"Bond .... James Bond", jeder kennt es, oder? Kann ich ein "Bad Boy" sein? Oh ja. Wir waren gestern in Kassel, kennt keiner, zumindest wollte es niemand zugeben. Ivie hatte ja vorgeschlagen mal dort hinzufahren und sie zeigt mir ein paar Orte dort. Ich schrieb darüber und wir haben natürlich auch darüber geredet. Nochmal zur Erinnerung, dort ist sie aufgewachsen und dort wurde ihr schlimmes angetan. Da stellt sich natürlich die Frage, ob man da wieder hinfahren sollte. Es sind viele Jahre vergangen und es hat sich dort sogar etwas verändert. Vor der Vergangenheit fliehen und sich von ihr treiben lassen ist kein guter Lebensplan. Auch wenn die Fahrt dorthin sicher für sie belastend war. Die Hinfahrt war ... nunja. Die Stimmung bei uns war mit einem Lächeln dieses "komische" Gefühl in der Luft nicht zu dominant werden zu lassen. Keiner von uns beiden wusste, was auf uns zukommen könnte. Zudem, Feiertag. Die Sonntagsfahrer treffen auf die genervten Familien und dazwischen die Idioten welche ihre Freundin beeindrucken wollen, also so wie ich. Ich habe nie gesagt, ich sei der beste Fahrer von allen, ich meckere nur über die anderen. Nein, so schlimm war es nicht. Die typischen Idioten welche sich für König, Kaiser und Gott halten und die Autobahn für sich alleine beanspruchten. Von der Auffahrt direkt auf die linke Spur, egal wer da im Weg ist. Dazu gibt es bestimmt gute Dashcam-Videos aber ich habe da jetzt keines. Dann Leute die auf der Überholspur leben oder es sich einbilden, die linke Spur blockieren und erst im letzten Moment über alle Spuren auf die Ausfahrt ziehen. So oft in Videos gesehen. Und ich dachte dann noch so: Warum habe ich Idiot gebremst, ich hätte dem Oberidioten in die Seite knallen sollen. Ja, bremsen war wohl die bessere Idee. Dann das Gegenteil davon, die welche wohl noch nie gehört haben was eine Autobahn ist. Und wir dazwischen. Manchmal ammüsant, wenn es nicht so traurig wäre. Zwei BMWs treffen aufeinander, man konnte die Egos regelrecht explodieren hören. Nein, kein Unfall nur gekränkte Idioten. Ich war nicht involviert, wir fingen nur irgendwann an Spaß zu haben. In Kassel war es eigentlich entspannt. Das Wetter war nicht unbedingt Sommer aber besser bewölkt mit leichtem Regen als knallende Sonne und Hitze. Es war gemühtlich und so war auch die Stimmung. Manchmal nahm ich Ivie in den Arm, legte meine Arme um sie. Sie hat es gut verarbeitet und lies sich nicht von den Erinnerungen herunter ziehen. Wir haben etwas Zeit dort verbracht aber die Stimmung blieb gut und wurde sogar besser. Sie und ich und nicht die Vergangenheit hatten die Kontrolle. Am Anfang war wirklich diese Angst, daß es schlimm werden könnte. Doch die dunklen Geister der Vergangenheit hatten keine Substanz mehr. Wir schauten uns noch Sehenswürdigkeiten an und gingen dort essen. Alles ganz normal. Ich glaube Ivie war erleichtert, daß sie es so gut unter Kontrolle hatte. Die Menschen von damals, es wäre ein ungewöhnlicher Zufall gewesen wenn wir auf sie getroffen wären. Manchmal sah es so aus als ob Ivie sich umsah und evtl. Angst hatte, daß dieser Zufall eintreffen könnte. Wir waren in einem Restaurant, nichts großes. Ich "musste", ihr wisst schon. Als ich wieder kam belästigte ein Mann, nicht mehr ganz jung, Ivie. Und wenn ich es so schreibe, dann weil es so war. Ivie sah in nicht an und ignorierte ihn doch er wollte wohl unbedingt etwas von ihr. Aufgrund der Situation und seiner aggressiven Art ging bei mir der Puls hoch. "Gehen Sie lieber und zwar sofort!", er würde sich nur mit der Dame unterhalten wollen und ich solle vorsichtiger sein, "Die Dame möchte sich nicht mit ihnen unterhalten! GEHEN SIE!". Ein anderer Mann kam dazu, die zwei waren wohl zusammen dort und der wollte uns beide beruhigen. Der aggressive Typ dann, was ich mir einbilde und wer ich denn sei. Ja, James Bond like ganz ruhig: "Name ... Vorname Name. Niemand auf der Welt wagt es diesen Namen nochmal zu tragen, bei dem Namen weiß jeder, daß ich es bin und niemand sonst. Schreiben sie ihn sich auf, denn wenn Sie sie noch einmal belästigen, werden sie nicht mehr fähig sein ihn auszusprechen.". Hat gewirkt, aber die Stimmung war etwas down. Diese Stadt ist nicht gut, niemand will sie kennen, ich weiß jetzt warum. Ich fragte Ivie, ob sie Angst gehabt hätte. Hatte sie aber sie wusste, daß ich kommen würde. Hatte ich? Nein, aber danach fühlte es sich nicht wie eine Ruhmesleistung an. Aber das mit dem Namen, ich glaube das muß ich öfter bringen, hat wohl Eindruck gemacht. Später, wir redeten noch über die Situation aber waren schon "weg". Man zieht es so ein bischen ins lustige, Ivie dann: Ich hätte wohl an meinem Bad Boy Image gearbeitet. Ich: "Nein, daß war Naturbegabung.", "Wenn der Hund die Ohren anlegt und die Zähne flescht ...", "... ist er bereit anzugreifen.". Man, also wir, hätten einfach gehen können. Nein, das hätte es nur noch schlimmer gemacht. So eine Kakerlake bekommt dadurch noch Bestätigung und wird das nächste mal noch direkter und aggressiver sein, weil er damit durchkommt. Für Ivie wäre es schlimm, weil sie dann das Gefühl bekommen könnte, daß diese Leute bestimmen und sie wieder diejenige ist die nur be-/genutzt wird. Gerade noch an so einem Tag. Sie ist es wert, daß man sie beschützt und für sie einsteht und zwar auf allen Ebenen. Und für mich hätte es sich wie ein Versagen angefühlt die Situation nicht in Ivies Sinne zu lösen sondern einfach davor wegzulaufen. Weglaufen mag im ersten Moment die einfachst und damit effektivste Methode sein aber man sollte die Auswirkung auf das Selbstwertgefühl, auch die des Opfers wie zB Ivie, und wie man sich danach fühlt beachten. Zudem hatte ich in der Situation nicht darüber nachgedacht. Ja, dieser eine Satz erklärt alles. Warum? Gibt es so viele Männer die wirklich so dumm und rücksichtlos sind? Wie weit wäre der Typ gegangen? Und warum wieder Ivie? Sie hat sicher nichts getan um ihn anzulocken oder so. Ich denke auch nicht, daß ich übertrieben habe als ich ihn dort sah und wie Ivie da saß. Nagut, evtl. lagen die Geister der Vergangenheit über uns und es kam der Vergleich zu früher hoch. Er hätte auch einfach gehen können. Eigentlich haben es schöne Menschen einfacher im Leben, so heißt es zumindest. Und es mag auch stimmen, daß sie eher akzeptiert werden und alles das. Aber da sind dann auch diese Gefahren. Ivie fing letztes Jahr damit an, daß ich ihr Held sei. Ich beschützte sie. Ich bin nicht dieser Schlägertyp und auch kein Macho. Ähm, die Ähnlichkeit mit meinem ... lassen wir das, fiel mir nur gerade beim schreiben auf. Aber ich werde nicht dabei zusehen, wie zB Ivie etwas angetan wird. Auch ein treudoofer Hund kann zur Bestie werden und euch die Kehle rausreissen. Falls es jemanden interessiert, nein, die Polizei kam nicht und die Mitarbeiter des Restaurants haben entweder nichts mitbekommen oder es ignoriert. Wäre mir aber egal gewesen, ich habe nichts verbotenes getan, nicht mal beleidigt. Gedroht? Nein, das war keine Drohnung, eine Warnung was passieren könnte wenn. Man könnte annehmen, daß die Menschen heutzutage mehr sensibilisiert sind was den respektvollen Umgang mit Frauen angeht. Nicht nur die Emanzipation sondern das alle Menschen gleichwertig sind. Erschreckend, daß da immer noch solche Leute sind, die Frauen als Beute sehen und glauben als Mann die Grenzen der Frau durchbrechen zu dürfen um sie "zu erobern". Seit langem wurde Ivie nicht mehr belästigt, aber in dieser sch.... Stadt sind wohl solche Menschen. Ja, sicher nicht alle aber soll man da mit Wahrscheinlichkeit und so weiter kommen? Einzelfall und es liegt an Ivie, sicher nicht. Wir haben gegessen und sind dann auch raus aus der Stadt. Noch einen kleinen Umweg, es war ja ein Tagesausflug und da nimmt man noch dies oder das auf dem Weg mit. Tatsächlich war die Stimmung auf der Rückfahrt sehr sehr gut, trotz allem oder gerade wegen allem. Ein paar Mercedese geärgert, ich sage nur Elektropower und Newtenmeter. Wo die BMWs waren? Tatsächlich sind mir auf der Rückfahrt wenige aufgefallen, ob die "Kinder" mit ihrem Spielzeug alle schon zuhause sein mussten? Eins war noch lustig, wir auf der rechten Spur und keine LKWs im Weg. Neben uns fuhr wohl schon seit mehreren Sekunden, oder so, ein Auto. Ivie fragte mich dann, ob das neben uns ein Zivilfahrzeug der Polizei sei, weil die die ganze Zeit direkt neben uns fuhren und immer zu uns schauten. War mir nicht aufgefallen da ich mich eher nach vorne orientierte. Ich schaute dann kurz zur Seite und eine Frau auf der Beifahrerseite des Autos neben uns schaute auch zu uns. Ich drehte mich zu Ivie und zuckte leicht mit den Schultern. Ich schaute dann wieder zur Seite und die Frau schaute immer noch oder schon wieder zu uns. Ich winkte dann und Ivie dann auch. Die Frau fing auch an zu winken und Ivie und ich fingen an zu lachen. Die Frau hörte auf zu winken aber lachte dann auch. Der Fahrer schaute dann auch wohl um zu sehen was da los ist. Ach Leute, wir hatten Spaß. Der Tag sollte dazu dienen mit der Vergangenheit umzugehen und ihr die Macht über uns zu nehmen. Dann hat das Schicksal oder das Leben entschieden es nochmal hochzuholen. Ivie ist nichts passiert, sie hat eine Grenze gezogen und diese gezeigt. Sie ist nicht auf diesen Idioten eingegangen und hat ihn ignoriert. Wenn ein Mann nicht erkennt, daß sie nicht erobert werden will und nicht das kleine unschuldige und schüchterne Mädchen spielt und dann einfach die von der Frau gezeigte Grenze ignoriert, dann ist das nicht männlich oder sozial, es ist egoistisch und rücksichtslos. Hat er gesehen, daß sie mit mir dort hin gekommen ist? Ich weiß es nicht, ist aber auch egal. Wenn er es schon wusste macht es das ganze nur noch schlimmer. Ivie hat den Tag gut verkraftet, oder? Was ich jetzt schreibe, darüber habe ich nachgedacht ob ich es schreiben sollte. Am Abend war Ivie ruhiger als man es so gewohnt ist. Jeder hat mal so Phasen, wo man ruhiger und zurückgezogener ist. An so einem Tag war es nicht verwunderlich, daß sie am Abend, wenn wir zur Ruhe gekommen sind, noch die Dinge des Tages verarbeitet. Ich versuche dann auch rücksichtsvoll zu sein. Bei ihr sein, sie in den Arm nehmen und wenn sie reden möchte ihr zu zuhören. Nachts im Bett, ein intimes und persönliches Thema, welches man auch nicht so hier darlegen sollte. Dem sind wir, Ivie und ich, uns bewusst. Aber ein Thema das für uns beide sehr offen geworden ist, wo wir auch darüber sprechen. Die Frage: Sollte ich hier darüber schreiben? Die stellte ich mir. Ivie wollte wissen, was und worüber ich schreiben will, es ist für sie in Ordnung. Es geht um meine Gedanken dabei, da war der Tag und der Mann. Sie war ruhig und dann später "wollte" sie und war sehr fordend und sie nahm sich, was sie wollte. War ok, wir wechseln uns mit der dominanten Rolle durchaus mal ab. Ich denke, wir haben da eine gesunde Mischung was das Thema angeht. Aber weil sie so war, dachte sie an den anderen Mann? Sah sie sich wieder in dieser Situation wie sie damals behandelt wurde und wollte "es" unbedingt? Ist es ungewöhnlich, daß ich so dachte? Das sie an den anderen Mann dachte und die Situation in die sie wieder gekommen sein könnte? Nun, die Nacht war ja nicht vorbei. Wir schliefen dann, oder auch nicht. Ich hatte wohl einen leichten Schlaf, wurde immer wieder wach. Ich war damit aber nicht alleine. Zusammen wachliegen, wegen meinen Gedanken hatte ich Abstand zu ihr? Weil ich dachte, sie dachte an den anderen Mann? Nein, wir sind dicht aneinander gerückt. Kennt ihr das? Man liegt ganz dicht und dann Stirn an Stirn und Nase an Nase? Es ist wie eine Verbindung. Als wir dies zum ersten mal machten lachte Ivie darüber aber ein paar Sekunden und man spührt die Verbindung. Sie fragte mich dann, warum ich nicht schlafen könnte. Evtl. aus dem selben Grund wie sie? Ich fragte sie, ob sie an den Mann und ihre Vergangenheit denke. Sie wusste wohl, worauf ich hinaus wollte. Die Antwort war kurz und klar: Ja und Nein. Eben typisch Frau? Nein, es gab eine längere Antwort. Oh, auch typisch Frau? Ja, Frau kann es niemandem recht machen. Die Antwort ist etwas kompliziert, merke ich jetzt beim schreiben. Der Bezug zu letztes Jahr, als Ivie und ich zusammengekommen sind, und ihre bisherigen "Erfahrungen" mit den Männern. Sie dachte nicht an den Mann oder was ihr angetan wurde sondern an uns und wie es jetzt ist und das hätte sie so "stimuliert". Für sie ist es ok wenn ich darüber schreibe. Es ist ja positiv und es zeigt ihre Veränderung. Die Geister der Vergangenheit, sie sind nicht weg doch sie kontrollieren sie nicht mehr. Ivie hat mich schon in der Vergangenheit, also seit wir uns jetzt besser kennen, über sie und ihre Geschichte schreiben lassen. Teilweise sehr ins Intime und Private. Sie möchte damit anderen Frauen ein Signal senden, ihnen zeigen, daß die nicht alleine sind und es nicht an ihnen liegt wenn sie in solchen Situationen sind oder waren. Auch die Hoffnung, daß Männer sich mehr Gedanken darüber machen, was sie einer Frau antun nur um ihre eigene Lust zu befriedigen. Vielleicht sollte Ivie ein Buch schreiben. Sie wird jetzt lachen wenn sie dies liest, weil sie der Meinung war, daß ich eines Schreiben könnte, über mich. Aber es gibt Frauen die Bücher geschrieben haben um für sich selbst solche Erfahrungen zu verarbeiten und anderen da draußen ihr Schicksal vor Augen zu führen um anderen zu helfen und anderen zu zeigen welche Auswirkungen etwas haben kann. Nunja, nicht jede Frau schreibt ein Buch über ihr Leben. Vielleicht denkt sie darüber nach. Aber vielleicht möchte sie es lieber ruhen lassen. Mein Name, mehr als nur ein Name. Mit der Lizenz für Ivie da sein zu dürfen und sie zu beschützen.