wirklich anders als die anderen. Sie hatte andere Ansichten
über das Leben, das Miteinander und auch Beziehungen. Sie hatte Probleme
mit Männern? Nein, die Männer hatten Probleme. Sie war nicht so leicht
zu beeindrucken und erst recht nicht leicht zu haben. Extreme, wenn ihr
ein Mann dumm kam oder sie bedrängte, machte sie kurzen Prozess. Aber
dem "richtigem" Mann war sie treu und verbunden.
Sie gab mir eine Chance, sie hörte mir zu und sah mich an. Ich glaube ich
kann sagen: Wir wurden zusammen glücklich.
Es gab auch damals Menschen welche Vorurteile hatten. Manche fühlten sich
wohl dadurch überlegen, körperlich und geistig. Nicht wenige haben es
bereut. Die Leute unterschätzen mich, haben nur ihre Vorurteile im Kopf.
Schon vor langer Zeit, in Berlin, sagte man mir: Ich sei wie ein Raubtier,
welches leise im Hintergrund umherschleicht und alles beobachtet um dann
im richtigem Moment hervorzuspringen und alle zu überraschen.
Wenn sich die Menschen so verhalten, mit ihren Vorurteilen und so, dann
nützt es mir manchmal. Aber ich zwinge sie ja nicht dazu, sich so zu
verhalten. Wenn sich das Schaf, in dem Gedanken überlegen zu sein, sich
direkt vors Maul des Löwen legt und mit dessen Zähnen herumspielt, sollte
es sich nicht beschweren wenn der Löwe dann zubeißt.
Freni bekam das ja manchmal mit, wie mich manche, nicht alle, behandelten.
Sie wusste, daß ich kein rücksichtsloser und egoistischer Typ bin. Und wenn
ich mal hart war und Leute anging, dann wusste sie, daß die Leute es
provozierten. Sie selbst war auch so, manchmal erschien sie so hart und wie
jemand der über Leichen gehen würde. Wenn sie so war, dann weil man ihr keine
Wahl lies denn so war sie nicht.
Als ich mit meinem Engel zusammen war hatten die Leute wohl auch einen anderen
Blick auf uns. Sicher auch, weil ich jetzt ein anderer war und in einer Welt
lebte in der es ... nunja, Menschen mit Geld und so weiter. Es zählte eben
etwas anderes. Zudem war das soziale Miteinander ausgeprägter. Man musste
sich nicht mögen aber man akzeptierte sich. Die Leute sahen ja, daß ich alles
hatte, so wie die auch.
Einige wenige sprangen sofort darauf an, wenn sie mitbekamen das bei mir etwas
anders ist. Um sich selbst zu erhöhen und sich besser fühlen zu können machen
sie dann andere nieder, oder versuchen es zumindest. Manchmal musste ich aber
nicht selbst aktiv werden. Es war eine Veranstaltung und Freni und ich waren
schon ein paar Jahre verheiratet. Es waren Leute dabei, welche uns kannten.
Irgend so ein Typ., etwas älter und korpulent, sprach meinen Engel an: Ihr
Begleiter, also ich, hätte ja wohl etwas an den Beinen und ob er ihr nicht
einen Tanz spendieren könne. Ich holte schon Luft und unterm Tisch legte mein
Engel ihre Hand auf meine. Sie gab ihm Konter und das ist etwas, was man ihr
nicht zutraute aber die konnte Leute fertigmachen. Sie nahm dann auch keine
Rücksicht auf die Gefühle von so einem Typen. Nun, sie nahm mich nicht in
Schutz, sie wusste, ich kann mich selbst verteidigen und Leute fertigmachen
konnte ich auch. Aber wenn sie es machte, machte es mir mehr Spaß. Als mein
Engel fertig war, holte ich wieder Luft um dann selbst was dazu zu sagen.
Dann fingen die anderen an, was dem Typen eigentlich einfiele und er sei
wohl so ein versoffener Typ und so etwas. Ich saß da und genoss das alles.
Als der Typ zu mir schaute hatte ich wohl ein Lächeln im Gesicht und zuckte
nur mit den Schultern, was hätte ich noch dazu sagen sollen. Als er gehen
wollte, er sagte nichts mehr und zog so ein Gesicht, sagte ich dann doch
noch etwas: Manche haben vielleicht was an den Beinen aber andere sicher
was am Kopf. Ehrlich, als er mich dann ansah hatte ich etwas Mitleid mit
ihm. Er wurde fertig gemacht und das wusste er dann auch.
Ich könnte jetzt sagen, wie alt ich damals war um zu zeigen wie lange es
gedauert hatte, damit es so wird. Aber jeder ist anders, jeder geht seinen
eigenen Weg und jeder wird es früher oder später schaffen.
Zudem muß man die richtigen Menschen treffen. Vor Bonn waren es die
falschen, eher wie dieser Typ damals. Später kamen dann die anderen in
mein Leben.
Nein, Jaqueline habe ich nicht vergessen. Ach, sie merkte wohl schon
früh, auf mich musste sie keine Rücksicht nehmen. Wie gesagt, manchmal
nahm man es mit Humor ohne das es verletzend wirkte. Sie: "Steigen wir auf
den Berg.", "Nehmen wir den Hubschrauber!", "Wenn Gott gewollte hätte, daß
wir dort hoch fliegen und nicht gehen, dann hätte er dir Flügel gegeben.",
"Er gab uns Hubschrauber, also?", "Er gab uns auch Zelte und Schlafsäcke,
falls der Weg länger dauert.", "Ist nicht dein ernst?", "Komm, ich trage
dich auch, wenn du nicht mehr kannst.", "Alleine das zu sehen wäre es wert.",
"Als Gentleman wirst du mein Angebot jawohl ablehnen!", "Wie kommst du denn
jetzt darauf?!". Ja gut, es war kein "Berg" aber es ging schon weit hoch.
Andere Leute überholten uns schon mal, Jaqueline: "Immer diese Bergraser,
wird hier auch geblitzt?". Runter geht es einfacher? Nein. Aber ich konnte
und kann. Sie hatte ja recht, nicht immer anstrengendes und unbequemes
vermeiden. Ich glaube es waren zwei Stunden, hin und zurück. Oh ja, mein
T-Shirt. Ich: "Jetzt habe ich mein Shirt durchgeschwitzt.", "Dann ziehe es
doch aus.", "Sag mal, fängst du an zu sabbern?", "Nein, du hast ja dein
T-Shirt noch nicht ausgezogen.", "Also mir tun die Füße weh aber ich glaube
du hast einen Sonnenstich.", "Soll ich mein T-Shirt auch ausziehen?",
"Klar!", ach, ihr kennt ja den Stinkefinger.
Mein Engel nahm es auch oft mit Humor. Es machte auch nichts, wenn sie
Sprüche los lies. ZB dies "denk daran, ich kann schneller laufen als du",
wie oft sie es nutzte, mal als Warnung und mal aus Spaß.
Die andere Seite: "Erzähl jetzt nicht es würde dir zu schwer fallen. Ich
weiß, daß du es kannst. Soll ich dir erst in den Hintern treten?!". Den
Rest lasse ich weg, "nicht vor dem Kind, warte bis heute Nacht".
Aber sich hinter einer Behinderung zu verstecken funktioniert nicht mit
Menschen die dich kennen. Wieder ein Vorteil weniger.
Wenn die Menschen Witze über so etwas machen, dann kommt es immer auf
den Zusammenhang und die Intention dahinter an. Je nachdem ist es beleidigend
oder einfach witzig.
"Du hast was an den Beinen? Aber du gehst doch. Ansonsten könntest du doch
auf den Händen gehen. Wäre doch möglich?", "Hast du schon mal Socken und
Schuhe für Hände gesehen?", "Ja, nennt sich Handschuhe!", "Ähm, dazu fällt
mir jetzt auch nichts ein. Vielleicht sollte ich es mal üben.". Und ja,
da wurde gelacht, warum auch nicht.
Ivie, auch sie kennt mich ja nun. Auch sie sieht keine Probleme damit.
Weil es keine gibt? Doch, aber es ist nicht so wie sich manche so etwas
vorstellen. ZB Wandern im Teuto, Baumwurzeln, Unebenheiten, es geht hoch
und runter, daß sind erhöhte Anforderungen für mich. Die Koordination,
Sensomotorik und Muskelakkutatoren sind bei mir geschwächt. Ich muß also
aufmerksamer sein und manches geht dann langsamer. Nicht im Schneckentempo
aber so wie andere zB hoch sprinten kann ich nicht. Und manchmal liege ich
dann auf dem Boden, allerdings selten, alle paar Monate mal. Der Witz dabei
ist, ich stehe sofort wieder auf und mache weiter. Das war jetzt nicht
bildlich als Lebensweisheit gedacht sondern im wahrsten Sinne der Wortes.
Die Hose wird dann schon mal dreckig. Ich hatte das mit dem T-Shirt, daß mit
der Hose im Auto lasse ich. Ich lebe mit Ivie zusammen also alles in Ordnung.
Nicht das jetzt jemand die Sittenpolizei ruft.
Und ja, im Bett geht es auch.
Letztes Jahr war es natürlich zuerst so eine Sache. Das Eis musste erst
brechen, was Ivie übernahm. Als sie das erste mal bei mir blieb, sind wir
ja nicht sofort übereinander hergefallen. Nein, erst in der zweiten. Aber
ich weiß noch wie sie so etwas sagte wie: Du siehst ja besser aus als man
denken könnte. Die Hemmungen, oder Angst, daß sie enttäuscht sein könnte,
die war unbegründet.
Nun, ich bin falsch abgebogen. Ja, Sex kann man auch haben. Und bei uns ist
es wohl so, Ivie wird mich sicher berichtigen wenn ich es falsch sehe, daß
es passt und erfüllend und schön ist. Wir haben nicht täglich aber doch
öfter. Sie ist mit meinem Körper und alles zufrieden und alles andere spielt
keine Rolle. Der Alltag ist wie bei allen anderen auch. Müll weg bringen,
Garten machen, Küche neu streichen, nein Küche ist noch völlig in Ordnung,
wir spritzen ja auch das Ketchup nicht durch die Gegend.
OK, auf der Leiter stehen. Ich nehme gerne längere Leitern, weil ich dann
noch oben Griffmöglichkeiten habe. Frei stehen möchte ich in der Höhe nicht.
Das wäre mir zu unsicher. Ich werde nicht zugeben, daß ich leichte Höhenangst
habe. Nein, werde ich nicht.
So, "behindert ist man nicht, behindert wird man", diesen Spruch gibt es.
Er fasst wirklich vieles zusammen. Es ist kein Spruch, es ist die Beschreibung
des Lebens und des sozialen Miteinanders wenn man eine Einschränkung hat.
Die Einschränkung ist natürlich vorhanden, die kann man auch nicht weg bekommen
indem man sie einfach nur ignoriert. Aber der Umgang damit ist oft das größere
Problem. Wie die Betroffenen damit umgehen können hängt eben auch von den
Menschen in ihrem Umfeld ab.
Es ist lange her und ich hatte sie nur mal so gesehen, getroffen klingt so
nach Verabredung. Sie saß im Rollstuhl, schon seit längerem. Ihr Vater fragte
mich, ob ich ihnen nicht bei Problemen mit dem Computer und dem Internet
helfen könnte. War so typisch, man kennt sich damit aus, die Leute wissen es
und man wird ständig gefragt. Ich machte es aber meist gerne, ohne Bezahlung.
Das seine Tochter im Rollstuhl sitzt wusste ich nicht. Die Situation war
dann etwas anders. Ich hatte keine genaue Uhrzeit angegeben sondern mehr so
zwischen so und so. Neben dem Internetanschluss ging es um den PC der Tochter.
Sie war kein Kind mehr aber noch recht jung. Sie war gutaussehend und schlank.
Sie saß im Rollstuhl und ihre Beine hatten keine Muskulatur mehr. Die waren
sehr dünn. Es war etwas, was sie störte und sie schämte sich dafür. Das bekam
ich dann mit. Als ich ankam saß sie in ihrem Zimmer in ihrem Rollstuhl mit
nassen Haaren und leicht bekleidet. T-Shirt und kurze Hose. Sie war unter der
Dusche und ihre Mutter war auch dabei als ich ankam. Ihr Vater meckerte, er
hätte doch gesagt, daß ich komme. Der Mutter war es wohl etwas peinlich aber
die Tochter sah aus als wolle sie im Boden versinken. Nun, mir war es egal.
Ich machte auch leichte Kommentare, sie war jung und attraktiv, ich beschwere
mich dann ja nicht. Ich ging es locker an. Sie verschwand dann auch erst,
trocknete wohl ihre Haare und ich war dann bei den Dingen zugange. Sie kam
dann wieder, es war ja ihr Zimmer wo der PC stand. Nun, ich hatte die Ansicht,
ich bin selbst behindert, ich gehe mit "meinesgleichen" normal um. So nach dem
Motto: Ich bin selbst behindert also erzähl mir nichts vom Pferd.
Ich behandelte sie also ganz normal, kein "Oh Gott was mache ich jetzt".
Sie kam zurück und sagte nichts. Ich wusste nicht was sie wollte also fragte
ich sie ob ich raus gehen solle. Nein, wollte sie nicht. Sie sagte auch kaum
etwas aber stellte eine kurze Frage und war dann wieder still. Sie wollte
zB wissen ob ich mich denn überhaupt damit auskenne und so weiter. Die Pausen
zwischen ihren Fragen wurden kürzer und ihre Fragen wurden persönlicher.
Als sie mit "bist du verheiratet oder hast du eine Freundin" anfing, fing ich
an zu lächeln. Ich fragte sie dann direkt, ob sie etwa bestimmte Absichten
hätte. Ob ich denn dann auch dazu bereit wäre? Es ging in die Richtung, ob
ich sie schön finden würde. Natürlich fand ich das. Aber sie verwies auf
ihre Beine, die seien doch hässlich. Nein, hässlich sicherlich nicht.
Nun, wir hatten nichts, sage ich gleich. Ihre Eltern kamen auch immer wieder
ins Zimmer, aber deswegen nicht. Sie war eine Frau und wollte Bestätigung.
Die gab ich ihr, was auch nicht schwer war denn lügen musste ich nicht.
Als wiedermal ihre Mutter ins Zimmer schaute und fragte ob alles ok sei
oder ob jemand etwas benötigte, machte ich einen Witz als die Mutter wieder
weg war. Der Tochter war es unangenehm, daß ständig ihre Eltern nachsahen.
Ich sagte dann, daß die nur sicher gehen wollen, daß ich nicht über sie
herfalle. Ihre Reaktion? Ob ich denn wollen würde.
Die Antwort war nicht einfach. Sie wollte wohl ein Ja hören und ehrlich
gesagt war da auch ein halbes Ja. Aber nicht wegen dem Rollstuhl sondern
weil ich nicht der Typ bin der sofort mit ihr ins Bett springt. Wenn wir
uns besser kennen würden, wäre die Antwort sicher Ja. Ihre Beine, ihr
Rollstuhl, würde es mich nicht abschrecken? Nein, warum auch? Wo ein
Wille ist, ist auch ein Weg. Ihre Behinderung wäre kein Hindernis, es
sei denn man macht eines daraus. Als ich dort ankam war sie so, als wolle
sie sich verstecken. Am Ende redeten wir schon fast über Stellungen im Bett.
Warum auch nicht, es war recht sachlich. Warum sollte eine Frau im Rollstuhl
nicht können? Man, oder Frau, muß ja nicht umherspringen, zudem gibt es
zig Stellungen, manche haben sogar Seile an der Decke hängen. Also warum
nicht? Sie fand es erfrischend, mit ihren Eltern könne sie ja über so
etwas nicht reden. Am Ende lachte sie sogar, laut. Ihre Mutter kam sofort
herein und wollte sehen was los sei. Ihre Tochter sagte, ich sei nicht über
sie hergefallen, sie, die Mutter, bräuchte nicht ständig aufpassen. Die
Mutter fand es wohl nicht so lustig wie wir. Ich ging dann auch wieder,
meine Arbeit mit dem PC war erledigt. Ich sagte ihr: Die Leute sehen nicht
den Rollstuhl an, auch nicht ihre Beine sondern die wunderschöne junge Frau
die sie nunmal sei.
Nun, ich habe sie nie wiedergesehen, ich ging dann auch irgendwann nach Bonn.
Mit ihrem Vater hatte ich natürlich noch Kontakt und er fragte auch, was denn
da los gewesen wäre, die Mutter wäre wohl besorgt gewesen. Natürlich kann man
nachvollziehen, daß sich Eltern sorgen um ihr Tochter machen. Insbesondere
wenn sie hilfloser ist als andere. Ihre Mutter machte sich Sorgen weil sie
dachte, ich würde mit ihrer Tochter Spielchen spielen. Ich fragte ihn dann,
ob er wirklich glauben würde, daß ich so etwas tun würde.
Manchmal wollen Eltern es nicht hören aber ich sagte ihm, wie ich es sah.
Seine Tochter ist nicht dieses schüchterne und hilflose kleine Mädchen.
Man kann sich wunderbar mit ihr unterhalten und sogar über Erwachsenendinge.
Sie ist keine hilflose Behindert, sie ist eine attraktive junge Frau mit
Wünschen und Bedürfnissen wie jede andere Frau auch. Sie zu ihrem Schutz
einzusperren ist sicher der falsche Weg. Sie benötigt Hilfe und Unterstützung,
ja. Aber die sollte nicht so aussehen, daß man sie festhält und in eine
Richtung zwingt. Sondern man sollte sie auf dem Weg, der Richtung, begleiten,
welchen sie gehen möchte. Die Welt da draußen ist gefährlich, besonders für
Frauen wie sie. Es gibt sehr sehr viele Menschen welche sie nur benutzen
und ausnutzen wollen. Sie kann ja nicht weglaufen, sie ist abhängig, viele
werden das ausnutzen wollen. Doch deshalb sollte man nicht sie einsperren.
Es gibt aber auch so Fälle. Frauen mit Behinderung werden sehr oft Opfer
von Übergriffen und Vergewaltigungen. Man will ihnen ja nur helfen und
Mitleid? Nein, sehr viel öfter ist es eben das Gegenteil. Doch manche Frauen
sind eben verzweifelt, nehmen jeden der zur Verfügung steht. Immer nach
dem Motto: Ich kann nicht wählerisch sein und wenn er will dann ... .
Man kann sie warnen und alles, aber wenn sie nicht hören kann. Er behandelte
sie arrogant, als wäre sie ein kleines Mädchen. Ihr war es egal. Sie wurde
dann auch schnell schwanger, mit 17 Jahren. Er war sofort weg, nicht mehr
auffindbar. Weiß nicht wie das in Deutschland möglich ist, evtl. ging er
ins Ausland. Sie war "kaputt", nicht nur das sie emotional fertig war, auch
die Schwangerschaft machte es für sie nicht einfacher. Sie war fertig mit
der Welt. Ausgenutzt, benutzt und weggeschmissen, mit einem Kind im Bauch.
Was würdet ihr als Eltern dieses Mädchens tun? Damals war ich schon mit
meinem Engel zusammen, und wir boten unsere Hilfe an, wenn wir helfen
könnten. Das Kind wurde abgetrieben und das Mädchen ging in eine Therapie.
Ich weiß nicht, was heute aus ihr geworden ist. Damals sah man sie nie
lachen. Glaubt ihr, es war ihre Schuld? Glaubt ihr, es war richtig sie
so zu behandeln? Was ich damals dachte, sage ich lieber nicht. Lexi war
damals bereits geboren und der Gedanke, daß jemand so mit ihr umgehen
würde, ich würde mich nicht fragen müssen, wer das Geschwür ist welches
man aus der Gesellschaft entfernen sollte.
Mein Weg war nicht einfach. Andere hatten es sicher viel schwerer. Wieder
andere haben aufgegeben und sich das Leben genommen weil sie es nicht mehr
ertragen konnten.
Viele Menschen da draußen, die Normalen, sie nehmen keine Rücksicht, im
Gegenteil, sie nutzen es aus. Jemand mit Beeinträchtigung wird als schwach
wahrgenommen und so jemanden kann man benutzen. Egal ob Frauen oder Männer,
die sind alle gleich. Menschen wie wir haben für solche Kreaturen keinen
Wert und deshalb behandeln die uns auch so. Menschen wie ich haben dann
irgendwann die Möglichkeit aus diesem Gefängnis auszubrechen und sich
gegen solche Leute zu wehren. Nicht alle haben diese Möglichkeit.
Das Recht normal leben zu können, ohne das andere es einem nicht gönnen,
es ist nicht selbstverständlich.
Komme ich jetzt mal zu einem Schluss. Aber noch kurz zu den Bildern des
Dokuments. Viele Stellen sind geschwärzt, ne, geweißt. Alle anderen hätten
Schwarz genommen um zu signalisieren das dort etwas war. Ich nahm Weiß, weil
es mir so besser gefällt. Zuviel Schwarz gibt so ein negatives Feeling.
Seiten fehlen, zB die erste, weil dort Daten sind welche ich lieber
nicht zeige weil es andere betrifft. ZB das Institut welches den Test
machte, ich weiß nicht ob die es toll finden würden wenn deren Dokumente
und Daten gezeigt werden. Namen sowieso, bei meinem habe ich den ersten
Buchstaben gelassen denn es werden sicher einige kommen und sagen: Das
geht dort um jemand anderen und ich hätte es nur "geklaut". Gut, die
werden es trotzdem behaupten, ist nur Zufall mit dem ersten Buchstaben.
Dann kann ich euch auch nicht helfen.
Teilweise habe ich größere Stellen geweißt, manchmal geht es um medizinische
Aussagen bezüglich mich und da gehe ich lieber auf Nummer sicher. Auch wird
hier und da Bezug zu anderen genommen, daß sollte wohl auch besser nicht
gezeigt werden. Es ist nichts schlimmes aber es werden auch andere genannt
und Bezug zu anderen Instituten genommen.
Und natürlich muß ich meine Überheblichkeit ausleben und alles was mich
negativ dastehen lässt herauslöschen. Nein, habe ich nicht. Aber zB eine
Auflistung von Diagnosen und meinen damaligen Ärzten, welche auch
teilweise einen Arztbrief zur Verfügung gestellt hatten, ist nicht für
alle gedacht.
Den Teil mit der Feinmotorik sollte ich wohl auch löschen, sonst sehe ich
so negativ aus. Nun, ich zittere nicht, aber diese mini mini SMD Komponenten
löten ist sicher nicht meine Stärke. Obwohl, wenn es sein muß würde ich es
evtl. hinbekommen aber sicherlich nicht toll. Als Beispiel, ein Garn durch
ein Nadelöhr einfädeln kann ich, meistens. Ja, ich habe auch schon genäht,
auch gestrickt und gehäkelt. Was war noch dieses Liesel, Strickliesel?
Ich? Als Junge und als Mann? Handwerk ist Handwerk, ein Mann kann stricken,
eine Frau kann einen Nagel in die Wand hauen. Und wenn sie sich dabei auf
den Finger haut: Willkommen im Club. Mir sind auch beim Stricken Maschen
heruntergefallen, und die findet man nie wieder. Etwas mit den Händen machen,
ob jetzt mit Holz oder Stoff, es trainiert die Hand und alles.
Die körperlichen Einschränkungen werden genannt aber auch, daß ich die durch
meine anderen Fähigkeiten kompensieren kann.
Man bot mir dann den Platz an.
Ich weiß nicht wie knapp es damals war oder ob nicht doch der eine oder die
andere doch Mitleid hatten. Es hatten sich sicherlich viele auf die Plätze
beworben. Ich war auch nicht einer der Besten sondern eher besserer
Durchschnitt. Aber andere hatten das Studium/Ausbildung nicht geschafft.
Die Aussage, daß ich durch Leistung/Arbeit Anerkennung suche steht übrigens
auch dort drin. Aber in Stellen welche ich gelöscht habe und nur diese Aussage
stehen lassen, dazu ist es nicht wichtig genug. Ist auch nur ein Nebensatz.
Dinge zu meinen damaligen Familienverhältnissen habe ich auch gelöscht, Namen
und Co. muß da nicht gezeigt werden.
Da Texte einfach nur als Bilder einzustellen eigentlich keinen Sinn macht,
zumal dies hier ein Blog und kein Vlog ist, habe ich die OCR drüber laufen
lassen und den Text auch als Text eingestellt. Erst das Bild, als Quelle und
das man sieht das der Text davon ist, und dann der Text aus dem Bild.
Nur nochmal so: Hätte ich die Texte selbst geschrieben, es würde vieles
sicherlich positiver und angeberischer dargestellt worden sein. Ihr wisst
schon, meine Überheblichkeit usw. .
Eigentlich hätte ich es fälschen können, mit Briefkopf von einem Institut.
Eine alte Schriftart und dann ausdrucken und etwas schief einscannen, damit
man es als Scann erkennt, und schon hätte ich .... . Warum habe ich es nicht
gemacht? Warum habe ich das Original genommen und so viel gelöscht? Weil ich
dumm bin. Oder weil ich euch glauben lassen will, daß ich dumm bin und es
nicht gefälscht habe? Vielleicht sollte ich das vergilbte Frontblatt auch noch
einscannen. Da müsste ich aber fast alles löschen, macht also keinen Sinn und
ich hätte es ja mit dem Gelbstich so ausdrucken können. Man kann heutzutage
wirklich niemandem mehr trauen, nichtmal sich selbst. Ja, auch einer meiner
Sprüche. Denkt was ihr wollt. Solltet ihr sowieso.
So, da ist es:
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2.1. Rechnen
In allen ..... konnte Herr L..... sämtlichen
mathematischen Anforderungen in hohem Maße entsprechen. Auch
alle komplexen Aufgaben in der Fachmathematik stellten für
ihn keine Überforderung dar. Es liegt bei ihm zweifellos ein
hohes mathematisches Leistungsvermögen vor, das sich darüber
hinaus noch steigern lassen dürfte.
2.2. Sprache
Die Rechtschreibung von Herrn L..... ist als etwas unsi-
cher zu bezeichnen. Da er jedoch durch gute Übungserfolge
schnell dazu lernt, ist eine weitere Steigerung zu erwarten.
Die sprachlichen Möglichkeiten, die besonders in der
schriftlichen Form hervortreten, sind gut. Er konnte Texte
gut formulieren, und er ist in der Lage, Dinge und Vorgänge
anschaulich darzustellen,
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2.3. Fachkunde/Aufgabenverständnis
In der Fachtheorie war Herr L..... in den Berufsfeldern
allen Anforderungen gewachsen. Die Lernzielkontrollen zeig-
ten ausnahmslos gute Ergebnisse. Herr L..... verfügt über
ein hohes Maß an Theorieverständnis, wobei sich dieses Er-
gebnis in allen Berufsfeldern gleichermaßen zeigte.
Entsprechend dem Vorbeschriebenen ist auch das Aufgabenver-
ständnis von Herrn L..... erheblich. Er ist meistens zu
einem völlig selbständigen Erkennen der Anforderungen in der
Lage, gliedert sich seine Arbeit folgerichtig durch und ver-
gißt auch kleine Einzelschritte nicht. Treten bei der Aus-
führung der Arbeit Schwierigkeiten auf, so ist er in der
Lage, diese weitgehend selbständig zu beheben, bzw. sich
durch gezielte Zusatzfragen die notwendigen Informationen zu
verschaffen. Selbständiges Einarbeiten in neue Stoffgebiete
und Arbeitsweisen sind im weitestgehend möglich.
3. Arbeitsergebnisse: Praxis
3.1. Grunderprobung
Herr L..... verhielt sich während dieser Phase reserviert
und abwartend. Er erledigte alle Aufgaben schnell und si-
cher, auch wenn diese nicht unbedingt seinen beruflichen
Interessen entsprachen. Schon in der Grunderprobungsphase
konnte festgestellt werden, daß Herr L..... in jedem der
angebotenen Bereiche über ein enormes Leistungsvermögen
verfügt, so daß eine erfolgversprechende Fachvertiefung in
allen Berufsfeldern gegeben war.
3.2. Elektronik
In diesem Bereich konnte Herr L..... stets den Anforde-
rungen entsprechen, obwohl hier eindeutige behinderungsbe-
dingte Schwächen zu erkennen waren. Er verfügt über ein noch
ausreichendes Handgeschick, arbeitet motiviert und mit Er-
folg an den gestellten Aufgaben.
Bei allen Anforderungen erfaßt er die Aufgabenstellungen
schnell und sicher und lernt ohne jede Schwierigkeit neue
Vorgänge. Falls notwendig, läßt er gegebene Unterstütungen
und Anregungen mit in seine Arbeit einfließen. Auch die
Aufgaben, zu deren Bewältigung ein sehr hohes Theoriever-
ständnis erforderlich war, entsprachen den Anforderungen
einer Ausbildung in diesem Bereich. Das Arbeitstempo war
durchschnittlich, und das Projekt erfüllte die Anforderungen
einer Ausbildung in diesem Bereich.
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Herr L..... zeigte hier viele gute, oft völlig fehler-
freie Arbeitsergebnisse auf allen Arbeitsgebieten dieses
Berufsfeldes.
Das Form- und Materialgefühl ist durchschnittlich und auf-
grund seines guten Theorieverständnisses war Herr L.....
stets in der Lage, die Anforderungen der Arbeit zu erkennen
sowie die Werkzeuge sachgerecht einzusetzen. Hinsichtlich
der Maßgenauigkeit kam es mitunter zu Einschränkungen. Herr
L..... war dann zwar bereit, die Arbeiten zu wiederholen
und verbesserte sie auch im Ergebnis, jedoch muß von einem
nicht sonderlich ausgeprägten feinmotorischen Geschick ge-
sprochen werden. Letztendlich wurde jedoch das Projekt in
ausreichender Qualität angefertigt. Es sollten aber für
eventuelle Ausbildungen in diesem Bereich bessere körper-
liche Voraussetzungen gegeben sein.
4. Belastbarkeit
Die körperliche Belastbarkeit ist behinderungsbedingt einge-
schränkt. Außerdem wurden feinmotorische Schwächen beobach-
tet.
Die psychische Belastungsfähigkeit von Herrn L..... ist
ausreichend gegeben. Er erwies sich in Streßsituationen als
voll leistungsfähig. Seine anfängliche große Zurückhaltung
in Gruppensituationen kann überwiegend als Eingewöhnungspro-
blem in neue Situationen gewertet werden, ließ sich jedoch
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bildung bietet in Verbindung mit den guten theoretischen
Begabungsvoraussetzungen eine gewisse Gewähr dafür, daß die
praktisch-handwerklichen Schwächen ausreichend kompensiert
werden können.
Im Rahmen der testpsychologischen Nachuntersuchung, die zur
Absicherung der theoretischen Begabungsvoraussetzungen
durchgeführt wurde, zeigte Herr L..... eine aufgabenbezo-
gene und bemühte Arbeitshaltung. Aufgabenverständnis, Kon-
zentration und Ausdauer sowie Arbeitstempo entsprachen ohne
Einschränkungen den Anforderungen der Gruppenuntersuchung.
Aufgrund der erzielten Ergebnisse in den verschiedenen psy-
chometrischen Testverfahren lassen sich folgende Einzeler-
gebnisse bezüglich der berufsrelevanten Begabungsdimensionen
unterscheiden:
Bei einer visuellen Aufmerksamkeitsaufgabe, bei der unter
verstärktem Zeitdruck die rasche und zuverlässige Unter-
scheidung ähnlicher Details verlangt wird, arbeitete Herr
L..... mit gut durchschnittlicher Geschwindigkeit und
hoher Sorgfalt. Von einer mindestens befriedigend entwickel-
ten Fähigkeit zu kurzzeitig erhöhter konzentrativer Anspan-
nung kann demnach ausgegangen werden.
Das logisch-schlußfolgernde Denkvermögen bezogen auf sprach-
freie Aufgabenstellungen, wie es beim Erkennen und folge-
richtigen Anwenden logischer Regeln zum Ausdruck kommt, ist
überdurchschnittlich sicher ausgeprägt. Herr L..... ver-
fügt über ein ausgesprochen gutes theoretisches Lernpoten-
tial.
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Das zeigt sich auch, wenn auch nicht ganz in derselben Aus-
prägung, bei Anforderungen an das sprachgebundene Denkvermö-
gen. Sprachverständnis sowie sprachliches Abstraktionsvermö-
gen entsprechen mindestens gut durchschnittlichen bis über-
durchschnittlichen Anforderungen.
Numerische Aufgabenstellungen löst Herr L..... mit insge-
samt gut durchschnittlichem Erfolg. Das gilt sowohl für Auf-
gaben zur Überprüfung der theoretisch-rechnerischen Denk-
fähigkeit als auch für die Lösung angewandter Textaufgaben.
überaus sicher geht Herr L..... bei allen anschauungsge-
bundenen Denkaufgaben vor. Räumliches Vorstellungsvermögen
sowie visuelle Differenzierungsfähigkeit genügen deutlich
überdurchschnittlichen Maßstäben.
Insgesamt verfügt Herr L..... über eine ausgewogene Bega-
bungsstruktur auf mindestens gut durchschnittlichem bis
teilweise überdurchschnittlichem Leistungsniveau. Insbeson-
dere die ausgeprägte Fähigkeit zu logisch-schlußfolgerndem
Denken, aber auch das gute sprachliche Begabungspotential
weisen auf ein hohes theoretisches Lernvermögen hin, auf-
grund dessen Herr L..... auch für anspruchsvolle Ausbil-
dungsgänge geeignet ist. So kann .....
..... sicher nicht mit intellektueller Überforderung
erklärt werden.
Zusammenfassend verfügt Herr L..... vom theoretischen
Begabungspotential sowie von der Motivationslage her über
ausgesprochen günstige Voraussetzungen für eine Ausbildung
..... . Die leichten Schwächen im praktisch-
handwerklichen Bereich sollten sich dadurch ausreichend
kompensieren lassen.
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..... daß Herr
L..... über eine hohe theoretische Leistungsfähigkeit
verfügt, die eindeutig höher einzuschätzen ist, als es das
bisher erreichte Schulbildungsniveau erwarten läßt. Leichte
Schwächen waren dagegen im praktisch-handwerklichen Bereich
festzustellen. Diese sind aber nicht so erheblich, daß eine
entsprechende Ausbildung auszuschließen wäre.
In der Abschlußbesprechung, an der Vertreter aller .....
sowie Frau ..... teilnahmen,
wurde festgestellt, daß Herrn L..... eine Ausbildung im
..... werden kann. Insbesondere das
theoretische Leistungsvermögen bietet günstige Voraussetzun-
gen für einen entsprechenden Ausbildungsgang, das praktisch-
-handwerkliche Geschick ist noch ausreichend.
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