Nein, keine Werbung. Ich finde solche Anlagen einfach schön. Nicht nur
die Technik auch die ganze Steuerung. Viele sehen nicht was da alles an
Steuerung und Programmierung drin steckt. Ich mag es immer wenn es
selbst regelnd ist und auch auf Abweichungen selbst reagiert. Ja, die
Arbeit kann auch Spaß machen.
Dann das Busfahren. Ob ich auch mal hätte fahren dürfen? Bus bin ich
tatsächlich noch nicht gefahren, also selbst gefahren nicht als Passagier.
Ich denke aber mal, da ging es eher um die Nachwuchsförderung.
Die Firmengründungen sind auf dem Rekordhoch. Aber ist das wirklich gut?
Wie viele davon werden bestehen? Wie viele davon sind Leute welche sich
als Einmannbetrieb selbstständig machen weil sie keinen Job gefunden haben
und hoffen so weiter zu kommen? Natürlich werden auch viele Firmen dabei
sein welche eine Zukunft haben. Bei solchen Zahlen sollte man evtl.
vorsichtig sein. Die Wirtschaft ist nicht im Aufschwung so das viel
Nachfrage vorhanden ist und deshalb viele Firmen entstehen. Im Moment
sehe ich eher eine Verschiebung im Markt. Firmen gehen Pleite und andere
werden groß. Trotzdem sind solche Meldungen positiv denn sie geben Hoffnung.
Evtl. gibt es auch eine Verschiebung hin zu den Orten wo Wirtschaft und
Firmen noch stark sind und deshalb kommen die Firmengründer hier her?
Da ich schon bei den Themen hier am Ort bin bleiben wir mal bei Ivie.
Oder mache ich doch erst Zoya fertig? Ja, sie fertig machen macht immer
Spaß. Ich nenne sie jetzt hier Zoya und nicht mehr Zoe. In der Vergangenheit
hatten wir das Thema schon mal, als sie von so einem Braunen wegen ihres
Namens blöde angemacht wurde und dann auf mich sauer wurde weil ich ihren
Namen in anderer Form schreibe und so ihre wahre Herkunft verleugne. Es
war aber nicht meine Absicht. Zoe und Zoya ist im Grunde der selbe Name
nur in unterschiedlichen Regionen anders geschrieben. Dies wusste ich aber
nicht, was keine Entschuldigung ist da ich ja Google und Co hätte fragen
können. Ich ging eher nach dem Klang und wollte nicht ihren wahren Namen
nutzen, da lag Zoe für mich eben nahe. Wir haben das unter uns geklärt
aber ich nutzte hier weiterhin Zoe für sie. Sie meinte aber dann, daß
ich ihren Namen nutzen könne. Es ist ja nur ein Teil ihres Namens und
sie steht dazu. Also werde ich jetzt Zoya nutzen. Bei Ivie ist es ähnlich.
Im Grunde könnte ich unsere Vornamen nutzen. Werde ich aber nicht.
Ivie ist Ivie und mein Vorname? Ich schrieb schon, die Leute haben ein
Problem damit. Es ist ein berühmter Name, jeder kennt ihn. In Südkorea
ist ein Einkaufszentrum, evtl. sogar mehrere, nach mir benannt worden.
Ja gut, nicht nach mir persönlich, aber das Einkaufszentrum gibt es dort.
Und wie geht das dann? "Das sind (Ivies richtiger Name) und (mein
Vorname in der weiblichen Form).", ich: "Und ich dachte du wärst mit
mir hier.", Ivie: "Sie meinte doch dich.", "Ach so, dabei habe ich
doch keine so langen Haare.". Ja, im Grunde stört es mich nicht, ist
eben schnell falsch ausgesprochen. Aber manchmal, können sich die Leute
nicht auch mal Mühe geben?
Ivie, kommen wir zu ihr. Sie fing ja an ihr Englisch wieder aufzufrischen
oder eben neu zu lernen. Sie ist da schon richtig gut drin. Sie geht nicht
zur VHS oder so etwas, sie macht es für sich alleine. Hin und wieder spricht
sie dann mit mir Englisch oder nutzt ein paar englische Sprüche welche sie
toll findet. Mit Englisch hat man auch im Internet mehr Quellen und
Informationen. Sie gibt sich Mühe und merkt auch welchen Vorteil es hat.
Sie denkt schon darüber nach weitere Sprachen zu lernen. Es schadet ja
nicht und gerade Englisch hilft einem überall weiter.
Für sie ist es ein Erfolg, oder? Ich finde schon. Ohne Druck und ohne Not
wollte sie es tun und sie tat es. Weil sie es wollte. Ich habe öfter hier
im Blog geschrieben, daß sie sich verändert hat. Und das sieht sie auch
selbst so.
Wenn ein Mensch schon sehr früh unterdrückt und gebrochen wird, körperlich
geschunden und geistig gebrochen, dann zieht dieser Mensch sich zurück. Sie
sucht Schutz und wenn die Person diesen nicht woanders findet sucht sie ihn
in der Einsamkeit und vermeidet alles was sie aus diesem Schutz holen könnte.
Die Person wird immer und immer wieder fertig gemacht und immer wieder wird
sie klein gehalten. Denn so kann man die Person besser kontrollieren und aus-
und benutzen.
Jahrzehnte hatte Ivie keine Perspektive und zog sich zum Schutz zurück.
Niemand, oder fast niemand, wollte dann etwas ernstes mit ihr anfangen.
Zum Spaß haben war sie gut genug und man hielt sie dann auch klein, weil
man sie so haben wollte und sie so kontrollieren konnte. Man fügte ihr
Schmerzen zu, weil die es konnten.
Diese Geschichten und Märchen, vom hässlichen Entlein zum schönen Schwan.
Der Frosch welcher zum Prinzen geküsst wird, warum nicht auch zu einer
Prinzessin? Aschenputtel und alle diese Geschichten und was sie uns sagen
wollen. Kein Ahnung, was die uns sagen wollen. Habt ihr schon mal einen
Frosch geküsst? Und natürlich ist es immer ein Prinz, kann ja nicht anders
sein, daß sich die junge Schönheit nicht sofort in einen Prinzen "verliebt".
Doch die Realität sieht anders aus. Man will nicht die Prinzessin oder den
Schwan, man will die gebrochene und leicht zu kontrollierende welche man
benutzen kann. Notfalls zwingt man sie dazu und fügt ihr Schmerzen zu damit
sie zurück in diese "Rolle" findet.
Zwischen Ivie und mir war es von Anfang an anders. Sie hatte vor Jahren schon
daran gedacht wie es wäre mit mir zusammen zu sein. Doch sie sah nicht die
Chance, daß es dazu kommen würde. Letztes Jahr war ich nicht begeistert davon
sie mit in den Urlaub zu nehmen. Die Situation zwischen uns war anders.
Kein "den/die will ich", es war anders. Sie ging mit der Kröte mit, welche
kein Prinz war. Es waren dann die Ereignisse welche uns zusammen brachten.
Es war nicht der erste Eindruck, es war nicht dieses oberflächliche "Liebe
auf den ersten Blick". Es waren zwei Puzzleteile welche plötzlich
zusammensteckten und merkten: "Wir passen perfekt zusammen".
Sie versteckt sich nicht mehr, sie traut sich wieder etwas.
Hmmm, es musste wohl doch erst eine Kröte kommen damit die Prinzessin zum
Vorschein kommt.
Ich schrieb letztens, ob es übertrieben wäre wenn wir öfter weg oder unterwegs
sind. Ich mag es unterwegs zu sein und nicht zuhause herumzusitzen und auf die
Dinge zu warten.
Und Ivie mag es auch. Es mag für andere dumm sein, wenn ich zB nach der Arbeit
nach Hause komme und dann: "Ich sollte noch an der Tankstelle vorbei. Hast
du noch was vor oder kommst du mit?". Sie kommt mit und wir fahren noch etwas
herum und wenn uns danach ist halten wir bei irgendeinem Restaurant oder etwas
in der Art und Essen dann zu Abend. Manche öffnen ja erst später und manchmal
hatten die gerade geöffnet und dann hören wir ein: "Unsere ersten Gäste für
heute.".
Ja, Ivie hat sich verändert aber auch sie hat mich aus meiner Einsiedlerhöhle
geholt.
Es ging eigentlich um Sprachen und wie sie uns den Weg in die Welt öffnen.
Nicht nur den Weg, sondern auch die Menschen und Kulturen anderer Länder.
Wenn ich in ein anderes Land fahre dann möchte ich die Menschen und das
Land kennenlernen. In einem Hotel sitzen, in dem alle Deutsch sprechen, finde
ich grässlich.
ZB mein Koreanisch war auch damals ein Verbrechen trotzdem hatten alle Spaß
dabei wie ich es versuchte und die dort versuchten es mir beizubringen.
Schon alleine durch das Lernen öffnen sich schon andere Türen. Man muß es
nicht perfekt können. Schon zu zeigen, daß man bereit ist die Sprache zu
lernen und damit auch der Kultur und den Menschen näher zu kommen, lässt
die Menschen oft ganz anders reagieren als wenn da ein "warum spricht hier
den niemand Deutsch?" ankommt.
Mit Englisch kommt man eigentlich überall weiter. Irgendjemand spricht immer
etwas Englisch, gerade junge Leute sind da meist hilfreich. Oft spricht
jemand nicht perfekt Englisch aber selbst mit einem geringem Wortschatz
kann man sich dann oft verständigen.
Nicht ohne Grund wird in den Schulen seit Jahrzehnten Englisch gelehrt.
Als ich in der Schule war waren Sprachen nicht meine Stärke. Es war alles
so trocken und man sprach doch, also wozu dieses ganze lernen? Hat es euch
auch genervt? Ist es nicht wichtig, daß man verstanden wird und nicht ob
etwas groß oder klein geschrieben wird? Ich habe das Kommata lieben gelernt
um damit Sätze zu verstümmeln und ausdrucksvoller zu machen. So manche
Lehrkraft wird sich dabei wohl an den Kopf fassen.
Im Englischen mache ich viel nach Gefühl. Wenn man jahrelang damit umgegangen
ist hat man irgendwann so ein Gefühl ob es richtig oder falsch klingt.
Man wird geschult, ja. Ob Business oder Science English, man kann es lernen.
Doch erst wenn man es nutzt wird man auch sicher darin.
In der weiterführenden Schule hatte ich dann noch zusätzlich Spanisch als
Fremdsprache. Wir hatten ja spanische Freunde also passte das auch so.
Es gibt aber eine Sprache welche ich schon immer faszinierend fand. Eine
sehr alte Sprache. Sie wurde seit tausenden von Jahren entwickelt und auch
immer genutzt. Eine Sprache die überall auf der Welt genutzt wird und ohne
die unsere heutige Welt nicht funktionieren würde.
Eine Sprache welche Regeln und Vokabeln hat und eine Art Grammatik und
Zeichensetzung. Sie ist einfach und logisch aufgebaut und doch kann sie
so komplexe Vorgänge beschreiben die wir kaum noch verstehen.
Es ist die Mathematik.
Viele stöhnen dann, dabei ist Mathe überall in unserem Alltag. Vom einfachem
addieren und multiplizieren bis hin zur Statik des Hauses in dem ihr lebt.
Die Elektrik mit der ihr zB kocht oder Wäsche wascht und das alles, ohne
Mathematik würde die Installation und Nutzung ein reines Glücksspiel mit
dem Hauptgewinn eines zerstörten Hauses.
Mathematik beschreibt die Vorgänge um uns herum. Wie wollt ihr wissen wie
viel Farbe ihr für eine Wand braucht oder wie viele Tapetenrollen benötigt
werden. Wie wollt ihr mit Längen und Flächen umgehen oder euren Finanzen?
Jeder spricht diese Sprach, überall auf der Welt: Mathematik.
Nicht nur seit Jahrhunderten sondern seit Jahrtausenden.
Geometrie, etwas ist gezeichnet, evtl. sogar nach einem realen Vorbild.
Wenn man es sehen kann, dann existiert es, zumindest die gezeichneten
Formen. Es sind aber keine oder nur wenige Maße angegeben. Die Leute
denken dann, die Maße fehlen und deshalb kann man zB die Fläche oder
anderes nicht bestimmen. Doch bloß weil wir die Maße nicht kennen
bedeutet es nicht, daß die nicht da sind. Die Linie ist da und muß eine
Länge haben. Wir sind unwissend weil niemand die Werte in die Zeichnung
geschrieben hat. Doch die Mathematik beschreibt, und mit ihr sehen wir
dann auch die Werte welche wir brauchen. Man analysiert und nimmt passende
Formeln und die Werte kommen aus dem dunkeln hervor.
Es ist manchmal wirklich faszinierend, man denkt "Da sind keine Werte, wie
soll man da dies und dies bestimmen." und die Mathematik dann: "Die Werte
existieren und wenn du sie wissen willst dann zeige ich sie dir.".
Die meisten würden wohl einfach anfangen eine Linie abzumessen. Fürs Grobe
reicht es oft, doch nicht selten wird es zu ungenau und die Toleranzen
addieren sich und dann hat man die Sch.... .
In der Schule war Mathe und Physik meine Fächer. Ich schrieb, glaube ich,
schon mal, daß ich es damals gerne studiert hätte. Aber ich sollte nicht
und ich war so dumm und habe immer auf andere gehört.
Ich weiß noch, es war Physikunterricht und wir schrieben eine Arbeit/Test.
Ich erinnere mich noch an den Namen des Lehrers, ich hatte damals ja auch
den Computer/Informatik Unterricht und der Lehrer interessierte sich auch
für das Thema. Ich war mit dem Test fertig und alle anderen schrieben noch.
Man nutzt die Zeit dann und geht die Aufgaben nochmal durch ob man einen
Fehler gemacht oder etwas übersehen hat. Aber ich war dann eben fertig
und wohl der erste gewesen, alle anderen schrieben noch. Der Lehrer sah
dann, daß ich dann da herumsaß und fragte dann ob ich fertig sei. Ich sagte
dann ja und er nahm dann meine Arbeit/Test mit. Dann kam er zurück und
schmiss, wirklich, eine Computerzeitschrift auf meinen Tisch. Alle bekamen
es mit und es war etwas peinlich aber ich schaute dann in die Zeitschrift
während die anderen noch schrieben. So einen Lehrer musste man auch erst mal
haben. Und nein, ich habe nicht zu viele "dann"s geschrieben.
Nach der Schule verlor man sich aus den Augen. Jeder geht seinen eigenen Weg
ins Leben, ist ganz normal. Manche hatte man ja dann noch hier und da getroffen
oder gesehen. Da war zB die kleine H. welche in der Schule während der Pause
mit L. herumknutschte. Ganz ehrlich H.: Ich fand damals schon, daß er der
falsche für dich war. Aber das hast du ja dann selbst herausgefunden. Ich weiß
noch wo ich H. das letzte mal sah, in der Innenstadt von GT. Sie machte dort
eine Ausbildung, das selbe was auch meine Mutter beruflich machte. B. hatte ich
noch öfter gesehen. Er hat einen Laden und hin und wieder war ich auch mal dort.
Ich brauchte mal dringend Passbilder, weiß jetzt nicht wann das war und worum
es ging aber ich brauchte den Personalausweis. Wisst ihr so aus dem Kopf wann
euer abläuft? Ich nicht. Bitte nicht lachen, ich hatte damals echt deswegen
Stress. Ja, selber schuld. Ich brauchte den Ausweis und nahm ihn in die Hand
damit er auch da ist. Dann schaut man drauf und "oh, wie lange ist der denn
noch gültig? Ach bis vor zwei Monaten. Was?! Ich brauch den jetzt!". Schnell
zum Amt und einen neuen beantragen und einen vorläufigen Ausweis mitnehmen.
War auch gültig und alles war in Ordnung. Aber es war knapp. War, glaube ich,
sogar auf einem Freitag. Schnell Bilder besorgen und zum Amt. Die Bilder hatte
B. gemacht.
Alexandra, sie sah ich später in der Post, damals. Sie stand in der Schlange
und ich kam rein. Ich sah sie und ich hatte es sofort im Gefühl das sie es
ist. Ich bin mir nicht sicher aber ich hörte mal, daß sie nach GT gezogen sei.
Jeder machte damals sein eigenes Ding. Jeder dachte nur an sich und seine
Ziele zu erreichen. Ich hatte keine. Nein, wirklich. Ihr habt Wünsche und
etwas was ihr gerne machen würdet aber alle arbeiten gegen euch und zerren
euch in die andere Richtung. Keiner von damals dachte mal an mich sondern
sie dachten immer nur an sich und was sie von mir bekommen können. Wir
hatten nicht das Geld und bei einer Ausbildung verdient man ja auch was
und danach dann arbeiten gehen und Geld nach Hause bringen. Gerade Vicky,
die spanischen "Familienfreunde", sagte damals öfter, daß ich mich um meine
Mutter kümmern sollte oder würde. Meinen Geschwistern sagte sie das wohl
nicht. Sie meinte es sicher gut, aber es zeigte auch die Erwartungen an
mich. Niemand in unserer engsten Familie hatte Studiert. Studieren galt
als "dumm". Sie trauten es mir wohl auch nicht zu, die Ausbildung welche
ich dann machte trauten sie mir auch nicht zu. Meine Ziele und Wünsche lagen
hinter all den Menschen die wie ein Mauer um mich standen und immer wieder
einen Teil von mir herausrissen um sich damit ihr eigenes Leben zu bauen.
Was mit mir war interessierte niemanden. Ich sollte nur so funktionieren
wie sie es wollten oder brauchten, egal wie sehr sie mir damit Leid zufügten.
Wie ich mich fühlte oder was ich wollte hat niemanden interessiert. Auch
meine Mutter, sie wollte bestimmt nur das Beste für mich aber im Grunde
wollte sie nur, daß ich immer weiter gehe. Meine Träume und Wünsche waren
für sie dumm, sie verstand so etwas nicht. Arbeiten und Geld verdienen,
daß waren für sie die Prioritäten. Es ist nur meine Sicht aber zurück
blickend habe ich damals viel gegeben und zwar auf verschiedenen Ebenen.
Sie alle nahmen und forderten und verlangten aber niemand gab auch mal
etwas zurück. Sie profitierten von mir und dann warfen sie mich einfach
weg. Sie hatten was sie wollten und brauchten mich nicht mehr.
Als ich die Firma verkaufte hatte mein Leben keinen Sinn mehr. Der Druck,
der Stress und dieses "euch zeig ich es" war der Ansporn, doch dann war
das alles nicht mehr da. Ich war alleine und ich war ausgelaugt und gebrochen
und ich sah keinen Sinn mehr. Ich hatte das Geld, das war alles was ich
hatte.
Physik und Mathematik, Technik und Computer/IT, ich bewarb mich in Bonn.
Andere wären evtl. mit dem Geld in der Welt herum gereist. Ich wollte
etwas anderes.
Es waren nur ein paar Jahre zwischen dem Ende meiner Ausbildung in BI und
dem Weg nach Bonn. Ich wünschte, ich hätte auf diese Jahre verzichten
können. Das Studium und Ausbildung hatte ich mir ausgesucht. Ehrlich
gesagt hatte ich keine Hoffnung, das Leben meinte es nicht gut mit mir
und die Menschen erst recht nicht. Die Tests waren hart und fordernd,
ich musste vorher viel auffrischen und nachholen. Der Tag als der Brief
kam, den werde ich nicht vergessen. Es war bewölkt, richtig dunkel.
Der Brief lag im Briefkasten. Mit dem Gedanken "sicher ne Absage" öffnete
ich ihn. "Wir freuen uns ihnen mitteilen zu können ...", ich war drin.
Wenn alles von einer Sekunde auf die andere kippt. Wenn euch plötzlich
die Freude erfüllt und alles was war egal wird.
Fast 10 Jahre vorher wollte ich studieren. Doch dann tat ich es, weil
ich es wollte, schon immer. Es war mir egal was die anderen sagten.
Physik, Mathematik, IT und Technik ist so eine klare und logische und
friedliche Welt. Eine Welt wo Egoismus und Rücksichtslosigkeit keine
Auswirkung hatten. Eine Welt wo nicht die Dummheit dir dein Leben kaputt
machen will um sich selbst zu bereichern.
Eine Welt in der Leistung und Fleiß zu Ergebnissen führen. Eine Welt in
der nicht die welche große Reden schwingen als erfolgreich gelten sondern
die welche Ergebnisse liefern.
Eine Welt in die man flüchten kann.
Eine Welt durch die man viele nette und gute Menschen kennengelernt hat.
Eine Welt des Miteinanders und der Gegenseitigkeit.
Es war für mich tatsächlich eine Welt in die ich flüchten konnte.
Aber diese Welt öffnete die Türen zu einem Leben mit guten Menschen.
Menschen denen ich nicht egal war. Menschen denen es nicht nur um sich
selbst und deren Wohlergehen ging.
Das Studium war nicht speziell auf Mathematik oder Physik ausgerichtet,
es waren aber Schwerpunkte davon. IT und ein bischen Ingenieurswesen
rundeten alles ab. Es gab Doktoren und Professoren der Mathematik und
Physik. Es gab Ingenieure und natürlich IT-Spezialisten. Wir waren eher
wie das Kaugummi welches alles zusammen halten sollte. Oder die Lücken
dazwischen füllen sollten. Es war sehr fordernd alle diese Bereich
abzudecken. Aber es hatte auch den Vorteil eine breitgefächerte Basis
zu haben und viele Wege dann gehen zu können. Jaqueline ging dann in
einen anderen Bereich wo solche Allrounder mit dann Spezialisierung
sehr gefragt waren und sind. Ich selbst wäre gerne in der Wissenschaft
geblieben aber landete dann in Berlin beim DSC. Nicht wirklich verwandt
aber sie suchten Leute wie uns welche gewisse Fähigkeiten und Können
hatten. Dadurch wurde ich dann auf die Analyse und Auswertung und Planung
spezialisiert.
Hier habe ich in den letzten Wochen jemanden auf YouTube gefunden. Sie
hat ein Video wo sie ihr Studium erklärt, allgemein gehalten. Ich fand
die Beschreibung sehr gut. Ich habe nicht wie sie direkt Mathe Studiert
sondern bei uns war es eben eher Mathematisch-Technisch ausgelegt. Also
schon ein bischen wie ihre Wahl nur das eben bei uns auch Physik dabei
war.
Ich schrieb auch schon im Blog, es war sehr hart. In der Schule fiel mir
vieles leicht aber das Studium fordert wirklich viel von einem. Aber es
machte auch Spaß. Bei uns war eben auch der praktische Teil, man könnte
es wie ein Praktikum während des Studiums sehen, sehr ausgeprägt.
Wir hatten wirklich kein Partyleben als Studenten. Wir hatten auch abends
noch zusammen gelernt und uns vorbereitet. Selbst am Wochenende haben wir
zusammen gelitten, also gelernt. Wir waren auch öfter länger im Institut
und nutzen die Ressourcen dort. Man lies uns auch, es war wohl eine
Anerkennung für unsere Leistung. Das normale Leben gab es ja auch noch.
Also diese typische Sicht auf das Studentenleben mit viel Zeit und so,
daß war bei uns nicht so. Es half sicherlich, daß man zusammen mit anderen
gelernt hat. Man spornt sich gegenseitig an, man hilft sich gegenseitig
und man freut sich zusammen wenn jemand viele Punkte bekommen hatte.
So etwas schweißt zusammen.
Aber auch die Beschreibung der Mathe im Studium. Es geht nicht um Zahlen
oder Formeln hin und her schieben. Es geht ums analysieren und Erkennen
von Strukturen. Es geht nicht um das Ergebnis sondern das ihr es beweisen
könnt. Um was handelt es sich und welche Informationen finde ich. Wie
finde ich ein Ergebnis.
Logik und Analysieren. In der Schule haben viele die Sachaufgaben gefürchtet.
Im Studium geht es aber genau um so etwas. Eine Formelsammlung hilft euch
wenig wenn ihr nicht erkennt worum es geht und wie ihr vorgehen könnt.
Manchmal gibt es nicht nur eine feste Lösung, sondern mehrere. Die Punkte
gibt es nicht für die Lösung sondern für den Weg und den Beweis zu der
einen Lösung.
Hatte ich schon geschrieben, daß ich es faszinierend fand?
Schaut euch ihr Video an.
Wie kommt man von Mathematisch-Technisch zum Diplomatischen-Sicherheit-
Corp der USA? Weil sie die Fähigkeiten dieser Menschen nutzten. Weil
hinter den Kulissen alles analysiert und bewertet wurde.
Ich schrieb schon mal, die Tests damals dauerten eine Woche. Jeden Tag
wurde getestet und aussortiert. Sie gaben Menschen wie uns die Chance
dort zu arbeiten weil sie solche Menschen suchten. Ein guter Job, kein
gewöhnlicher Bürojob. Wäre ich nicht einer derjenigen gewesen die am
Ende noch übrig blieben, es wäre mir egal gewesen. Wir wussten damals
nicht wirklich was auf uns zu kommen würde. Wenn man den Job nicht
bekommen hätte wäre man einfach zum nächsten Angebot gegangen. Ich war
mir damals auch nicht sicher ob es das richtige für mich wäre. Aber
ich sagte dann zu und dann zog ich es auch durch. Es war auch kein
einfaches Leben aber es war auch nicht langweilig. Die Zeit ging schnell
um und als dann der Moment kam wo sich alles änderte und die USA keine
Nicht-Amerikaner in so einem sensiblen Bereich haben wollten war es
schon schade.
Wobei ich evtl. sonst selbst gekündigt hätte. Viele denken bei so etwas
an James Bond oder ähnliches, cool und Abenteuer und all das. So war es
aber nicht. Routine, Vorgaben und Regeln bestimmten. Die Verantwortung
und der hohe Druck keine Fehler zu machen und nichts zu übersehen und
der Stress dabei, daß hatte nichts mit diesem Bild aus Hollywood zu
tun. Der Job bestimmte auch euer Leben. Damit meine ich nicht nur das
permanente Screening wegen der Sicherheitsfreigabe sondern wirklich
den Job. Wenn zB eine Veranstaltung um 18:00 oder 20:00 Uhr war dann
waren wir schon drei/vier Stunden vorher dort. Und so etwas ging dann
auch mal bis nach Mitternacht. Zwölf Stunden Schichten waren nicht
sehr selten. Es war eben oft sehr über den Tag verteilt. Selbst wenn
wir im Büro und nicht vor Ort waren gab es keine festen Arbeitszeiten.
Auch am Wochenende wurde oft gearbeitet.
Euer Leben wird davon bestimmt und Familie und Co hat es damit sicherlich
sehr schwer. Immer wenn ich einen Film sah wo der einsame Agent oder
ex Agent oder so etwas glorifiziert wurde hatte ich über meine eigene
Situation nachgedacht. Die Entscheidung wurde mir ja abgenommen aber
evtl. wäre ich auch so gegangen.
In den letzten Tagen, oder Wochen, habe ich mehrere Videos zu Mathematik
und Logik-Rätseln gesehen. Sie machten mir gute Laune und es machte Spaß.
Manche Aufgaben sind einfach und schnell im Kopf gelöst. Die wirklichen
Herausforderungen wären wohl nicht für die Masse geeignet und deshalb gibt
es keine Videos dazu. Trotzdem machte es mir Spaß die Videos zu sehen.
So etwas hebt die Laune und bringt einem in diese Welt zurück.
Denkt über mich was ihr wollt. Mathe-Rätsel zu lösen macht Spaß.
Zum Schluß den Bogen zum Anfang. Ich schrieb damals, daß wir auch dort
drüber gegangen sind. Und auch wenn ich das Video sehe, so richtiges
Kirmes-Feeling kam nicht auf. Ich weiß nicht aber irgendwas fehlte, es
war keine Feierlaune dort. Wenn ich bedenke wie voll es früher oft war
und dann heute, man kam nicht in Stimmung.
Die Photo-Box, als ich es im Video sah kam es wieder hoch. "Smile" steht
da mehrmals. Ich: "Ich lasse mir von so einer Kiste doch nicht sagen was
ich tun soll.", Ivie: "Komm, lache doch mal für mich.", "Ok.", ja ich habe
dann gelacht, Ivie auch.
Entenangeln, haben wir beide gemacht. Ivie: "Ich glaube meine Angel ist
krumm.", "Ist doch egal, sind sowieso keine echten Enten.". Es war eine
Frau in dem Stand und die sagte dann etwas in die Richtung, daß sie lieber
nichts dazu sagt. Ne, also echt, Entenangeln ohne echte Enten?