Fange ich mal mit etwas positivem an.
Der Straßenverkehr und ein blauer Lieferwagen, bzw Zusteller.
Ähm, der Wagen war blau, nicht der Zusteller. Denke ich mal.
Er fuhr vor mir durch die Schranke vom Betriebsgelände. Da
ich dann erst warten musste bis die Schranke wieder zu geht
und dann für mich wieder auf geht, hatte er einen kleinen
Vorsprung. Etwas weiter wurde er dann langsamer und ich dachte
schon "will der da stehen bleiben?". Er blieb stehen und ich
bremste dann auch und lies Abstand zu ihm.
Er legte den Rückwärtsgang ein und nutze den Platz, den ich
gelassen hatte, um zurück zu fahren und in den Seitenweg zu
fahren. Als er dann in den Seitenweg fuhr gab er mir Handzeichen
um sich zu bedanken. Man sieht das mittlerweile wirklich selten,
daß die Leute zB die Hand heben als Dank. Eigentlich sollte es
selbstverständlich sein. Man sagt auch "Danke" zu Leuten, oder
macht man das heute nicht mehr? Als ich tue es und viele andere
auch.
Eigentlich sollte ein "Danke" nicht nötig sein, daß ich ihm den
Platz lasse, damit er zurück fahren kann, sollte ebenso eine
Selbstverständlichkeit sein. Ich sah, daß er nicht genau wusste
wo er hin soll oder zumindest gab es eine unklare Situation. Dann
lasse ich immer Platz und fahre nicht dicht dran und dann "Jetzt
stehe ich hier, also sie zu". Es hatte nur ein paar Sekunden
gedauert und wir konnten beide ohne Stress und Gemecker wieder
weiterfahren. Trotzdem war es so, daß ich jetzt darüber hier
schreibe, weil die erhobene Hand als Dank mich positiv gestimmt
hatte.
Positiv, ach da gibt es noch mehr. Ist man in diesem Blog so
gar nicht gewohnt.
Aber, das Wetter. Bei 30 Grad kann ich dann auch mal meine Jacke
ausziehen. Doch dieses schwüle Wetter, über 30 Grad und dann die
doch hohe Luftfeuchtigkeit, daß gefällt auch mir nicht.
Dann sollen die Gewitter noch kommen. Letzte Nacht gab es auch
schon Gewitter aber nur wenig Regen. Zumindest die Blitze konnte
man sehen.
Ivie, sie ist ein guter Mensch. Ich habe es oft geschrieben und wer
es nicht mehr lesen kann, Pech gehabt. Ich werde es sicher noch öfter
schreiben. Nicht nur das sie über das, was ich letztens noch zum Schluß
schrieb, sehr gerührt war sondern folgendes. Ich komme von der Arbeit
nach Hause und habe ein leichtes Hungergefühl. Ist nicht schlimm, es
gibt ja was zum Abendessen. Ich sage das nur so, daß ich irgendwie Hunger
habe, und Ivie sofort: Ich mache dir was. Ich: Nein, so war das nicht
gemeint. Ivie: Doch, ich mache dir ein schönes Sandwich.
Stellt euch sie als Mutter vor, wäre sie eine gute Mutter?
Nein, es war nicht nötig. Aber sie wollte unbedingt, wir hätten ja fast
gestritten. Sie meint es gut und es macht ihr ja auch Spaß und so weiter.
Meine "Ablehnung" ihres Angebotes sollte auch keine Ablehnung an sich
sein. Manchmal sind es solche Kleinigkeiten wo dann erst diskutiert
wird.
Nein, war nicht schlimm. Sie meinte es gut aber es gab ja auch bald
Abendessen, trotzdem fühlte sie sich etwas zurück gewiesen. So war es
aber von mir nicht gemeint. War auch schnell geklärt und sie in den
Arm nehmen ist auch besser als ein leckeres Sandwich.
Es gab indisches Essen und es hatte wirklich gut geschmeckt. Das bestimmt
gut schmeckende Sandwich hätte da doch nur im Magen gestört. Zumindest
war so mehr Platz im Magen.
Bleiben wir mal bei Ivie. Sie ist so cool und hat Stil. Sie und ich waren
vor einigen Tagen im Freibad. Wir gingen, bzw. radelten, extra erst gegen
Abend dort hin, wenn die Familien und Co. nach Hause gehen. Das dachten
wir uns so, ja, falsch gedacht. Man war das voll da. Warum? An schwimmen
war nicht zu denken, so voll waren die Becken. Aber warum sind die Leute
dann alle dort? Nur um auf der Wiese zu liegen und sich im Wasser abkühlen?
Ja, ok, wäre wohl ein guter Grund.
Es gibt da die Familie mit dem "ich bin schon fast sechs" Mädchen, welches
ja schon bei uns übernachtet hatte. Nun hatte Ivie dort von dem vollem
Freibad erzählt und das Mädchen wäre ja auch gerne mitgekommen. Also, ihr
wisst was kommt. Ein Freibadbesuch mit dem kleinen Mädchen. Wir holten sie
dann ab, mit dem Fahrrad wollten wir mit der Kleinen nicht durch den dichten
Nachmittagsverkehr. Wir wussten nicht, wie sicher sie auf dem Rad und im
Verkehr ist also nahmen wir das Auto und erkämpften uns einen Parkplatz.
Ja, diese Rammstoßstangen sind ja seit einiger Zeit verboten, schade.
Es sind aber immer die selben Typen welche ihre asoziale Ader und ihre
Rücksichtslosigkeit schamlos zur Schau stellen. Wir hatten ein Kind im
Auto, will da doch so ein B.M.W. in den Parkplatz fahren in dem ich
schon mit der Schnauze halb drin bin. Also mit der Front des Wagens,
nicht das dies jetzt missverstanden wird. Keine Ahnung was solche
Leute denken, vermutlich können die nicht denken, der wäre mir fast
in die Seite meines Wagens gefahren. Ich Fenster runter und gucke mir
meine Seite des Wagens an. Ruf dann zu dem "Du B.M.W.", ich weiß nicht,
wann ich es das erste mal im Beisein von Ivie sagte, aber damals guckte
sie mich auch fragend an. Was es bedeutet? Es ist doch offensichtlich.
Er hob dann die Hände, was ich diesmal nicht positiv fand, war auch ein
anderer Tag. Er verschwand dann und ich habe ihn nicht mehr gesehen.
Ansonsten hätte ich ihm den Tipp gegeben, sich mal die Augen untersuchen
zu lassen. Und wenn da alles in Ordnung ist mal beim Neurologen vorbei
schauen. Irgendwas funktioniert bei solchen Leuten doch nicht richtig, oder?
Das ist die Hintergrundgeschichte.
Wir holten sie also ab. Ich wartete am Auto und Ivie klingelte.
Ach, sie ist so cool, wirklich. Ivie, klingt wie ein kleines Mädchen:
"Kann ..... zum spielen raus kommen?". Ja, das hätte man schon auf
Video aufnehmen müssen aber das kleine Mädchen dann: "Ja, darf ich?".
Wie kann man da nicht lachen? Wir mussten den Kindersitz einsetzen,
ISOFIX sei dank ging es Problemlos. Der Sitz war für die Kleine, nicht
für Ivie, ich wollte es nur erwähnen.
Wie oft ich die Kleine im Wasser hochgeworfen habe, ich hatte sogar einen
leichten Muskelkater. Ja, wir hatten unseren Spaß. Ach ja, der Junge, ich
mag ihn. Er zu der Kleinen: "Ist das dein großer Bruder?", ich: "Nein, ich
bin nur mit ihrer kleinen Schwester zusammen.", ich zeigte dann auf Ivie.
Ach Gott hat der Junge mich angesehen.
Ist aus dem letzten Beitrag mit dem Sonnen am See doch etwas mehr geworden.
Eigentlich war es sehr persönlich. Aber so geht das hier im Blog, man, also
ich, schreibt etwas und dann kommt man zu anderem Themen usw. . Manchmal
wollte ich eigentlich zu den Pizzas und landete dann bei den Milchshakes.
... und manchmal hole ich mir dann einen kalten Kakao wenn ich etwas von
Milchshake geschrieben habe. Bei der Wärme schmeckt es kalt besonders gut.
Ist nicht der Kakao aus dem Supermarkt, das Zeug ist viel zu süß. Meinen
bekomme ich über die Firma, schmeckt wie Schokolade.
Der letzte Beitrag und wenn man sich selbst für seinen Körper schämt obwohl
andere sagen man sehe gut aus. Bei mir ist es wohl anerzogen. Weiß ich nicht
aber würde Sinn manchen. Man "verurteilt" sich dann selbst. Anderen Menschen
ist es egal wie sie herumlaufen oder auf andere wirken. Doch es gibt auch
viele Menschen welche sich viel zu viele Gedanken darüber machen, was andere
denken könnten wenn sie einen sehen.
"Bodyshaming"
Den Begriff hat sicher jeder schon mal gehört. Wie auf Wikipedia angegeben
betrifft es sicherlich sehr oft Frauen.
Aber was ist mit den Männern?
Auch Frauen haben ein gewisses Idealbild eines männlichen Körpers vor Augen.
Auch wenn sie es nicht oft sagen, so denken sie doch auch negativ über manche
Männer wegen ihres Aussehens. Manche müssen sich dann auch Sprüche anhören.
Ihnen wird dies und das vorgeworfen weil sie nicht dem Schönheitsideal
entsprechen und sich doch entsprechend "bemühen" sollen.
Was ich jetzt nicht meine ist, daß Frau dann trotzdem den alten und dicken
Mann mit wenig Haaren auf dem Kopf heiratet. Was ich meine ist das, was sie
sich innerlich wünscht wenn es um einen männlichen Körper geht.
Auch als Mann wird man abgewertet, gerade auch Frauen tun dies als Ausgleich,
weil sie sich nicht eingestehen wollen, daß ihr Idealbild eines Mannes nicht
mit "ihrem" Mann übereinstimmt. Also wird der andere Mann abgewertet und auch
verbal angegangen. Eine Art Abwehrverhalten mancher Frauen. Als Mann soll man
dann darüber stehen und es sich nicht zu Herzen nehmen. Oder so. Aber Männer
sind auch Menschen, so wie Frauen. Es trifft einen und es bleibt hängen.
Tropfen für Tropfen füllt sich das Faß.
Ich bin kein Adonis, es gibt viele gutaussehende Männer, ich gehöre nicht
dazu. Aber ist es in Ordnung dann immer wieder darauf hinzuweisen? Immer nur
die kleinen Fehler zu sehen und sie einem Vorzuwerfen? Selbst wenn man nichts
dafür kann.
Gutaussehende Frauen werden aus Neid oder Missgunst angegangen. Oder auch
Männer welche es so wie die Frauen machen: Sie können diese Person nicht "haben"
also wird die Person abgewertet und niedergemacht um sich dann wieder besser
fühlen zu können. Was solche Männer bei Frauen machen, machen auch manche
Frauen bei Männern: Bodyshaming.
Eine schöne Frau und doch wird dann nach den Kleinigkeiten gesucht. Die Nase
ist nicht ganz Gerade, oder zu groß, oder doch zu klein. Die Ohren stehen
nicht im richtigem Winkel ab. Ach Gott, Sommersprossen. Alles wird dann
hergenommen nur um eine schöne Frau abzuwerten und sich selbst wieder besser
fühlen zu können.
Ich persönlich mag diese "Plastik-Frauen" nicht. Alles glatt, keine
persönlichen Merkmale, nichts was sie natürlich erscheinen lässt. Die sehen
aus wie alle diese Frauen, wie Plastikpuppen welche Mann sich in die Ecke
stellt und hin und wieder "benutzt".
Falten, Flecken, ein paar Kilo zu viel auf der Wage, niedliche Sommersprossen,
alles so etwas macht nicht hässlich oder unattraktiv. Im Gegenteil. Solche
Frauen haben Persönlichkeit und deshalb Ausstrahlung.
Sie sind keine Plastikpuppe mit einem nichtssagendem Plastikgesicht. Sie
werden von den Männern nicht als Ding gesehen welches man nur benutzt. Solche
Frauen sind oft glücklich mit einem Mann zusammen. Sie hecheln nicht irgendeinem
Ideal hinterher. Sie sie sind ein Original, etwas einzigartiges, etwas wertvolles.
Plastikpüppchen, welche sich anbieten und nur etwas hinterherhecheln, findet
man an jeder Ecke.
Nichtsdestotrotz geht das Bodyshaming vielen Frauen sehr nahe und trifft sie
emotional und beeinträchtigt ihre Selbstwahrnehmung.
Warum wird dies den Männern nicht auch zugestanden? Warum sollen Männer darüber
stehen?
Ist Bodyshaming nicht schlimm? Leute, die es tun, lachen ja darüber. Sie finden
es witzig und sie sehen sich eben als die starken und besseren Menschen.
Oder ist es nur dann nicht ok, wenn Frauen darunter leiden? Und bei Männern ist
es ok?
Wie oft müssen sich Männer zB "Witze" über zB die Größe des Geschlechtsteiles
anhören? Es ist ja witzig, oder? Und "Witze" über die Größe der Brüste einer
Frau? Ist auch witzig, oder? Doch für wen?
Wenn man Menschen um sich hat, wie ich jetzt zB Ivie und Zoya und andere, die
einem eben ein positives Bild von einem Selbst geben, dann hilft es die dummen
Leute da draußen zu ignorieren.
Bodyshaming? Gegen mich? Dann muß da doch etwas sein, sonst würden die Leute
doch nicht auf die Idee kommen ... . Das ist auch das, was man dann selber
denkt. Und wenn dann niemand sagt: "Nein, stimmt nicht. Du siehst richtig gut
aus.", dann übernimmt man das Bild, was andere einem vorgeben.
Das es Bodyshaming ist und nicht konstruktive Kritik, daß man zB mal öfter
duschen sollte oder so, daß erkennt man dann selbst nicht.
Ich habe meinen Körper wohl immer abgelehnt. Man gab mir ja auch als Kind das
Gefühl, du bist defekt, du bist Ausschuss. Die anderen sind normal und gut aber
du nicht. Sicher stand mir dieses Gefühl öfter im Weg wenn es darum ging
Menschen oder auch Frauen besser kennenzulernen. Ich war nicht gut genug für
sie, die finden einen besseren. Selbstwertgefühl, wo sollte es den herkommen?
Alles was ich tat war schlecht. Als ich mir selbst, und das ist nicht
übertrieben, das Radfahren beibrachte, wurde es anerkannt? Nein. Meine Mutter,
den Moment vergesse ich nicht, egal wie jung ich damals war, als ich ihr mit
dem Fahrrad entgegen fuhr. Wir hatten damals kein Auto, sie kam zusammen mit
meiner Schwerster vom Einkaufen. Sie schob ihr Fahrrad weil die ganzen Einkäufe
daran hingen. Sie sagte später ja selbst, als sie mich sah wie ich mit dem Rad
fuhr, es war ein schöner und wichtiger Moment. Sie sagten alle, ich könne es
nicht. Wir sollten doch froh sein, daß ich überhaupt laufen könne. Doch ich
konnte es. Ohne das mir jemand dabei half. Hat euch jemand geholfen als ihr
das Radfahren übtet? Haben eure Eltern euch festgehalten und gestützt, bis
ihr es konntet? Bei mir war niemand. Und niemand der es anerkannte, außer
meiner Mutter.
Die Schule, sie wollten ja nichtmal, daß ich zu einer normalen Schule gehe.
Und zur Realschule oder anderes? Nein, nicht weil ich schlecht in der Schule
war, es waren die "Begleitumstände" weshalb man mich nicht auf die höheren
Schulen lies. Wie gut ich war, die Noten, es zählte nicht. Es wurde nicht
anerkannt. Anderes war für die wichtiger, Leistung und Können zählte nicht.
Wie ich schon oft schrieb, die Schule fiel mir leicht. Es war keine große
Herausforderung. Doch die guten Noten, die wurden doch anerkannt? Meine
Mutter war sicherlich glücklich und evtl. ein wenig stolz darauf. Sie
machte es mal, daß wir bei den Zeugnissen Geld für gute Noten bekamen.
Ich bekam mehr Geld als meine Geschwister, weil ich die besseren Noten
auf dem Zeugnis hatte. Es wurde dann kritisiert, weil es mich ja bevorzugen
würde, da ich ja die guten Noten habe. Ich habe es damals nicht verstanden,
es fühlte sich an als würde ich etwas falsch machen. Immerhin wurde sogar
meine Mutter wegen meinen Noten kritisiert. Ich wusste, gute Noten sind
gut. Aber dann gab es die Kritik, weil ich gute Noten habe. Nicht meine
Geschwister wurden kritisiert, nein ich. Bei meinen Geschwistern war es
normal, daß sie nicht die besten Noten hatten. Teilweise ging es bei ihnen
auch um die Gefährdung der Versetzung, sprich: Sie hätten sitzen bleiben
können. Aber wenn sie mal eine Drei oder sogar eine Zwei hatten, dann
wurden sie gelobt. Wie toll sie das gemacht hätten und so weiter. Ich?
Bei mir waren die guten Noten ja normal, es hat niemanden interessiert.
Nur wenn es mal eine schlechte Note gab wurde sofort das "war ja zu
erwarten" raus gelassen.
Ein positives Selbstbild, wo sollte es denn herkommen?
Die Menschen, sie dachten nur an sich selbst. Niemand nahm mal Rücksicht
auf mich. Niemand reichte mir die Hand und sagte: "Ich stehe an deiner
Seite, ich bin für dich da.". Sag Bescheid wenn du Hilfe brauchst. Ich
sagte Bescheid, und dann? Niemand war für mich da. Sie alle wollten nur
nehmen aber nicht geben. Solange ich gab durfte ich da sein, doch wenn
ich mal nicht so funktionierte dann liesen sie mich einfach fallen.
"Was ist los? Komm ich helfe dir, ich stehe dir bei.", Worte die ich
damals nie hörte. Sie alle logen nur um zu bekommen was sie wollten.
Wie die Aasgeier fallen sie über einen her aber wollten nie etwas
geben. Nur sich den Bauch vollschlagen und dann weiter zum nächsten.
Ich war wohl zu hässlich, noch hässlicher als andere, welche trotzdem
akzeptiert und als Freunde behandelt wurden. Ich muß ein schlechter
Mensch gewesen sein, wenn selbst die Menschen welche andere schlecht
behandeln, sogar schlimme Dinge tun, trotzdem bevorzugt werden.
Ich war es nicht wert, Freundschaft oder gar Liebe zu bekommen.
Ja, TC, da denke ich jetzt wieder an dich. Deine "Strafe" für mich,
daß ich es nicht wert bin, daß du mich auch nur wahrnimmst. Weil ich
einmal auch an mich gedacht habe. Weil du unsere Freundschaft für deine
soziale Anerkennung verkauft hast. Was macht das aus einem? Eine tolle
Unterstützung einer besch... Freundin war das von dir. Es hat mich
lange "beschäftigt" aber darauf bist du ja auch stolz. Selbst solche
Leute wie du, welche ihre guten Freunde verkaufen, finden "Freunde".
Ich wurde immer alleine gelassen. Meine Küche und alles hatte ich
damals alleine aufgebaut. Den Umzug nach Bonn habe ich alleine gemacht.
Die anderen, nur große Versprechungen und leere Worte um von mir zu
bekommen was sie wollten. Und wenn dann der Moment gekommen ist, lassen
sie dich alleine. Nehmen, nehmen, nehmen, ich, ich, ich, schrecklich
diese Leute. Wie können die sich morgens selbst im Spiegel sehen?
Jaqueline war die erste, welche mir etwas anderes zeigte. Sie gab mir
zu verstehen, daß ich nicht schlechter bin als andere, im Gegenteil.
Das klingt jetzt überheblich und als ob ich mich über andere erhöhen
will, aber das ist es nicht. Dort gab man mir meinen Selbstwert
zurück. Sie zeigten mir, ich war kein Versager. Und zum ersten mal
in meinem Leben durfte ich wahre Freundschaft erleben. Mit Jaqueline
aber auch ein paar anderen dort. Die wussten, was Freundschaft ist.
Und sie zeigten mir, daß ich es wert war ihr Freund zu sein. Etwas
was vorher niemand tat.
Bodyshaming, da geht es um den Körper. Nein, da geht es um viel mehr.
Als Kind musste ich immer zur Physiotherapie. Ein bis zweimal die Woche.
Ich ging in eine Praxis in GT, ich fuhr mit dem Bus dort hin. Dort war
auch Ilona, ich glaube man schreibt den Namen so. Sie und ich wurden
als Gruppe genommen, wir machten die Übungen also zusammen. Dort gab es
keine Kabinen zum umziehen und wir zogen uns meist zusammen in dem
Raum um. Unsere Eltern quatschen im Wartebereich. Sie hatte ja auch
etwas wie ich. Es war für mich kein Problem mit ihr zusammen. Wir
waren Kinder also hatten wir jetzt auch nicht diese Gedanken von
wegen Mädchen und Junge und ausziehen. Es war einfach normal. Auch
die Übungen zusammen zu machen war normal. Ich schämte mich nicht
vor ihr, weil die Übungen anstrengend waren. Waren sie für sie ja
auch.
Später wechselte ich zur Physiotherapie im Keller des Krankenhauses
am Wohnort. Dort hatten sie sogar einen Pool. Wisst ihr, wie ich
dort hingegangen bin? Die normale Hose über die Trainingshose
angezogen, ja war eng, nur damit ich mich dort nicht ausziehen muß.
Lächerlich, oder? Für mich damals nicht. Es war nicht nur Scham, ich
wollte den Leuten dort den Anblick meines Körpers nicht zumuten. Ich
hatte Angst, daß sie mich auslachen oder noch schlimmeres.
Barbara W. war dort meine Physiotherapeutin. Nur wenn sie Urlaub oder
so hatte machte jemand anderes von dort die Vertretung. Aber ich ging
Jahre lang dort hin, die kannten mich dann alle. Sogar die Putzfrauen
kannten mich nach einer Weile weil ich meist am Nachmittag nach der
Schule dort war.
Barbara werde ich immer in Erinnerung behalten. Sie war mehr als nur
die Physiotherapeutin. Sie zwang mich manchmal regelrecht dazu meine
Hemmungen zu missachten. Mit der Zeit nahm sie mir den Ekel vor meinen
eigenen Körper. Vielleicht nicht komplett aber es wurde besser. Sie
erwartete nicht einfach, sie ging auf mich zu. Auch dort gab es keine
Kabinen zum umziehen und dort bekam ich Einzelanwendung, also nicht in
der Gruppe mit anderen. Man zog sich in dem Raum um und manchmal kamen
andere in den Raum. ZB um etwas zu holen oder eben die Putzfrauen.
Es wurde nicht normal aber ich bekam keine Panik. Barbara zeigte mir,
mein Körper ist in Ordnung. Ich musste, ja musste, zB auch Übungen
barfuß machen. ZB Sandsäcke mit den Zehen aufheben und dann zog man
die Socken nicht wieder an. Sogar zuhause, in der Familie, hätte ich es
nicht gemacht, barfuß. Da war Sabine, eine ältere Freundin meiner
Schwester. Ich glaube es waren Ferien oder es war am Wochenende, dann
wohl Samstag. Es war morgens und ich lag noch im Bett als sie schon
bei uns war. Sie und meine Schwester kamen in mein Zimmer, weiß nicht
warum. Die Tür war glaube ich auch offen. Ich tat so als ob ich noch
schlafen würde. Ich war noch jung. Aber ich hörte sie, sie dachte wohl
ich schlafe tatsächlich. Ja, ich erinnere mich daran, was sie sagte, über
mich. Solch positiven Moment gab es leider sehr sehr selten.
Ja, Barbara. Sie ekelte sich nicht vor mir, im Gegenteil. Sie wurde mehr
als nur die Physiotherapeutin. Sie unterstütze mich, gab mir zB so Tüten
mit Badezusätzen für meine Haut, wegen der Akne. Ihr war es nicht egal
und tat etwas. Später gab mir auch meine Hausärztin Salben und Co. .
Barbara nahm keine dominante Rolle ein, aber sie war da. Wenn es mir
schlecht ging dann merkte sie es und ignorierte es nicht wie die anderen.
Die hatten dort den Pool, es war sicher nicht Teil der Verordnung, also
des ärztlichen Rezepts, und es war auch eher selten aber sie wollte dann,
daß wir ins Wasser gehen. Das erste mal war ... ich weiß nicht. Ich glaube
ich hatte etwas Angst. Nicht nur, daß ich nicht gut schwimmen konnte. Es
war die Situation. Es war anders als zB im Freibad. Als Kind war ich auch
öfter im Freibad. Meine Geschwister nahmen mich mit und ich ging auch später
alleine dort hin. Es gab dann Zwischenfälle und ich ging viele Jahre nicht
mehr schwimmen. Ist noch eine andere Geschichte. Ein junger Körper ist für
manche wohl wirklich anziehend. Für mich war es aber nicht schön. Ja, andere
Geschichte. Aber Frauen sind keine unschuldigen Engel.
Ja, der Pool. Es war keine Erotik und so. Es gab getrennte Umkleiden. Aber
trotzdem war es für mich "stressig". Angefasst zu werden, und es geht nicht
um so etwas. Meine Hand halten oder meinen Arm. Bei den Übungen im Wasser
mal korrigierend eingreifen, sie war eng bei mir und fasste mich auch mal an.
Sei es auch nur meine Hände oder so. Das kannte ich nicht. Manche werden es
nicht verstehen, ist doch normal. Für mich war es das nicht.
Bei uns, oder zumindest bezüglich mich, gab es keinen Körperkontakt. Nicht
in dieser Weise. Mal die Hand von jemanden halten, jemanden umarmen? Nein,
so etwas gab es damals nicht. Erst in Bonn "lernte" oder erfuhr ich wie es
ist jemanden zu umarmen. Ich kannte so etwas nicht und niemand wollte es mit
mir machen. Ich wäre nie auf die Idee gekommen jemanden zu umarmen, vermutlich
hätte man mich dann ins Gefängnis geworfen, wenn ich es getan hätte. Die Leute
hielten mich ja auch auf Abstand. Niemand wollte etwas mit mir zu tun haben.
Ausnutzen, ja. Aber nicht mehr. Erst in Bonn änderte es sich.
Jaqueline hatte gute Arbeit geleistet, sie war und ist eben eine gute Freundin.
Während andere mich nur ausnutzen, aussagen und kaputt machen wollten war sie
jemand der nicht nur nahm sondern jemand dem Freundschaft etwas bedeutet.
Wir haben uns gegenseitig unterstützt aber ich habe ihr sehr viel zu verdanken.
Bodyshaming, es ist mehr als nur Worte. Es geht auch nicht um "stell dich nicht
so an", etwas, was auch nochmal eine andere Geschichte wäre. "Stell dich nicht
so an", auch wenn ich nicht sicher bin, ich habe es wohl nie zu jemandem gesagt.
Ich wusste was damit ausgedrückt und gesagt wurde, deshalb sagte ich es nie zu
jemanden. Wie oft ich es als Kind und Jugendlicher gehört habe. Oder sogar auch
später noch. "Stell dich nicht so an!", es ist schrecklich so etwas zu jemandem
zu sagen. Denkt mal darüber nach, was es bedeutet und was man damit aussagt.
Es gibt dann Leute welche es nicht verstehen. Jemand macht einen blöden Kommentar
und man ignoriert ihn einfach. Nein, niemand ignoriert ihn "einfach", auch nicht
die welche es sagen. Diese dummen Kommentare gehen ins Gehirn, bestimmen das Denken
und wird verarbeitet. Es bleibt immer etwas hängen. Man stelle sich so eine Waage
vor, wie die von Justiziar, so eine alte zweiseitige Waage. Auf der einen Seite die
positiven Empfindungen und auf der anderen die negativen. Jemand der schon immer
positive Rückmeldung bekommen hat, immer schon akzeptiert wurde, immer schon immer
nett und gut behandelt wurde, immer schon gerne als Freund angenommen wurde, jemand
der immer nur positive Rückmeldung und Kommentare und gute Worte bekommen hatt, der
wird alles auf der positiven Seite der Waage haben. Wenn dann ein blöder Spruch die
negative Seite der Waage belastet, dann hat das keine Auswirkung, die Waage bleibt
auf der positiven Seite unten. Doch wenn man nicht mehr die positiven Rückmeldungen
bekommt sondern zB Ziel von Mobbing und Bodyshaming wird, dann füllt sich die
negative Seite der Waage, ganz langsam. Doch irgendwann schlägt es aus, die Waage
bewegt sich in Richtung negativ. Kleinigkeiten, oder mal ein blöder Kommentar, sie
werden durch die vielen positiven Erlebnisse wettgemacht. Doch wenn die positiven
Erlebnisse und Rückmeldungen fehlen, dann sind auch die kleinen negativen Dinge
sofort sehr dominant.
Als ich ein Kind war schnitt mir meist meine Tante die Haare. Sie war Friseurin
und hatte später auch ihren eigenen Laden. Sie machte es oft abends bei sich zu
Hause. Warum erinnere ich mich daran? Weil es keine Kleinigkeit war. Sie, meine
Tante, redete dann mehrmals von meinen Ohren. Die stehen doch zu weit ab und man
könne das doch operieren und die Ohren anlegen lassen. Es wurde darüber geredet
als wäre ich nicht da. Meine Ohren waren also so hässlich, daß man es sogar
operieren lassen sollte. Als wäre es eine Krankheit. Es hat mich nicht kalt
gelassen so etwas zu hören und niemanden hat es interessiert wie ich mich dabei
fühle. Der Gedanke "ich habe hässliche Ohren" hat mich lange begleitet.
Man kann ja durchaus etwas richten lassen, zB die Zähne oder anderes. Aber man
gab mir durch diese "Kleinigkeiten" dieses Selbstbild mit.
Es wurde eben immer nur kritisiert und schlecht gemacht. Wo war das Lob? Wo
waren die positiven Dinge? Ja, wo?
Zur Info: Ich schrieb wieder viel mehr als ich anfangs wollte. Es wurde wieder
viel ins Detail gegangen.
Ich werde eine Fortsetzung machen, denn mir fehlt jetzt die Zeit.