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23032026



Sonntag, also der Tag mit Sonne im warsten Sinne des Wortes. 
Es war richtig schön draußen. Wir sind wieder zum Training und 
danach nur eben die Trainigssachen nach Hause gebracht und dann 
mit den Fahrrädern einfach weiter. Gut zwei Stunden waren wir 
unterwegs und zum Mittag nur was schnelles und leichtes gegessen. 

Heute ist Montag und ich habe mal etwas mehr Zeit. Das Wetter ist 
immer noch schön. Schon fast Frühlingsgefühle. 
Es ist nun später Nachmittag, alle liegen faul herum. Alle? Nein 
ein kleines Dorf in ... . Falscher Film.
Ich bin in Stimmung über etwas zu schreiben, was ich schon länger 
vor mir hergeschoben habe aber ein wichtiger Teil wäre, welcher hier 
mit niedergeschrieben gehört.


Eunjoo, oder Eun-Joo.

Wer war und ist Eunjoo? Gewisse Personen sind mit gewissen Ereignissen 
verbunden. Vor einigen Jahren, oder auch vielen Jahren, war ich in 
Südkorea. 
Ich habe schon oft über Südkorea geschrieben, wie toll ich es dort 
fand. Wegen Eunjoo? Sicher auch aber es war mehr. Die Frage nach der 
Ursache und Wirkung. 

Ich lernte Menschen aus Südkorea hier in Deutschland kennen. Sie waren 
zu Besuch bei Verwandten von ihnen welche in Deutschland lebten. Ich 
half ihnen, im Gegensatz zu anderen Menschen hier. 
Sie wollten sich erkenntlich zeigen und so lernten wir uns besser 
kennen. Es folgte eine Einladung nach Südkorea. 
Ich war bereits in dem Jahr davor für einige Zeit in Australien gewesen, 
auch auf Einladung alla "komm, wir zeigen dir hier alles". 
Also dachte ich mir, warum nicht nach Südkorea. Ich nahm das Angebot oder 
die Einladung an und flog mal eben rüber. 
Nun, es war nicht mal eben. Ich blieb mehrere Wochen, oder schon Monate, 
dort. Das Angebot dort bei ihnen zu wohnen nahm ich unhöflicherweise 
nicht an. Ich übernachtet zwar zweimal bei ihnen, was sie wiederum 
zufrieden stellte, aber ich nahm mir ein Appartment, ich sah es als 
die bessere Lösung an. Ich denke mal, daß war es auch.
Bevor ich jetzt zu Eunjoo komme folgendes: In Australien lernte ich 
auch Frauen kennen und evtl. waren sie auch bereit etwas "Spaß" mit 
mir zu haben, so als Urlaubsabenteuer. Aber so jemand war ich nicht. 
Australien war eher wie Party, wir hatten Spaß und eben so, es war 
dort eben die Stimmung. Aber ich fing nichts mit einer Frau dort an, 
ich wäre wieder gefahren und dann wäre es das. Und sowas wollte ich 
nicht. Küssen, ok, aber eben nicht mehr.
Als ich nach Südkorea flog hatte ich noch nie mit einer Frau geschlafen. 
Es mag für manche "freaky" klingen aber für mich war es eher umgekehrt, 
diese "Freaks" welche alles bespringen was ihnen über den Weg läuft, so 
war ich eben nicht.

Während Australien wie Party war, war Südkorea von Anfang an anders.
Es war wie Familie, man, also ich, fühlte sich sofort wohl dort. Als 
ob man nach langer Zeit wieder nach Hause kommt. 
So war auch die Stimmung dort, ich war kein Tourist, ich wurde in den 
Alltag und die Familie integriert. So lernt man die Leute und das 
Land sicher anders kennen als wenn man nur die Touristenplätze 
abklappert. Aber es führt auch zu etwas anderem, man vergisst schnell, 
daß man ja nur zu Besuch ist.

In der ersten Woche war ich zum Essen bei meinen Gastgebern. Wir waren 
oft auswärts essen aber hier und da eben auch bei ihnen zuhause. Ihre 
Nachbarn waren auch dort, evtl. um den "komischen" aus Europa kennen 
zu lernen. Wir saßen klasisch auf dem Boden. Die Frauen bedienten 
aber hielten sich im Hintergrund. Eunjoo war die Tochter der Nachbarn. 
Am Ende saß sie neben mir und ihrem Vater. Die Stimmung war schon recht 
gut, eben als währe da niemand fremdes dabei. Die Männer lachten auch 
mal, die Frauen nicht. Es gab das Sprachproblem, ich konnte nicht 
wirklich Koreanisch und wir nutzen meist Englisch. Die Nachbarn sprachen 
aber so gut wie kein Englisch ausser ihrer Tochter Eunjoo. Meine Gastgeber 
übersetzten erst aber Eunjoo fing dann an in Echtzeit für ihre Eltern zu 
übersetzen was ich oder wir auf Englisch sprachen. Nun, sie übersetzte dann 
auch für mich, was die anderen sagten. 
Sie und ich sprachen dann auch miteinander, ich fragte sie zB etwas oder 
sie gab von sich aus genauere Erklärung zu einem Thema. 
Wie gesagt, die Stimmung war gut und es fühlte sich an als würde man einfach 
dazu gehören. Man spürte so ein gewisses Etwas zwischen Eunjoo und mir. 
Aber sie lachte nicht. Irgendwann flüsterte ich ihr etwas ins Ohr, während 
ihre Eltern daneben saßen. Gewagt und evtl. nicht sehr höflich aber Eunjoo 
fing dann etwas an zu lachen, leicht beschämt blickte sie auf den Boden. Und 
ihr Vater? "Wenn ich sie schon zum lachen bringe könnte ich sie auch 
ausführen.", genau das tat ich dann auch. Was ich ihr geflüstert hatte? 
Das ist ein Geheimnis, aber es ging darum, ob ihr Vater mich mögen würde wenn 
sie und ich ausgehen würden. Naja, etwas anders aber so in die Richtung. 
Es ging auch um ihr schönes Lächeln welches sie verbirgt weil die Welt 
dafür noch nicht bereit aber evtl. nun der Moment gekommen sei. 
War der Moment peinlich oder so etwas? Nein, ihr Vater war nicht sauer 
und die anderen fanden es eher gut bis lustig. Eunjoo übersetzte was 
ihr Vater sagte, also das mit dem Ausgehen, und sie lächelte nicht nur 
dabei, sie strahlte schon eher. Es war ein schöner Moment, welcher in  
Erinnerung bleibt. Es hätte auch anders ausgehen können.
Wir gingen zwei Tage später zusammen aus, nur sie und ich. 
Sie begleitet mich dann oft und wir verbrachten viel Zeit miteinander. 
Niemanden störte es. Waren wir ein Paar? Irgendwie schon. 
Sie übernahm die Rolle der Dolmetscherin und Begleiterin. Sie verbrachte 
Zeit mit mir in meinem Appartment und in den Hotels wenn wir woanders 
hinfuhren. Niemanden störte es, es erschien als wäre es ganz normal.
Das sie in meinem Appartment war erzählten wir natürlich nicht rum. 
Ist ja auch irgendwie natürlich, bei ihren Eltern konnten wir nicht 
rumhängen also zu mir. In den Hotels hatte sie ihr eigenes Zimmer, 
es war eine Ausnahme, wenn sie zB das Doppelbett in meinem Zimmer 
"ausprobieren" wollte. Es bekam ja niemand mit.

Was machte es oder sie nun zu etwas besonderem?

Gehen wir zum Anfang diesen Jahres, Eunjoo hatte Geburtstag und wie so 
oft sendete ich ihr Glückwünsche und alles gute und die Hoffnung, daß 
es ihr gut geht.

Nun, ihr Geburtstag verlief nicht so glücklich. Ich war ja nicht dabei 
deshalb nur das was mir erzählt wurde.
Ihr Mann hätte gleich am Anfang vor allen Leuten dort bei dem Kaffee 
und Kuchen essen bekannt gegeben, daß er sich scheiden lässt. So weit 
ich es nun weiß, wusste auch Eunjoo nicht, daß er sich scheiden lassen 
will. Schöne Überraschung, oder? Was für ein ... , ihr wisst schon.
Sie haben übrigens einen Sohn, er wird 16 Jahre alt, und der Vater will, 
daß er bei der Mutter bleibt. 
Für Eunjoo und ihren Sohn brach eine Welt zusammen. 

Wie passe ich da jetzt rein? War ich der Grund für die Scheidung? Nein, 
ich war nur eine Randnotiz ohne Auswirkung.

Aber Eunjoo war natürlich verzweifelt. Ich setze jetzt einen Link auf 
eine Zusammenfassung wie es geschiedenen und alleinerziehenden Frauen 
in Südkorea ergehen kann. Wer sich für die Hintergründe nicht interessiert 
braucht es nicht lesen.
AI-Zusammenfassung der Situation Alleinerziehender in Südkorea.
Folgendes wurde mir so gesagt, ich weiß nicht ob es stimmt, Eunjoo wurden 
nach dieser "Feier", wo sie wie alle anderen von ihrem Mann von der Scheidung 
erfuhr, meine Grüße ausgerichtet. Sie hätte dann für einen Moment gelächelt. 

Sie schrieb mir dann später. Dazu: Wir hatten nun öfter Kontakt und 
sogar Videocalls. Sie weiß, daß ich bereits vorher hier über sie 
geschrieben habe. Auch ist es für sie ok, daß ich den Teil ihres 
Briefes hier nutze. Es mag verwunderlich klingen, daß sie dazu bereit 
ist etwas so persönliches hier auszustellen. Es gibt da noch mehr 
Momente wo auch bei mir ein Fragezeichen mit Ausrufezeichen im Kopf 
war. 

Aber zu ihrem Brief an mich.

Sie schrieb es in Koreanisch, wie sie sagte: Weil es ihr leichter 
fiel. 
Ihr Englisch ist tatsächlich schlechter geworden, sie hatte wohl 
keine große Gelegenheit es zu nutzen und hat es wohl verlernt.
Sie hat es dann ins Englische übersetzt oder übersetzen lassen, 
weil mein Koreanisch ist: "Was war das?!". Sprechen ist schon 
schwer aber bei den Schriftzeichen muß ich das Handtuch werfen.
Ich hatte eben nie wirklich die Gelegenheit es zu üben und zu 
nutzen.

Was sie nach dem Koreanischem und vor der Übersetzung schrieb:
"Don't worry. Is your Korean still so poor? 
I'm sure you've hardly had a Chance to learn it. Please excuse me for 
bothering you. I was told that you are successful and still the same 
nice Person you always were. 

I wrote it in Korean. 
It wasn't easy for me to write this to you. Please excuse me for 
bothering you. If it were only about me, it wouldn't be so important. 

Here is the Translation into English. Please don't judge me."

Aus dem Brief:
사랑하는 이여, 진심으로 인사드립니다.

당신은 첫사랑이었지만 우정으로 헤어졌습니다.
비록 자주 만나진 않았지만 우리는 연락을 유지했습니다.

당신이 아닌 다른 사람이 나와 결혼했고 나는 그에게서 아이를 가졌습니다.
이제 그가 우리를 떠나려 하고 나는 아들과 단둘이 남게 되었습니다. 
아시다시피 몇 년 전 아버지가 돌아가셨고, 당신 아내와 딸도 마찬가지였죠.  
어머니는 혼자서도 겨우 버티고 계십니다.

저와 아들은 홀로 남게 될 거예요. 우리 동네에서 저 같은 여성들의 처지를 잘 아시잖아요.

당신은 제 친구인가요?
그때는 당신이 다른 사람들과 다르다는 걸 느꼈어요.
여기 사람이 아니어서뿐만 아니라, 세상을 보는 방식이 달랐어.

나를 보는 시선도 달랐지. 내가 정말 힘들게 했지?

도움을 청하는 게 부끄럽지만, 내 아들에게 미래가 필요해.
우리 좀 도와줄 수 있겠어?

Die Übersetzung: 
I greet you from the Bottom of my Heart, my beloved.

You were the First, but you left in Friendship. 
Even though it was less frequent, we kept in touch.

It wasn't you but someone else who married me, and I had a
Child by him. Now he wants to leave us, and I am left alone with 
my Son.

As you surely know, my Father died a few Years ago, as did your
Wife and Daughter. My Mother can hardly cope on her own.

My Son and I will be alone. You know the Situation for
Women like me here. 

Are you my Friend? 
Back then, I sensed that you were different from the others.
Not only because you're not from here, you saw the World differently.
You saw me differently. I was very difficult, wasn't I?

I'm ashamed to ask you for Help. My Son needs a future, 
can you help us?


Den Rest lasse ich weg. Es wird sehr persönlich, nichts für die 
Öffentlichkeit. Es sollte reichen um zu verstehen.

Wenn man die koreanische Mentalität kennt, dann merkt man: Sie geht 
sehr ins persönliche und sie lässt die Zurückhaltung fallen. Sie ist 
verzweifelt.

Ich habe mit Leuten gesprochen, die hier in Deutschland leben aber 
aus Südkorea kommen und die Verbindung zu dort darstellen. Die sind 
nicht mit ihr Verwandt oder so, aber sie kennen sie. Es geht eben 
um drei/vier Ecken. 
Die wissen auch, welche Verbindung zwischen ihr und mir besteht.

Sie hatte Angst nun alleine mit ihrem Sohn dazustehen. Leider nicht 
ganz unbberechtigt. 

Die Scheidungsrate in Südkorea nach 20 oder 30 Jahren Ehe ist recht 
hoch. Evtl. wegen dem "Pali Pali" dort. Es ist ein Ausdruck für die 
Schnelligkeit dort. Entscheidungen werden schnell getroffen und 
schnell umgesetzt. Auch beim Dating und Heirat wird nicht lange 
überlegt. Doch wenn dann die Verpflichtungen gegenüber den Kindern 
und der Familie wegfallen sehen viele keinen Sinn mehr verheiratet 
zu sein. Dieses Pali Pali war evtl. einer der Gründe, weshalb es mit 
uns nicht so klappte. Ich brauche Zeit, wäre sie nach Deutschland 
gekommen hätte ich mich um sie gekümmert. Das sagte ich ihr. Aber 
zu heiraten damit sie dann mitkommt, es fühlte sich falsch an. 
Wobei, keine Ahnung, es waren so viele Kleinigkeiten und vielleicht 
hätte ich sie einfach mitnehmen sollen. Wenn, dann hätten wir einen 
Weg gefunden, oder? Es sollte wohl nicht sein. 

Leute die Eunjoo kennen versicherten mir, daß die sie nicht alleine 
lassen. Wie gesagt haben die und wir, Ivie und ich, auch mit ihr 
gesprochen, zB per Videocall. War manchmal etwas ruckelig aber wenn 
man bedenkt das es 8000km sind ist es schon eine tolle Technik. 
Ihr Sohn war auch dabei, als wir unser ersten Videocall machten. 

Eunjoo hat jetzt mehr Sicherheit, sie ist nicht alleine. Nicht 
wegen mir sondern ... nun ja, ich habe wohl ein paar Leute 
aufgeschreckt so das die eben zu Eunjoo stehen und nicht nur zu 
ihrem Mann. Manchmal reicht eine Feder um in einem System etwas 
Unruhe zu bringen so das Bewegung herein kommt. Sie sollen einfach 
nur das richtige tun, was ihnen ihr Herz sagt. 

Warum kontaktierte sie mich und was erwartete sie von mir? 
Das war die Frage am Anfang dieser Geschichte als sie den Brief 
schrieb. 

Warum ich? Man kann jetzt denken, ich wolle mich nur in ein besseres 
Licht stellen oder mich als den tollen Typen darstellen. Man muß mir 
auch nicht glauben, daß es von ihr kam. Aber es kam von ihr.
Ihr Mann, oder Ex-Mann, wäre nur einmal mit ihr abends in den Park 
gegangen als sie sich kennen lernten. Und sie empfand es nicht so 
wie es damals mit mir war. 
Gerade weil sie so von damals erzählte oder es erwähnte, sie wollte 
wohl die gescheiterte Ehe ausblenden in dem sie an früher dachte, 
an uns damals. Es war ja auch schön, wir waren öfters abends in 
einen Park gegangen, teilweise auch spontan. Es war oft romantisch 
gerade wenn das Wetter passte. Die Stimmung zwischen uns war meist 
... ja romantisch.

Was sie erwartet, daß sagte sie mir dann. Da zu sein, damit sie nicht 
alleine ist. Es sind 8000km zwischen uns? So meinte sie das auch nicht 
oder nicht so direkt. Für sie ging es erstmal darum zu wissen, da ist 
jemand, jemand der für sie und nicht für ihren Mann oder die Familie 
da ist. Meine "Befürchtung" war, daß sie mich als Ersatz-Ehemann in 
betracht ziehen würde. Sie hat es zumindest nicht gesagt. 
Sicherlich hat sie auch die Hoffnung, daß ich ihr auch zB finanziell 
helfen könnte wenn es nötig wäre. Würde ich? Ja und Nein, wenn sie 
wirklich in Not ist, dann ja. Aber nur so als Nebeneinkunft dann nein.
Ich bin bereit sie zu halten, wenn sie fällt aber ich kann sie nicht 
durchs Leben tragen. Ich kann sie stützen aber gehen muß sie alleine.

Für alle dort ist die Situation nicht einfach. Auch wir hier haben 
uns Gedanken gemacht, wie wir damit umgehen sollen. Natürlich habe 
ich mit Ivie darüber gesprochen. Aber auch mit Jaqueline. Ja, auch 
mit anderen. Auch Zoe und Nicole wollten helfen.

Sie wird nicht alleine sein. Nicht nur, daß wir ihre Freund sind 
sondern weil auch andere mir gesagt und versichert haben, sie lassen 
sie nicht alleine. 

Man merkte, wie erleichtert sie wurde, sie jetzt etwas beruhigter in 
die Zukunft sehen kann. 

Und nein, wir haben ihr kein Geld geschickt. Es ging ihr erstmal um 
etwas anderes.

Es ist alles noch offen, wir werden erst noch sehen wie es sich bei 
ihr entwickelt. Aber sie wird nicht alleine sein. Sogar Jaqueline 
hat ihre Hilfe angeboten. Auch andere in Südkorea taten das. 
Es freute nicht nur Eunjoo, auch mich. So sollten Menschen sein, 
man ist füreinander da und läuft nicht einfach weg und lässt jemanden 
fallen bloß weil die Person einem nichts bieten kann.

Jetzt kann ich und auch Ivie sagen: "Ich/Wir haben eine Freundin in 
Südkorea."
Nunja, ein Wochenendbesuch wird evtl. etwas kompliziert. 

Passiert anderen sowas nicht? Nicht?
Man, habt ihr ein langweiliges Leben, ich beneide euch. Doch wirklich.
Die Leute lesen die Geschichte hier aber in so einer Situation zu 
stecken und zu entscheiden, es ist nicht einfach. Mit den Leuten zu 
reden ist auch hier und da eine Herausforderung. Nicht alle denken so 
wie ich und wollen etwas für "irgendjemanden" tun. Auch mit Eunjoo 
selbst zu sprechen, gerade am Anfang war es eine komische Situation. 

Ivie sollte ich dabei nicht vergessen. Wir haben viel darüber geredet 
auch darüber, was sie davon hält und wünscht. Sie hat sich nicht im 
Hintergrund gehalten, nach dem Motto: Ist ja seine, geht mich nichts an.
Nein, sie war mittendrin. Meine Beraterin und Unterstützerin und so 
viel mehr. 
Bei dem Videocall dann Ivie: "Wie sagt man: Frauen müssen zusammenhalten?", 
"Women must stand together.", Ivie: "Ja, genau das!".

Wenn die Menschen wieder lachen können dann weiß man, man hat etwas 
richtig gemacht.

Kommen wir zu den Punkten, die für mich wichtig sind.

Einige der Beiträge der letzten Zeit habe ich geschrieben und auch 
online genommen weil das Thema Eunjoo doch mehr auslöste als nur 
ihre Situation. 
Zunächst, wollte Eunjoo mich manipulieren? Die Frage kam mir tatsächlich, 
wegen Dingen die sie von sich aus ansprach und erwähnte und ich mich 
fragte, warum sie das tut.

In dem Brief schrieb sie, ich sei der erste gewesen. Worauf bezog sie 
sich? Was meinte sie damit? Sie meinte genau das. 
Als ich ihr sagte, daß ich letztes Jahr mit einem online Blog anfing 
und sie und unsere Zeit damals erwähnt hatte, wollte sie wissen,  
welche Details ich geschrieben hatte. Es störte sie nicht, daß ich 
die Nächte erwähnte oder sie und ich auch mal "Spaß" in meinem 
Appartment hatten. Es wäre ja auch so gewesen und sie bereue es nicht.
Sie wollte wissen, ob ich mich an die Details erinnern würde, ja, daß 
tue ich. So etwas vergisst man nicht. 

In manchen Gesellschaften und Kulturen hat die Jungfräulichkeit einen 
hohen Stellenwert. Meist bezüglich der Frauen und eher nicht bei den 
Männern. Also selbst wenn sie schonmal hatte, behält man es als 
Geheimnis, denn es würde der Frau in ihrem Ansehen schaden. 
Habe ich hier im Blog gelogen? Ja. Ich könnhte jetzt mit Unterbewusstsein 
oder Verdrängung und zB wie Ivie mit "um Eunjoo zu schützen" anfangen, 
aber es ändert nichts, es war eine Lüge. Auch ist es nicht so, daß 
Eunjoo mir das jetzt in den Kopf gesetzt hat um daraus einen Vorteil 
zu haben, nein, ich habe gelogen. Ich schrieb, wir hatten damals eine 
Grenze und die hatten wir auch. Verhütung war damals nicht oder ein 
spezielles Thema, also lieber vermeiden als verhüten. Aber ... es 
kam eben doch dazu. Sie war die erste Frau für mich. Sie sah mich 
anders und wir taten es. 
Niemand sollte es wissen. Ich war auch nicht der Typ der mit sowas 
prahlte. Ich nahm Rücksicht auf sie. Es war ihr Körper und wenn andere 
sie deshalb verurteilt hätten, es wäre falsch gewesen. Also blieb es 
ein Geheimnis zwischen uns.

Die Geschichte mit ihr einfach aus dem Blog herauslassen? Ja, habe ich 
aber nicht. Es war, glaube ich, das Video wo die Erinnerungen wieder 
stark wurden und ich über sie schrieb. Ich schäme mich nicht dafür, 
mit ihr zusammen gewesen zu sein. Warum also verheimlichen. Wenn da 
nur nicht diese Details wären. Aber das machte es damals aus, zu etwas 
besonderen. 

Umso überraschter war ich, wie sie mit dem Thema dann umging. Sie 
hätte es auch nicht vergessen. Wusste ihr Mann, daß sie schon vorher 
mit einem Mann zusammen war? Nein, sie sagte es nicht und er merkte 
es nicht. Mit ihrem Sohn habe ich nichts zu tun, daß wäre zeitlich 
schon ausgeschlossen. 

In dem zweiten Videocall erwähnte Eunjoo die Nächte mit mir, wohl um 
ihrem Sohn zu erklären wer ich für sie sei. Ihr Sohn war bestürzt als 
er merkte, daß seine Mutter schon etwas mit einem Mann hatte bevor sie 
seinen Vater kennen lernte. Seine Reaktion: So genau wollte er es nicht 
wissen. Ich fand es auch etwas komisch, wir hatten es all die Jahre als 
Geheimnis gewahrt, warum sie es jetzt erzählen würde? 
Vielleicht um ihrem Mann eine Auszuwischen. Aber sie sagte, sie würde 
sich dafür nicht schämen. Ihr Mann und Vater ihres Kindes würde sie 
einfach im Stich und alleine lassen. Sieht übrigens so aus als hätte 
er eine jüngere neue. Während ich die ganze Zeit und trotz der Entfernung 
immer den Kontakt aufrecht hielt und wir gegenseitig wissen wollten, wie 
es dem anderen geht. Ihr Mann und sein Vater würde die beiden alleine 
lassen während ich nun für sie da sei. Sie hätte damals wohl gut gewählt 
und sie steht dazu. 

Wie sieht es nun aus? Ich schrieb im Blog: Zwischen Ivie und mir ist es 
nur gefestigter. Es gibt für Ivie keinen Grund angst davor zu haben, daß 
Eunjoo sich zwischen uns stellt. Da ziehe ich klar eine Grenze. 
Die Frage, ob wir nach Südkorea reisen um uns mal (wieder) persönlich 
zu treffen und ich wollte ja sowieso mal wieder dort hin, lassen wir 
erst mal weg. Ich denke, es wäre keine gute Idee dort jetzt aufzutauchen.
Eunjoo muß auch erstmal ihr Leben wieder neu ordnen und da würden wir 
wohl eher stören. 
Umgekehrt, sie und ihr Sohn kommen zu uns, so als Urlaub und um dem 
Trubel zuhause zu entkommen, könnte eher sein. Aber das ist wohl 
seitens Eunjoo noch ungewiss. Ihr Sohn würde aber sofort wollen. 
Eunjoos Zukunft? Sie können sich die hohen Preise in zB Seoul nicht 
leisten. Sie werden also wegziehen. Für ihren Sohn nicht so gut und 
auch für sie bedeutet es, Kontakte zu verlieren. Ihr Leben wird sich 
ändern. Ihr Sohn wird mit 19 Volljährig aber sie wird trotzdem noch 
für ihn sorgen müssen. Ich hoffe, ihm legt man keine Steine in den 
Weg. 
Ansonsten: Vom Auswärtigem Amt bezüglich Südkorea "dürfen sich ohne 
Visum grundsätzlich nicht länger als 90 Tage je Zeitraum von 180 
Tagen im Bundesgebiet aufhalten."

Und wenn wir dann einen kleinen Abstecher zB nach Frankreich machen 
würden, würden die 180 Tage wieder anfangen, oder so. 
Ist auch egal, mal sehen was die Zukunft bringt.