Sonntag, also der Tag mit Sonne im warsten Sinne des Wortes.
Es war richtig schön draußen. Wir sind wieder zum Training und
danach nur eben die Trainigssachen nach Hause gebracht und dann
mit den Fahrrädern einfach weiter. Gut zwei Stunden waren wir
unterwegs und zum Mittag nur was schnelles und leichtes gegessen.
Heute ist Montag und ich habe mal etwas mehr Zeit. Das Wetter ist
immer noch schön. Schon fast Frühlingsgefühle.
Es ist nun später Nachmittag, alle liegen faul herum. Alle? Nein
ein kleines Dorf in ... . Falscher Film.
Ich bin in Stimmung über etwas zu schreiben, was ich schon länger
vor mir hergeschoben habe aber ein wichtiger Teil wäre, welcher hier
mit niedergeschrieben gehört.
Eunjoo, oder Eun-Joo.
Wer war und ist Eunjoo? Gewisse Personen sind mit gewissen Ereignissen
verbunden. Vor einigen Jahren, oder auch vielen Jahren, war ich in
Südkorea.
Ich habe schon oft über Südkorea geschrieben, wie toll ich es dort
fand. Wegen Eunjoo? Sicher auch aber es war mehr. Die Frage nach der
Ursache und Wirkung.
Ich lernte Menschen aus Südkorea hier in Deutschland kennen. Sie waren
zu Besuch bei Verwandten von ihnen welche in Deutschland lebten. Ich
half ihnen, im Gegensatz zu anderen Menschen hier.
Sie wollten sich erkenntlich zeigen und so lernten wir uns besser
kennen. Es folgte eine Einladung nach Südkorea.
Ich war bereits in dem Jahr davor für einige Zeit in Australien gewesen,
auch auf Einladung alla "komm, wir zeigen dir hier alles".
Also dachte ich mir, warum nicht nach Südkorea. Ich nahm das Angebot oder
die Einladung an und flog mal eben rüber.
Nun, es war nicht mal eben. Ich blieb mehrere Wochen, oder schon Monate,
dort. Das Angebot dort bei ihnen zu wohnen nahm ich unhöflicherweise
nicht an. Ich übernachtet zwar zweimal bei ihnen, was sie wiederum
zufrieden stellte, aber ich nahm mir ein Appartment, ich sah es als
die bessere Lösung an. Ich denke mal, daß war es auch.
Bevor ich jetzt zu Eunjoo komme folgendes: In Australien lernte ich
auch Frauen kennen und evtl. waren sie auch bereit etwas "Spaß" mit
mir zu haben, so als Urlaubsabenteuer. Aber so jemand war ich nicht.
Australien war eher wie Party, wir hatten Spaß und eben so, es war
dort eben die Stimmung. Aber ich fing nichts mit einer Frau dort an,
ich wäre wieder gefahren und dann wäre es das. Und sowas wollte ich
nicht. Küssen, ok, aber eben nicht mehr.
Als ich nach Südkorea flog hatte ich noch nie mit einer Frau geschlafen.
Es mag für manche "freaky" klingen aber für mich war es eher umgekehrt,
diese "Freaks" welche alles bespringen was ihnen über den Weg läuft, so
war ich eben nicht.
Während Australien wie Party war, war Südkorea von Anfang an anders.
Es war wie Familie, man, also ich, fühlte sich sofort wohl dort. Als
ob man nach langer Zeit wieder nach Hause kommt.
So war auch die Stimmung dort, ich war kein Tourist, ich wurde in den
Alltag und die Familie integriert. So lernt man die Leute und das
Land sicher anders kennen als wenn man nur die Touristenplätze
abklappert. Aber es führt auch zu etwas anderem, man vergisst schnell,
daß man ja nur zu Besuch ist.
In der ersten Woche war ich zum Essen bei meinen Gastgebern. Wir waren
oft auswärts essen aber hier und da eben auch bei ihnen zuhause. Ihre
Nachbarn waren auch dort, evtl. um den "komischen" aus Europa kennen
zu lernen. Wir saßen klasisch auf dem Boden. Die Frauen bedienten
aber hielten sich im Hintergrund. Eunjoo war die Tochter der Nachbarn.
Am Ende saß sie neben mir und ihrem Vater. Die Stimmung war schon recht
gut, eben als währe da niemand fremdes dabei. Die Männer lachten auch
mal, die Frauen nicht. Es gab das Sprachproblem, ich konnte nicht
wirklich Koreanisch und wir nutzen meist Englisch. Die Nachbarn sprachen
aber so gut wie kein Englisch ausser ihrer Tochter Eunjoo. Meine Gastgeber
übersetzten erst aber Eunjoo fing dann an in Echtzeit für ihre Eltern zu
übersetzen was ich oder wir auf Englisch sprachen. Nun, sie übersetzte dann
auch für mich, was die anderen sagten.
Sie und ich sprachen dann auch miteinander, ich fragte sie zB etwas oder
sie gab von sich aus genauere Erklärung zu einem Thema.
Wie gesagt, die Stimmung war gut und es fühlte sich an als würde man einfach
dazu gehören. Man spürte so ein gewisses Etwas zwischen Eunjoo und mir.
Aber sie lachte nicht. Irgendwann flüsterte ich ihr etwas ins Ohr, während
ihre Eltern daneben saßen. Gewagt und evtl. nicht sehr höflich aber Eunjoo
fing dann etwas an zu lachen, leicht beschämt blickte sie auf den Boden. Und
ihr Vater? "Wenn ich sie schon zum lachen bringe könnte ich sie auch
ausführen.", genau das tat ich dann auch. Was ich ihr geflüstert hatte?
Das ist ein Geheimnis, aber es ging darum, ob ihr Vater mich mögen würde wenn
sie und ich ausgehen würden. Naja, etwas anders aber so in die Richtung.
Es ging auch um ihr schönes Lächeln welches sie verbirgt weil die Welt
dafür noch nicht bereit aber evtl. nun der Moment gekommen sei.
War der Moment peinlich oder so etwas? Nein, ihr Vater war nicht sauer
und die anderen fanden es eher gut bis lustig. Eunjoo übersetzte was
ihr Vater sagte, also das mit dem Ausgehen, und sie lächelte nicht nur
dabei, sie strahlte schon eher. Es war ein schöner Moment, welcher in
Erinnerung bleibt. Es hätte auch anders ausgehen können.
Wir gingen zwei Tage später zusammen aus, nur sie und ich.
Sie begleitet mich dann oft und wir verbrachten viel Zeit miteinander.
Niemanden störte es. Waren wir ein Paar? Irgendwie schon.
Sie übernahm die Rolle der Dolmetscherin und Begleiterin. Sie verbrachte
Zeit mit mir in meinem Appartment und in den Hotels wenn wir woanders
hinfuhren. Niemanden störte es, es erschien als wäre es ganz normal.
Das sie in meinem Appartment war erzählten wir natürlich nicht rum.
Ist ja auch irgendwie natürlich, bei ihren Eltern konnten wir nicht
rumhängen also zu mir. In den Hotels hatte sie ihr eigenes Zimmer,
es war eine Ausnahme, wenn sie zB das Doppelbett in meinem Zimmer
"ausprobieren" wollte. Es bekam ja niemand mit.
Was machte es oder sie nun zu etwas besonderem?
Gehen wir zum Anfang diesen Jahres, Eunjoo hatte Geburtstag und wie so
oft sendete ich ihr Glückwünsche und alles gute und die Hoffnung, daß
es ihr gut geht.
Nun, ihr Geburtstag verlief nicht so glücklich. Ich war ja nicht dabei
deshalb nur das was mir erzählt wurde.
Ihr Mann hätte gleich am Anfang vor allen Leuten dort bei dem Kaffee
und Kuchen essen bekannt gegeben, daß er sich scheiden lässt. So weit
ich es nun weiß, wusste auch Eunjoo nicht, daß er sich scheiden lassen
will. Schöne Überraschung, oder? Was für ein ... , ihr wisst schon.
Sie haben übrigens einen Sohn, er wird 16 Jahre alt, und der Vater will,
daß er bei der Mutter bleibt.
Für Eunjoo und ihren Sohn brach eine Welt zusammen.
Wie passe ich da jetzt rein? War ich der Grund für die Scheidung? Nein,
ich war nur eine Randnotiz ohne Auswirkung.
Aber Eunjoo war natürlich verzweifelt. Ich setze jetzt einen Link auf
eine Zusammenfassung wie es geschiedenen und alleinerziehenden Frauen
in Südkorea ergehen kann. Wer sich für die Hintergründe nicht interessiert
braucht es nicht lesen.
AI-Zusammenfassung der Situation Alleinerziehender in Südkorea.
Folgendes wurde mir so gesagt, ich weiß nicht ob es stimmt, Eunjoo wurden
nach dieser "Feier", wo sie wie alle anderen von ihrem Mann von der Scheidung
erfuhr, meine Grüße ausgerichtet. Sie hätte dann für einen Moment gelächelt.
Sie schrieb mir dann später. Dazu: Wir hatten nun öfter Kontakt und
sogar Videocalls. Sie weiß, daß ich bereits vorher hier über sie
geschrieben habe. Auch ist es für sie ok, daß ich den Teil ihres
Briefes hier nutze. Es mag verwunderlich klingen, daß sie dazu bereit
ist etwas so persönliches hier auszustellen. Es gibt da noch mehr
Momente wo auch bei mir ein Fragezeichen mit Ausrufezeichen im Kopf
war.
Aber zu ihrem Brief an mich.
Sie schrieb es in Koreanisch, wie sie sagte: Weil es ihr leichter
fiel.
Ihr Englisch ist tatsächlich schlechter geworden, sie hatte wohl
keine große Gelegenheit es zu nutzen und hat es wohl verlernt.
Sie hat es dann ins Englische übersetzt oder übersetzen lassen,
weil mein Koreanisch ist: "Was war das?!". Sprechen ist schon
schwer aber bei den Schriftzeichen muß ich das Handtuch werfen.
Ich hatte eben nie wirklich die Gelegenheit es zu üben und zu
nutzen.
Was sie nach dem Koreanischem und vor der Übersetzung schrieb:
"Don't worry. Is your Korean still so poor?
I'm sure you've hardly had a Chance to learn it. Please excuse me for
bothering you. I was told that you are successful and still the same
nice Person you always were.
I wrote it in Korean.
It wasn't easy for me to write this to you. Please excuse me for
bothering you. If it were only about me, it wouldn't be so important.
Here is the Translation into English. Please don't judge me."
Aus dem Brief:
사랑하는 이여, 진심으로 인사드립니다.
당신은 첫사랑이었지만 우정으로 헤어졌습니다.
비록 자주 만나진 않았지만 우리는 연락을 유지했습니다.
당신이 아닌 다른 사람이 나와 결혼했고 나는 그에게서 아이를 가졌습니다.
이제 그가 우리를 떠나려 하고 나는 아들과 단둘이 남게 되었습니다.
아시다시피 몇 년 전 아버지가 돌아가셨고, 당신 아내와 딸도 마찬가지였죠.
어머니는 혼자서도 겨우 버티고 계십니다.
저와 아들은 홀로 남게 될 거예요. 우리 동네에서 저 같은 여성들의 처지를 잘 아시잖아요.
당신은 제 친구인가요?
그때는 당신이 다른 사람들과 다르다는 걸 느꼈어요.
여기 사람이 아니어서뿐만 아니라, 세상을 보는 방식이 달랐어.
나를 보는 시선도 달랐지. 내가 정말 힘들게 했지?
도움을 청하는 게 부끄럽지만, 내 아들에게 미래가 필요해.
우리 좀 도와줄 수 있겠어?
Die Übersetzung:
I greet you from the Bottom of my Heart, my beloved.
You were the First, but you left in Friendship.
Even though it was less frequent, we kept in touch.
It wasn't you but someone else who married me, and I had a
Child by him. Now he wants to leave us, and I am left alone with
my Son.
As you surely know, my Father died a few Years ago, as did your
Wife and Daughter. My Mother can hardly cope on her own.
My Son and I will be alone. You know the Situation for
Women like me here.
Are you my Friend?
Back then, I sensed that you were different from the others.
Not only because you're not from here, you saw the World differently.
You saw me differently. I was very difficult, wasn't I?
I'm ashamed to ask you for Help. My Son needs a future,
can you help us?
Den Rest lasse ich weg. Es wird sehr persönlich, nichts für die
Öffentlichkeit. Es sollte reichen um zu verstehen.
Wenn man die koreanische Mentalität kennt, dann merkt man: Sie geht
sehr ins persönliche und sie lässt die Zurückhaltung fallen. Sie ist
verzweifelt.
Ich habe mit Leuten gesprochen, die hier in Deutschland leben aber
aus Südkorea kommen und die Verbindung zu dort darstellen. Die sind
nicht mit ihr Verwandt oder so, aber sie kennen sie. Es geht eben
um drei/vier Ecken.
Die wissen auch, welche Verbindung zwischen ihr und mir besteht.
Sie hatte Angst nun alleine mit ihrem Sohn dazustehen. Leider nicht
ganz unbberechtigt.
Die Scheidungsrate in Südkorea nach 20 oder 30 Jahren Ehe ist recht
hoch. Evtl. wegen dem "Pali Pali" dort. Es ist ein Ausdruck für die
Schnelligkeit dort. Entscheidungen werden schnell getroffen und
schnell umgesetzt. Auch beim Dating und Heirat wird nicht lange
überlegt. Doch wenn dann die Verpflichtungen gegenüber den Kindern
und der Familie wegfallen sehen viele keinen Sinn mehr verheiratet
zu sein. Dieses Pali Pali war evtl. einer der Gründe, weshalb es mit
uns nicht so klappte. Ich brauche Zeit, wäre sie nach Deutschland
gekommen hätte ich mich um sie gekümmert. Das sagte ich ihr. Aber
zu heiraten damit sie dann mitkommt, es fühlte sich falsch an.
Wobei, keine Ahnung, es waren so viele Kleinigkeiten und vielleicht
hätte ich sie einfach mitnehmen sollen. Wenn, dann hätten wir einen
Weg gefunden, oder? Es sollte wohl nicht sein.
Leute die Eunjoo kennen versicherten mir, daß die sie nicht alleine
lassen. Wie gesagt haben die und wir, Ivie und ich, auch mit ihr
gesprochen, zB per Videocall. War manchmal etwas ruckelig aber wenn
man bedenkt das es 8000km sind ist es schon eine tolle Technik.
Ihr Sohn war auch dabei, als wir unser ersten Videocall machten.
Eunjoo hat jetzt mehr Sicherheit, sie ist nicht alleine. Nicht
wegen mir sondern ... nun ja, ich habe wohl ein paar Leute
aufgeschreckt so das die eben zu Eunjoo stehen und nicht nur zu
ihrem Mann. Manchmal reicht eine Feder um in einem System etwas
Unruhe zu bringen so das Bewegung herein kommt. Sie sollen einfach
nur das richtige tun, was ihnen ihr Herz sagt.
Warum kontaktierte sie mich und was erwartete sie von mir?
Das war die Frage am Anfang dieser Geschichte als sie den Brief
schrieb.
Warum ich? Man kann jetzt denken, ich wolle mich nur in ein besseres
Licht stellen oder mich als den tollen Typen darstellen. Man muß mir
auch nicht glauben, daß es von ihr kam. Aber es kam von ihr.
Ihr Mann, oder Ex-Mann, wäre nur einmal mit ihr abends in den Park
gegangen als sie sich kennen lernten. Und sie empfand es nicht so
wie es damals mit mir war.
Gerade weil sie so von damals erzählte oder es erwähnte, sie wollte
wohl die gescheiterte Ehe ausblenden in dem sie an früher dachte,
an uns damals. Es war ja auch schön, wir waren öfters abends in
einen Park gegangen, teilweise auch spontan. Es war oft romantisch
gerade wenn das Wetter passte. Die Stimmung zwischen uns war meist
... ja romantisch.
Was sie erwartet, daß sagte sie mir dann. Da zu sein, damit sie nicht
alleine ist. Es sind 8000km zwischen uns? So meinte sie das auch nicht
oder nicht so direkt. Für sie ging es erstmal darum zu wissen, da ist
jemand, jemand der für sie und nicht für ihren Mann oder die Familie
da ist. Meine "Befürchtung" war, daß sie mich als Ersatz-Ehemann in
betracht ziehen würde. Sie hat es zumindest nicht gesagt.
Sicherlich hat sie auch die Hoffnung, daß ich ihr auch zB finanziell
helfen könnte wenn es nötig wäre. Würde ich? Ja und Nein, wenn sie
wirklich in Not ist, dann ja. Aber nur so als Nebeneinkunft dann nein.
Ich bin bereit sie zu halten, wenn sie fällt aber ich kann sie nicht
durchs Leben tragen. Ich kann sie stützen aber gehen muß sie alleine.
Für alle dort ist die Situation nicht einfach. Auch wir hier haben
uns Gedanken gemacht, wie wir damit umgehen sollen. Natürlich habe
ich mit Ivie darüber gesprochen. Aber auch mit Jaqueline. Ja, auch
mit anderen. Auch Zoe und Nicole wollten helfen.
Sie wird nicht alleine sein. Nicht nur, daß wir ihre Freund sind
sondern weil auch andere mir gesagt und versichert haben, sie lassen
sie nicht alleine.
Man merkte, wie erleichtert sie wurde, sie jetzt etwas beruhigter in
die Zukunft sehen kann.
Und nein, wir haben ihr kein Geld geschickt. Es ging ihr erstmal um
etwas anderes.
Es ist alles noch offen, wir werden erst noch sehen wie es sich bei
ihr entwickelt. Aber sie wird nicht alleine sein. Sogar Jaqueline
hat ihre Hilfe angeboten. Auch andere in Südkorea taten das.
Es freute nicht nur Eunjoo, auch mich. So sollten Menschen sein,
man ist füreinander da und läuft nicht einfach weg und lässt jemanden
fallen bloß weil die Person einem nichts bieten kann.
Jetzt kann ich und auch Ivie sagen: "Ich/Wir haben eine Freundin in
Südkorea."
Nunja, ein Wochenendbesuch wird evtl. etwas kompliziert.
Passiert anderen sowas nicht? Nicht?
Man, habt ihr ein langweiliges Leben, ich beneide euch. Doch wirklich.
Die Leute lesen die Geschichte hier aber in so einer Situation zu
stecken und zu entscheiden, es ist nicht einfach. Mit den Leuten zu
reden ist auch hier und da eine Herausforderung. Nicht alle denken so
wie ich und wollen etwas für "irgendjemanden" tun. Auch mit Eunjoo
selbst zu sprechen, gerade am Anfang war es eine komische Situation.
Ivie sollte ich dabei nicht vergessen. Wir haben viel darüber geredet
auch darüber, was sie davon hält und wünscht. Sie hat sich nicht im
Hintergrund gehalten, nach dem Motto: Ist ja seine, geht mich nichts an.
Nein, sie war mittendrin. Meine Beraterin und Unterstützerin und so
viel mehr.
Bei dem Videocall dann Ivie: "Wie sagt man: Frauen müssen zusammenhalten?",
"Women must stand together.", Ivie: "Ja, genau das!".
Wenn die Menschen wieder lachen können dann weiß man, man hat etwas
richtig gemacht.
Kommen wir zu den Punkten, die für mich wichtig sind.
Einige der Beiträge der letzten Zeit habe ich geschrieben und auch
online genommen weil das Thema Eunjoo doch mehr auslöste als nur
ihre Situation.
Zunächst, wollte Eunjoo mich manipulieren? Die Frage kam mir tatsächlich,
wegen Dingen die sie von sich aus ansprach und erwähnte und ich mich
fragte, warum sie das tut.
In dem Brief schrieb sie, ich sei der erste gewesen. Worauf bezog sie
sich? Was meinte sie damit? Sie meinte genau das.
Als ich ihr sagte, daß ich letztes Jahr mit einem online Blog anfing
und sie und unsere Zeit damals erwähnt hatte, wollte sie wissen,
welche Details ich geschrieben hatte. Es störte sie nicht, daß ich
die Nächte erwähnte oder sie und ich auch mal "Spaß" in meinem
Appartment hatten. Es wäre ja auch so gewesen und sie bereue es nicht.
Sie wollte wissen, ob ich mich an die Details erinnern würde, ja, daß
tue ich. So etwas vergisst man nicht.
In manchen Gesellschaften und Kulturen hat die Jungfräulichkeit einen
hohen Stellenwert. Meist bezüglich der Frauen und eher nicht bei den
Männern. Also selbst wenn sie schonmal hatte, behält man es als
Geheimnis, denn es würde der Frau in ihrem Ansehen schaden.
Habe ich hier im Blog gelogen? Ja. Ich könnhte jetzt mit Unterbewusstsein
oder Verdrängung und zB wie Ivie mit "um Eunjoo zu schützen" anfangen,
aber es ändert nichts, es war eine Lüge. Auch ist es nicht so, daß
Eunjoo mir das jetzt in den Kopf gesetzt hat um daraus einen Vorteil
zu haben, nein, ich habe gelogen. Ich schrieb, wir hatten damals eine
Grenze und die hatten wir auch. Verhütung war damals nicht oder ein
spezielles Thema, also lieber vermeiden als verhüten. Aber ... es
kam eben doch dazu. Sie war die erste Frau für mich. Sie sah mich
anders und wir taten es.
Niemand sollte es wissen. Ich war auch nicht der Typ der mit sowas
prahlte. Ich nahm Rücksicht auf sie. Es war ihr Körper und wenn andere
sie deshalb verurteilt hätten, es wäre falsch gewesen. Also blieb es
ein Geheimnis zwischen uns.
Die Geschichte mit ihr einfach aus dem Blog herauslassen? Ja, habe ich
aber nicht. Es war, glaube ich, das Video wo die Erinnerungen wieder
stark wurden und ich über sie schrieb. Ich schäme mich nicht dafür,
mit ihr zusammen gewesen zu sein. Warum also verheimlichen. Wenn da
nur nicht diese Details wären. Aber das machte es damals aus, zu etwas
besonderen.
Umso überraschter war ich, wie sie mit dem Thema dann umging. Sie
hätte es auch nicht vergessen. Wusste ihr Mann, daß sie schon vorher
mit einem Mann zusammen war? Nein, sie sagte es nicht und er merkte
es nicht. Mit ihrem Sohn habe ich nichts zu tun, daß wäre zeitlich
schon ausgeschlossen.
In dem zweiten Videocall erwähnte Eunjoo die Nächte mit mir, wohl um
ihrem Sohn zu erklären wer ich für sie sei. Ihr Sohn war bestürzt als
er merkte, daß seine Mutter schon etwas mit einem Mann hatte bevor sie
seinen Vater kennen lernte. Seine Reaktion: So genau wollte er es nicht
wissen. Ich fand es auch etwas komisch, wir hatten es all die Jahre als
Geheimnis gewahrt, warum sie es jetzt erzählen würde?
Vielleicht um ihrem Mann eine Auszuwischen. Aber sie sagte, sie würde
sich dafür nicht schämen. Ihr Mann und Vater ihres Kindes würde sie
einfach im Stich und alleine lassen. Sieht übrigens so aus als hätte
er eine jüngere neue. Während ich die ganze Zeit und trotz der Entfernung
immer den Kontakt aufrecht hielt und wir gegenseitig wissen wollten, wie
es dem anderen geht. Ihr Mann und sein Vater würde die beiden alleine
lassen während ich nun für sie da sei. Sie hätte damals wohl gut gewählt
und sie steht dazu.
Wie sieht es nun aus? Ich schrieb im Blog: Zwischen Ivie und mir ist es
nur gefestigter. Es gibt für Ivie keinen Grund angst davor zu haben, daß
Eunjoo sich zwischen uns stellt. Da ziehe ich klar eine Grenze.
Die Frage, ob wir nach Südkorea reisen um uns mal (wieder) persönlich
zu treffen und ich wollte ja sowieso mal wieder dort hin, lassen wir
erst mal weg. Ich denke, es wäre keine gute Idee dort jetzt aufzutauchen.
Eunjoo muß auch erstmal ihr Leben wieder neu ordnen und da würden wir
wohl eher stören.
Umgekehrt, sie und ihr Sohn kommen zu uns, so als Urlaub und um dem
Trubel zuhause zu entkommen, könnte eher sein. Aber das ist wohl
seitens Eunjoo noch ungewiss. Ihr Sohn würde aber sofort wollen.
Eunjoos Zukunft? Sie können sich die hohen Preise in zB Seoul nicht
leisten. Sie werden also wegziehen. Für ihren Sohn nicht so gut und
auch für sie bedeutet es, Kontakte zu verlieren. Ihr Leben wird sich
ändern. Ihr Sohn wird mit 19 Volljährig aber sie wird trotzdem noch
für ihn sorgen müssen. Ich hoffe, ihm legt man keine Steine in den
Weg.
Ansonsten: Vom Auswärtigem Amt bezüglich Südkorea "dürfen sich ohne
Visum grundsätzlich nicht länger als 90 Tage je Zeitraum von 180
Tagen im Bundesgebiet aufhalten."
Und wenn wir dann einen kleinen Abstecher zB nach Frankreich machen
würden, würden die 180 Tage wieder anfangen, oder so.
Ist auch egal, mal sehen was die Zukunft bringt.