Sonntag, Trainingstag. Tat tatsächlich gut, diesen "Druck" in der Brust und der Seele abarbeiten zu können. Nochmal zu dem Brief. Leute sagen, vergiss es einfach. Doch sowas vergisst man nicht, was die meinen ist eher: Halt die Klappe und belästige mich nicht. Man soll nicht immer alles herunterschlucken, Dinge müßen einfach gesagt werden, egal welche Konsequenzen es hat. Denn das war mein größter Fehler damals. Sie hätte dann zwar sofort mit viel Geschimpfe die Freundschaft, oder was es auch immer für sie war, beendet. Aber das hat sie ja sowieso. Ich habe immer auf sie Rücksicht genommen und meine eigenen Interessen zurück gestellt. Ihr Glück, daß sie glücklich ist, war immer wichtiger. Dieses "Lass es, vergiss es einfach und gehe weiter.", es war mein größter Fehler damals. Also wer immer mit solchen Sprüchen kommt: Ihr habt keine Ahnung. Wir haben Ivie hier, entschuldige Ivie, aber ich rede mit ihr darüber. Sie hat Erfahrung mit Psychologen usw. und keiner von denen sagte ihr: Vergessen sie es einfach. Denn dadurch geht es nicht weg, weil angestrengt versuchen etwas zu vergessen, was ein fester Teil von einem ist, ist vergebene Mühe. Es geht darum, damit zu leben, damit umzugehen, denn zu versuchen es zu ignorieren und zu vergessen, ist meist der falsche Weg. Es geht nicht weg, man vergisst nicht, aber der Druck könnte irgendwann zu hoch werden. Der Auslöser, eine Kleinigkeit. Eine Kleinigkeit, nicht wichtig. So wie ein Nagel auf dem Boden, was solls. Bis man so drauftritt das es wehtut und man nicht mehr richtig auftreten kann. Dann war es keine Kleinigkeit mehr. Die meisten Menschen denken nicht über ihre eigenen Erfahrungen hinweg. Was für sie eine Kleinigkeit ist, ist für jemand anderen ein großer Schmerz. Aber da sie den Schmerz nicht fühlen, tun sie so, als ob sich der andere nur anstellt. Ich, nein wir, Ivie auch, haben uns heute Nachmittag auf einer Internetplattform Sprüche und so angesehen. Waren ein paar lustige dabei. Der mit dem Auto und den "fünf Leute ohne Pobleme" war wohl der Auslöser. Ivie dachte da sofort an uns. Es gibt dann immer so Sprüche: Menschen die dich unglücklich machen soll man zurück lassen. Wie ist "unglücklich" bestimmt? Jeder bestimmt das für sich, oder? Jeder nimmt sich das Recht heraus, selber darüber zu bestimmen. Ein Mann schlägt und vergewaltigt seine Frau, die bleibt, weil sie ihn liebt. Passt der Spruch? Wohl schon, oder? Für den Mann oder die Frau? Eine Frau verlässt ihren Mann, als der einen Unfall hatte und im Rollstuhl landet, mit allen Konsequenzen. Passt der Spruch für die Frau? Ist das richtig, daß sie nur an sich denkt und den Mann, den sie angeblich liebte, verlässt, weil schlechte Zeiten bevorstehen? Was ist mit dem Mann, welcher Spruch würde für ihn passen? Solche Sprüche werden eben meist von Egoisten genutzt um ihre rücksichtslose Handlung zu rechtfertigen. Die, für denen der Spruch vielleicht gedacht war, die nutzen solche Sprüche meist nicht. Egoisten merken nicht, daß der Spruch nicht ihr Handeln rechtfertigt sondern, daß sie diejenigen sind, welche zurückgelassen werden sollten. Deswegen mag ich solche Sprüche nicht, sie dienen nur den Egoisten, weil sie dann auch oft am agressivsten und lautesten die Bedeutung des Spruches festlegen, nämlich das nur an sich denken der richtige Weg ist. Deren Opfer werden dann noch verhönt, weil die Täter den Spruch für sich in Anspruch nehmen und ihr Handeln damit rechtfertigen. Ich hatte vor Jahren mal zu sowas einen Kommentar an jemanden geschrieben: So you're happy to live with a lonely soul? Because you only live for your own happiness and not for that of the people around you. If they think the same way you do, they won't think about you, just as you don't think about them. They will hurt you to be happy, they will leave you when bad times threaten. Just like you, because you only seek your own happiness and ignore the people around you. If they all think like you, they will all remain lonely souls, without love and friendship. Times when you are unhappy together form the foundation of a strong relationship. Avoiding everything that makes you unhappy leaves you alone. Only giving something when you have something to gain from it is selfish. Giving something without expecting anything in return is kindness and character. Do not be annoyed that you get nothing in return, be happy that you were able to help and give. Für andere, hier auf deutsch: Du bist also glücklich mit einer einsamen Seele zu leben? Denn du lebst nur für dein Glück und nicht auch für das der Menschen um dich herum. Wenn sie genauso denken wie du, werden sie nicht an dich denken, genauso wenig wie du an sie denkst. Sie werden dir wehtun um glücklich zu sein, sie werden dich verlassen, wenn schlechte Zeiten drohen. Genauso wie du, weil du nur dein Glück suchst und dabei die Menschen um dich ignorierst. Wenn sie alle so denken wie du, werden sie alle einsame Seelen bleiben, ohne Liebe und Freundschaft. Zeiten in denen man zusammen unglücklich ist, bilden das Fundament einer starken Beziehung. Alles vermeiden, was einem unglücklich macht, lässt einen alleine zurück. Nur dann etwas zu geben, wenn man davon einen Vorteil hat, ist egoistisch. Etwas zu geben, ohne etwas zu erwarten, daß ist Güte und Charaakter. Ärgert euch nicht, daß ihr nichts zurück bekommt, freut euch, daß ihr helfen und geben konntet. Ja, der Text ist von mir, ein paar Jahre alt. Es ging da eben um genau solche Leute, die sich dafür feierten, sich nicht um Freunde zu kümmern, weil sowas schlechte Laune macht. Also gehen sie und feiern mit anderen "Freunden". Man sollte annhemen, daß ein solches Verhalten kritisiert wird. Wurde es nicht, im Gegenteil. "Lass dich nicht von anderen runterziehen" oder "du musst an dein Glück denken", es war wirklich erschreckend. Was war denn mit dem Freund? Er wurde krank, Krebs. Und sein Freund hat ihn zurückgelassen, postete das noch öffentlich und wurde "gefeiert". "Er stirbt doch sowieso, warum sich damit belasten?", war dann so der Punkt .... ich habe mich doch zurück gehalten, oder? Ja, am Anfang, mein Text gefiel ihnen nicht, schliesslich hätten sie viele "Freunde" und wären nicht einsam. Meine Wortwahl änderte sich, ich wurde gesperrt. Mein Engel beruhigte mich. Aber sie fand es auch schlimm, daß Menschen so sein können. Es ist einfach schlimm, wenn Menschen so sind und so miteinander umgehen, nicht nur, weil ich es so oft selbst erleben durfte. Bei der Gala, vorletzten Samstag, hatte Ivie dieses ungute Gefühl, wegen den Leuten dort, oder wegen dem Auftreten einiger. Ich glaube, ich hatte über den Vorfall an der Tankstelle geschrieben. Ich will das aber jetzt nicht wiederholen. Ich war nie der Partytyp, klar sich mit Leuten zu treffen, die man kennt ist sicher nicht schlecht, aber schon früher war es für mich Stress. Immer darauf achten nichts falsch zu machen und nichts falsches zu sagen, und achten wie man sich verhält und dann Gespräche, wo ich dann denke "Was?!". Es war oft anstrengend. Anderen fällt es leicht, sind immer locker, ich nicht. Wir haben nicht viele "Freunde", es ist für uns angenehm. Bei offiziellen Veranstaltungen fällt es mir zB leichter, da schalte ich einfach auf das entspreechende "Programm" und agiere auf offizieller und nicht privater Ebene. Klare Regeln, klare Abläufe, kein Problem. Ja, wir werden wohl nie einen Partykeller haben, oder? Obwohl, so Cinema mit Musikanlage, könnte ich mir vorstellen. Muß ja nicht für viele Leute sein, für einen kleinen Kreis. Man soll nie, nie sagen. Eigentlich wollte ich woanders hin, im warsten Sinne des Wortes. Die letzten Tage waren nicht einfach. Am liebsten wäre ich geflüchtet, irgendwo hin, nur weg von hier, von Deutschland. Irgendwie liegt das noch in der Luft. So oft darüber nachgedacht, irgendwie .... .